Kunstmanager gesucht
Chef für Haus der Kunst in München gesucht

Bewandert in moderner und zeitgenössischer Kunst, gut vernetzt in der Ausstellungsszene und Lust auf kreative Ideen: Im Haus der Kunst in München ist ein Chefposten frei.

Donnerstag, 21.02.2019, 14:54 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 14:56 Uhr
Das «Haus der Kunst» sucht einen neuen Chef.
Das «Haus der Kunst» sucht einen neuen Chef. Foto: Sven Hoppe

München (dpa) - Ein Team aus fünf internationalen Kunstexperten soll die neue künstlerische Leitung für das Haus der Kunst in München suchen.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) stellte in München die Mitglieder der Findungskommission vor, darunter die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Susanne Gaensheimer, sowie die Direktorin des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee, Nina Zimmer. Ebenfalls berufen wurden Sir Nicholas Serota, bis 2017 in London Leiter der Tate Museen und Galerien, der ehemalige Direktor des Stockholm Moderna Museet, Daniel Birnbaum, und Doryun Chong, Chefkurator des Museums M+ für visuelle Kultur in Hongkong, das bis 2020 eröffnen soll.

Sie sollen einen erfahrenen Kunstmanager finden, der sich bestens mit moderner und zeitgenössischer Kunst auskennt und gut vernetzt ist mit Museen in aller Welt. Denn anders als etwa die Pinakotheken verfügt das Haus der Kunst über keine eigene Sammlung, sondern holt sich die Kunstwerke für Ausstellungen ins Haus. Einen Zeitpunkt für die Kür der neuen Leitung nannte Sibler nicht. «Wir wollen mit der nötigen Ruhe eine bestens geeignete Persönlichkeit finden.» Bis dahin werden die Kuratoren bei ihren Planungen von einem Expertenrat begleitet, in dem die künstlerische Direktorin der Fondation Vincent van Gogh in Arles, Bice Curiger, der Direktor des Münchner Museums Brandhorst, Achim Hochdörfer, sowie die Kunstsammlerin Ingvild Goetz sitzen.

Auf den neuen künstlerischen Leiter, der in einer Doppelspitze mit einem kaufmännischen Direktor agieren soll, wartet keine leichte, dafür aber eine interessante Aufgabe. Das Haus hat turbulente Zeiten hinter sich, unter anderem wegen massiver Geldprobleme, die bis heute nachwirken. Auch die Nähe von Angestellten zu Scientology und Fälle sexueller Belästigung sorgten für Schlagzeilen. Der Aufsichtsrat reagierte mit Kündigungen und stellte dem damaligen Direktor Okwui Enwezor einen kaufmännischen Geschäftsführer an die Seite. Enwezor verabschiedete sich im vergangenen Sommer, auch weil er sich nicht mehr erwünscht fühlte, wie er später erklärte.

Dickster Brocken dürfte jedoch die Generalsanierung des 1937 von den Nationalsozialsten errichteten Gebäudes sein, das an vielen Stellen marode ist. Sie soll eigentlich schon im kommenden Jahr nach Plänen des britischen Star-Architekten David Chipperfield beginnen. Der Freistaat Bayern will dafür als wichtigster Geldgeber bis zu 150 Millionen Euro zahlen. Unklar ist allerdings noch, ob das Haus für die mehrjährigen Bauarbeiten komplett geschlossen werden muss oder teilweise geöffnet bleiben kann.

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