Bei Luftangriff in Syrien
Deutscher IS-Terrorist Cuspert soll getötet worden sein

Totgesagt wurde der Islamist, IS-Mann und Ex-Rapper Cuspert schon mehrfach. Aus Sicherheitskreisen wurden die Berichte aber nie bestätigt. Jetzt gibt es erstmals eine Art «Nachruf».

Freitag, 19.01.2018, 21:32 Uhr

Denis Cuspert hatte in zahlreichen IS-Videos zu Gewalt aufgerufen und mit islamistischen Anschlägen gedroht.
Denis Cuspert hatte in zahlreichen IS-Videos zu Gewalt aufgerufen und mit islamistischen Anschlägen gedroht. Foto: Di Matti

Damaskus/Berlin (dpa) - Der schon mehrfach totgesagte Dschihadist und Ex-Rapper Denis Cuspert aus Berlin soll bei einem Luftangriff in Syrien getötet worden sein.

Das berichteten das mutmaßlich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahestehende Medium «Wafa» und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Von offizieller Seite gab es zunächst keine Stellungnahme internationaler Sicherheitsbehörden. Auch IS-nahe Propagandakanäle schwiegen zunächst zu den Berichten. Deutsche Sicherheitskreise gehen aber davon aus, dass die Todesmeldung diesmal zutrifft, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Gewisse Zweifel blieben allerdings, hieß es.

Das Pentagon konnte die Berichte über den Tod Cusperts weder bestätigen noch dementieren. Man habe keine Informationen, ob er am Leben sei oder nicht, sagte ein Sprecher.

Cuspert, der zuletzt den Namen Abu Talha al-Almani («Der Deutsche») trug, soll am Mittwoch zusammen mit 14 weiteren IS-Kämpfern in der Stadt Raranidsch (englisch: Gharanij) in der syrischen Provinz Dair as-Saur getötet worden sein, wie der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk an Aktivisten in Syrien.

Das Portal «Wafa» hatte Fotos von einer blutbefleckten Leiche verbreitet, bei der es sich um Cuspert handeln soll, und berichtete über den Lebensweg des Dschihadisten.

Deutsche Sicherheitskreise gehen - unter anderem nach der Analyse des vorliegenden Bildmaterials - davon aus, dass es sich dabei tatsächlich um Cuspert handelt. Sie betonten aber, es blieben gewisse Zweifel, da es beispielsweise keine DNA-Analyse gebe, die endgültige Sicherheit liefere. Eine offizielle Bestätigung der Todesmeldung durch die deutschen Sicherheitsbehörden gab es daher zunächst nicht. Auch ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin sagte nur, man habe die Meldung von Cusperts Tod vernommen und bemühe sich um Aufklärung.

Die von den USA geführte Militärkoalition in Syrien veröffentlichte einen Bericht, in dem sie die Luftangriffe der vergangenen Woche auflistete. Dabei schrieb sie von sechs Angriffen auf IS-Stellungen am vergangenen Mittwoch.

Nahe der ostsyrischen Stadt Abu Kamal, die in derselben Provinz liegt wie die Stadt Raranidsch, seien unter anderem zwei Logistikzentren, drei Kampfstellungen, ein Tunnel und ein vom IS gehaltenes Gebäude zerstört worden. Nähere Angaben zu möglicherweise getöteten IS-Kämpfern nannte der Bericht nicht.

Cuspert wurde bereits mehrfach totgesagt. Er war in Deutschland als Rapper «Deso Dogg» aufgetreten und wurde später als schillernde Figur in der Islamisten-Szene bekannt. Der Deutsch-Ghanaer schloss sich dem IS 2014 an. Anfang 2015 setzten die USA den Deutschen auf ihre Terroristenliste. Cuspert hatte in zahlreichen IS-Videos zu Gewalt aufgerufen und mit islamistischen Anschlägen gedroht. Er soll damit beauftragt gewesen sein, Deutsche für den IS zu rekrutieren.

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