Franz-Radziwill-Schau 2018
Emder Kunsthalle geht nach Umbruch neue Wege

Die Besucherzahlen sind vergangenes Jahr gesunken, doch das Museum ist dennoch zufrieden. Der neue Direktor des Hauses will auch zukünftig darauf verzichten, möglichst gefällige und leicht konsumierbare Kunst zu zeigen.

Donnerstag, 18.01.2018, 15:16 Uhr

Der neue Leiter der Kunsthalle Emden, Stefan Borchardt, blickt auf das Ausstellungsjahr 2017 zurück.
Der neue Leiter der Kunsthalle Emden, Stefan Borchardt, blickt auf das Ausstellungsjahr 2017 zurück. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Emden (dpa) - Trotz gesunkener Besucherzahlen ist die Kunsthalle im ostfriesischen Emden mit dem Jahr 2017 zufrieden. Das Haus hatte sich in den vergangenen Monaten nach dem Rückzug der Mitstifterin Eske Nannen aus der Geschäftsführung neu aufgestellt.

Mit diesem Umbruch seien weitere personelle und thematische Veränderungen verbunden, sagte der neue Direktor Stefan Borchardt am Donnerstag.

Mit knapp 44 500 Besuchern kamen 2017 deutlich weniger als die sonst üblichen gut 50 000 Gäste in die Kunsthalle. Das könnte an zwei unbequemen Ausstellungsthemen im ersten Halbjahr gelegen haben. Bei «Max Kantor - Das neue Bestiarium» ging es um die Rückkehr von Monstern und anderen mythischen Gestalten in die Gegenwart. Daneben behandelte «Your Story! Geschichten von Flucht und Migration» das Flüchtlingsthema von der Reformation bis in die Gegenwart.

Das Selbstverständnis der Emder Kunsthalle bestehe jedoch nicht darin, möglichst gefällige und leicht konsumierbare Kunst zu zeigen, sagte Borchardt. Im Sinne des Gründers Henri Nannen sollten die Menschen vielmehr zur Auseinandersetzung angeregt werden.

Als einen Höhepunkt für 2018 bereitet die Emder Kunsthalle eine Schau mit Werken des norddeutschen Malers Franz Radziwill vor. Darin wird das ambivalente Verhältnis des Menschen zur Technik thematisiert.

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