In drei Bundesländern
Razzien und eine Verhaftung nach G20-Ausschreitungen

Vor mehr als einem Jahr wurde der G20-Gipfel in Hamburg von schweren Ausschreitungen überschattet. Nun durchsucht die Polizei Objekte in mehreren Bundesländern. Ein Mann wird verhaftet, nach weiteren mutmaßlichen Randalierern europaweit gefahndet.

Dienstag, 18.09.2018, 16:46 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.09.2018, 16:44 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.09.2018, 16:46 Uhr
Im Fokus des Einsatzes stehen Personen, die bei der «Welcome to Hell»-Demonstration in Hamburg Straftaten begangen haben sollen.
Im Fokus des Einsatzes stehen Personen, die bei der «Welcome to Hell»-Demonstration in Hamburg Straftaten begangen haben sollen. Foto: Boris Roessler

Hamburg (dpa) - Rund 14 Monate nach den schweren Krawallen rund um den G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei in drei Bundesländern 15 Objekte mutmaßlicher Gewalttäter durchsucht. Einsätze gab es in Hamburg, in Elmshorn in Schleswig-Holstein und in Dortmund.

Das teilte die Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hansestadt mit. In Hamburg-Winterhude wurde ein 35-Jähriger verhaftet, dem 19 Stein- und Flaschenwürfe auf Polizisten sowie die Plünderung zweier Supermärkte zur Last gelegt werden. Er ist nach dpa-Informationen polizeibekannt, jedoch nicht wegen politischer Straftaten.

Die Razzien unter Federführung der Hamburger Sonderkommission «Schwarzer Block» richteten sich den Angaben zufolge gegen insgesamt zwölf Beschuldigte im Alter zwischen 23 und 43 Jahren. Sie sollen während der aufgelösten «Welcome to hell»-Demonstration am 6. Juli und den Ausschreitungen im Schanzenviertel am 7. Juli 2017 Straftaten begangen haben - unter anderem schweren Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte.

Bei den Durchsuchungen sei umfangreiches Beweismaterial gefunden worden, das nun ausgewertet werde. Den Verdächtigen sei die Polizei durch Auswertung von Bild- und Videodaten sowie polizeiinterne und öffentliche Fahndungen auf die Spur gekommen.

Während des Treffens der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten im Juli 2017 war Hamburg von schweren Ausschreitungen erschüttert worden. Gipfelgegner griffen Polizisten an, setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte. Teilnehmer der Proteste warfen ihrerseits der Polizei in zahlreichen Fällen Fehlverhalten vor.

Die Polizei hatte am Dienstag im Zusammenhang mit den G20-Krawallen erstmals auch eine europaweite Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Drei Männer und eine Frau sollen an der Serie von Brandstiftungen an der Elbchaussee beteiligt gewesen sein, bei der damals ein Schaden von rund 1,5 Millionen Euro entstand. Fotos der vier Gesuchten wurden auf der Internetseite der Polizei Hamburg veröffentlicht.

Unterdessen wurden im Zusammenhang mit den Ereignissen auf der Elbchaussee die ersten Anklagen erhoben. Das bestätigte eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft der Zeitung «Die Welt». Demnach sollen sich vier Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren aus Hessen voraussichtlich ab Dezember wegen Brandstiftung, Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichts Hamburg verantworten. Laut «Welt», die sich auf die ihr vorliegende Anklage beruft, handelt es sich um deutsche Staatsbürger, einer habe zusätzlich einen türkischen Pass.

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