Country Things
Granger Smiths Jahr der Geduld trägt Früchte

Der Texaner Granger Smith besingt das ganz einfache Country-Leben. Seien es Gefühle, der Alltag oder einfach nur die Natur - es ist alles dabei. Und dabei hilft ihm auch sein Alter Ego.

Donnerstag, 03.12.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 15:02 Uhr
Granger Smith lebt in der Gegenwart.
Granger Smith lebt in der Gegenwart. Foto: Jeremy Cowart

Berlin (dpa) - Für den Country-Sänger und Songwriter Granger Smith war dieses von der Corona-Pandemie geprägte Jahr «ein Jahr der Geduld».

Und es sei noch lange nicht zu Ende. «Aber ich habe gelernt, in der Gegenwart zu leben und nicht so sehr an die Zukunft zu denken», sagt der Texaner im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Dass er seine wenigen Konzerte in der Umgebung seines Wohnortes Austin vor halbleeren Sälen mit auf Abstand sitzenden Fans geben müsse, störe aber schon. «Dennoch lehrt mich dies, das zu schätzen, was ich habe.»

Diese Erfahrungen gehören auch zum neuen Album «Country Things» des 41-Jährigen. Die Songs geben einen Einblick in den Country-Lifestyle, den der Musiker und seine Familie mehr denn je leben. «Diese Songs handeln von den Dingen, die dir Geld und Status nicht kaufen können. Jene Dinge, auf die du dein Leben aufbauen kannst - und wegen denen ich leben möchte - eben die Country Things.» Die Musik ist für Smith und seine Frau auch ein wenig Heilungsprozess, nachdem im Vorjahr ihr dreijähriger Sohn River im Pool ertrunken war.

Smith hatte den ersten Teil des Albums schon im September online veröffentlicht, mit dem zweiten Teil ist nun das komplette Album erschienen. Er habe sich zu der zweigeteilten Variante entschlossen, da 16 Songs auf einmal «etwas viel zu konsumieren» seien. «So haben die Leute Gelegenheit, die Lieder zu genießen», sagt er. Zudem habe er sich bemüht, die Themen und Tempi ein wenig zu variieren, «um eine Art musikalische Achterbahn» zu schaffen.

Mit dabei auf dem Album ist auch Grangers anderes Ich, Earl Dibbles Jr., sein Kautabak kauendes, Bier trinkendes und im tiefsten Country-Slang sprechendes Alter Ego. Granger hatte dieses Pseudonym vor Jahren erfunden, um ein wenig Abwechslung in seine Musik zu bringen. «Das ist mein kreatives Ventil», erklärt er das Motiv. «Earl macht die Musik, die ich nicht spielen kann.» Auf dem neuen Album spielt und singt Dibbles unter anderem die Songs «Country & Ya Know It» und «Workaholic».

Granger und auch Dibbles haben schon Erfahrungen und Auftritte auf höchstem Niveau gemacht - unter anderem drei Mal im Weißen Haus, vor ihrem texanischen Landsmann George W. Bush. «Es war mir eine absolute Ehre», erinnert sich der Sänger. Schließlich sei das Weiße Haus «ein wichtiger Teil unserer Geschichte und Kultur».

Seine Tour-Pläne beschränken sich derweil wegen der Corona-Pandemie auf die unmittelbare Nachbarschaft. «Ich würde ja so gerne nach Deutschland kommen», sagt Granger. Eine für dieses Jahr geplante Reise sei leider ins Wasser gefallen, aber vielleicht bringe die nähere Zukunft bessere Aussichten.

© dpa-infocom, dpa:201116-99-352544/5

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