Kultur
Umzug mit Obelisk in München

München (dpa) - Einst war die Stele Teil der Grenze zwischen Ägypten und Nubien - damals, zu Zeiten von Pharao Ramses II. im 13. Jahrhundert vor Christus.

Dienstag, 08.01.2013, 16:54 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 08.01.2013, 16:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 08.01.2013, 16:54 Uhr

Im Jahr 2013 wird das rund anderthalb Tonnen schwere und fast drei Meter hohe Teilstück fachmännisch gesichert auf einem roten Lastwagen durch München gekarrt. Das Museum Ägyptischer Kunst hat seinen Umzug in einen unterirdischen Neubau begonnen. Zuerst sind die großen Exponate dran - darunter auch ein meterhoher Obelisk .

Am 10. Juni soll das neue Museum unter der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) eröffnet werden - wenn alles klappt. Museumsdirektorin Sylvia Schoske wollte den konkreten Termin am Dienstag nur «mit aller Vorsicht» verkünden, schließlich könne immer noch etwas dazwischenkommen. Mitte Juni werde es aber sicher soweit sein. Ihr erklärte Ziel ist, «dass es keinen Tag München ohne Ägypten gibt».

Das Museum gibt einen kleinen Einblick in die Unwägbarkeiten, die ein solcher Umzug mit sich bringen kann. «Die Stele beispielsweise kann nur aufrechtstehend transportiert werden», sagt die Ägyptologin Olivia Zorn vom Ägyptischen Museum Berlin , die für zwei Jahre nach München «ausgeliehen» wurde, um den Umzug zu überwachen und zu organisieren. Als die Stele in den alten Museumsräumen in der Residenz durch die Tür geschoben werden sollte, sei noch genau ein Millimeter Platz gewesen - Glück gehabt.

Rund drei Millionen Euro sind nach Angaben Zorns, die auch schon zweimal mit dem Ägyptischen Museum Berlin umgezogen ist, für das Münchner Umzugsvorhaben veranschlagt. Der Übergang aus den alten Räumen in der Münchner Residenz in den unterirdischen Neubau soll übergangslos und ohne Pause vonstatten gehen. Im Neubau, der nach Angaben des bayerischen Kunstministeriums gemeinsam mit der neuen HFF knapp 107 Millionen Euro gekostet hat, stehen rund 1800 Quadratmeter für die Dauerausstellung zur Verfügung, 400 weitere für Sonderausstellungen.

Künftig sollen die Highlights der Sammlung nicht mehr chronologisch, sondern thematisch geordnet präsentiert werden. Das Haus soll dann auch eins der wenigen Museen weltweit sein, das Ausstellungsräume, Verwaltung und Depots an einem Ort versammelt hat. Das Münchner Museum gehört zwar nicht zu den ganz großen Ägyptischen Museen der Welt, verfügt aber über eine Sammlung von etwa 8000 Objekten. Rund 2000 davon werden künftig auch zu sehen sein - doppelt so viele wie zuvor.

Dafür, dass die alle ins rechte Licht gerückt werden, sorgt Restaurator Michael Pfanner. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern bringt er in mühevollen, kleinen Schritten eine «Scheintür» aus dem Jahr 2200 vor Christus an die Museumswand - ein Relief aus einer Grabkammer, das aussieht wie eine Tür, aber keine ist. «So bleibt es jetzt die nächsten 150 Jahre», sagt Pfanner nach getaner Arbeit und lacht.

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