2. Gipfeltreffen geplant
Trump will weiteres Treffen mit Kim Jong Un

Zum Auftakt der alljährlichen UN-Generaldebatte will US-Präsident Trump vor der Vollversammlung in New York sprechen. Bei seiner Premiere im vorigen Jahr hatte er Nordkorea mit Vernichtung gedroht - diesmal schlägt er schon im Voraus versöhnliche Töne an.

Montag, 24.09.2018, 19:32 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 19:27 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 24.09.2018, 19:32 Uhr
Trafen sich im Juni zum ersten Mal in Singapur: Donald Trump (r), US-Präsident, und Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea.
Trafen sich im Juni zum ersten Mal in Singapur: Donald Trump (r), US-Präsident, und Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea. Foto: Evan Vucci

New York (dpa) - Die USA steuern mit geballter diplomatischer Macht einen zweiten Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un an.

Nach der ersten Zusammenkunft am 12. Juni in Singapur soll es möglicherweise noch in diesem Jahr einen zweiten Gipfel geben, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Er werde selbst wahrscheinlich noch in diesem Jahr nach Pjöngjang fliegen, um den Gipfel vorzubereiten. Trump hatte zuvor gesagt, er rechne mit einem Treffen mit Kim «ziemlich bald». Kim habe ihn in einem «schönen Brief» um ein zweites Treffen gebeten, «und wir werden das machen».

Er sei optimistisch, dass mit Kim und seiner Regierung Fortschritte beim Ziel der atomaren Abrüstung erzielt werden können, betonte Außenminister Pompeo. «Die fundamentalen Prinzipien bleiben dieselben.» Es gehe um die komplette, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Trotz bisher stotternder Fortschritte verteidigte Pompeo die Strategie der Regierung Trump. Jahrzehntelang sei eine Politik kleiner Schritte verfolgt worden, mit wenig Erfolg. «Wir wollen nicht, dass das amerikanische Volk in einer Situation ist, in der es von Raketen aus Nordkorea bedroht ist.»

Trump wollte sich mit Südkoreas Staatschef Moon Jae In treffen. Neben der Unterzeichnung eines gemeinsamen Freihandelsabkommens wollten beide die Ergebnisse eines Treffens Moons mit Kim in der vergangene Woche beraten. Trump sprach am Montag von «gewaltigem Fortschritt» und betonte, das Verhältnis zu Nordkorea sei «ganz anders» als noch vor einem Jahr. Damals hatte Trump Kim als «kleinen Raketenmann» betitelt. Zuvor hatte er dem nordkoreanischen Regime mit «Feuer und Wut» gedroht.

Im diplomatischen Konflikt mit dem Iran stellte die US-Regierung unterdessen klar, dass es ihr nicht um einen Regierungswechsel in der islamischen Republik gehe. Es sei nicht die politische Linie der USA, einen Regierungswechsel im Iran herbeizuführen, sagte Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton bei einer Pressekonferenz. Man erwarte aber von der Regierung in Teheran, dass sie «gewaltige Änderungen» an ihrem Verhalten vornehme. So lange dies nicht passiere, werde Trump an seiner Politik des «maximalen Drucks» festhalten. Trumps Anwalt Rudy Giuliani hatte am Wochenende erklärt, die USA würden die Regierung in Teheran «stürzen».

Bei den Vereinten Nationen hatte Trump am Montagmorgen bei einem von den USA organisierten Mini-Gipfel mehr Engagement im Kampf gegen den weltweiten Drogenmissbrauch gefordert. Er rief dazu auf, die Produktion illegaler Drogen stillzulegen und den Drogenmissbrauch zu bekämpfen. Rund 130 Länder unterschrieben eine Absichtserklärung, mit der sie dieses Ziel unterstützten. Konkrete Ziele oder Verpflichtungen enthält die Erklärung allerdings nicht.

Am Dienstag beginnt die alljährliche Generaldebatte der UN-Vollversammlung, zu der bis zum Montag darauf mehr als 140 Staats- und Regierungschefs in New York erwartet werden. Die mit Spannung erwartete Rede Trumps, seine zweite vor den UN, ist auch für Dienstag geplant. Bei seiner Premiere im vergangenen Jahr hatte der US-Präsident unter anderem Nordkorea mit Vernichtung gedroht und damit weltweit Kriegsängste geschürt. Diesmal will Trump nach Angaben seiner UN-Botschafterin Nikki Haley vor allem über «Souveränität, Großzügigkeit und Beziehungen zu Ländern mit gemeinsamen Interessen» sprechen.

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