Kultur
Zufall in der Kunst: Von Schieß- und Schimmelbildern

Hannover (dpa) - Niki de Saint Phalle griff für ihre farbgewaltigen Schießbilder zum Luftgewehr, Dieter Roth ließ Joghurt und Käse zu Skulpturen verschimmeln. Mit der Rolle des Zufalls in der Kunst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigt sich eine Ausstellung im Sprengel Museum Hannover.

Montag, 13.05.2013, 13:52 Uhr

Vom 15. Mai bis zum 15. September sind rund 70 Gemälde, Plastiken und Grafiken von Künstlern wie Marcel Duchamp, Jackson Pollock und Gerhard Richter zu sehen.

In seinem Umgang mit Farbe greife Richter das Prinzip des Zufalls geradezu planvoll auf, sagte Kuratorin Annerose Rist . In der Schau «Purer Zufall» ist der Künstler mit übermalten Fotografien und abstrakten Bildern vertreten.

Avantgarde-Künstler entdeckten vor rund 100 Jahren das Unvorhersehbare für die Kunst und stellten damit die Vorstellung von einem Schöpfergenie infrage. «Ihr Blick richtete sich auf den Boden statt auf die Leinwand», sagte Rist. Schwitters sammelte in den 1920er Jahren Abfälle von der Straße und baute sie in seine Collagen ein. Roth interessierte sich in den 60ern und 70ern für den Zerfall von Lebensmitteln - so wird eine Salamischeibe zum Sonnenuntergang.

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