Sitz geht an Republikaner
Wahlkrimi in Florida endet - Demokrat Nelson gibt auf

Nach den US-Kongresswahlen spielten sich in Florida turbulente Szenen ab. Lange gab es keinen Sieger bei dem wichtigen Senatsrennen in dem Bundesstaat, Stimmen mussten mehrmals nachgezählt werden. Nun können die Republikaner um Präsident Donald Trump aufatmen.

Montag, 19.11.2018, 07:28 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 19.11.2018, 07:25 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 07:28 Uhr
Am Sonntagmittag endete eine Frist, bis zu der die Bezirke Zeit hatten, Stimmen per Hand nachzuzählen.
Rick Scott geht für den US-Bundesstaat Florida in den Senat. Sein demokratischer Konkurrent Bill Nelson hat seine Niederlage eingeräumt. Foto: Monica Herndon

Tallahassee (dpa) - Nach der Zitterpartie bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Florida hat der demokratische Amtsinhaber Bill Nelson seine Niederlage gegen den Republikaner Rick Scott eingeräumt.

Scott lag am Sonntag nach einer Nachzählung rund 10 000 Stimmen vor Nelson, wie aus einer Übersicht des Wahlamtes von Florida hervorging. Der Republikaner kam demnach auf 50,05 Prozent der Stimmen, der Demokrat auf 49,93 Prozent. Mit dem Sieg Scotts wächst die Mehrheit der Konservativen um Präsident Donald Trump im US-Senat um einen Sitz.

Nelson hatte Florida seit 2001 im Senat vertreten. In einem Video warnte der ehemalige Astronaut nun vor düsteren Zeiten in der amerikanischen Politik. Nach seiner Niederlage rief er Vertreter beider Parteien dazu auf, zusammenzuarbeiten und eine Blockadepolitik im Kongress zu vermeiden. Wie die Zeitung «Miami Herald» berichtete, sollte das Ergebnis am Dienstag offiziell bestätigt werden.

Nelsons Niederlage war ein regelrechter Wahlkrimi vorausgegangen. Am Wahlabend des 6. November lieferten sich beide Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Republikaner Scott, bislang Gouverneur des Bundesstaates an der Südostküste der USA, erklärte sich schließlich um kurz vor Mitternacht zum Sieger, obwohl noch Stimmen ausgezählt wurden und der Abstand zwischen den beiden Kandidaten knapp war.

Weil der Unterschied zwischen Scott und Nelson 0,5 Prozentpunkte unterschritt, ordneten die Behörden in der vergangenen Woche eine maschinelle Neuauszählung an. Später mussten einige Stimmen per Hand nachgezählt werden. Die Frist dafür endete am Sonntagmittag.

Die Neuauszählung der Stimmen hatte zu heftigem politischen Streit geführt. Scott und Trump warfen den Demokraten Betrug vor, ohne dafür Belege zu liefern.

Nach Nelsons Niederlage rief Scott am Sonntag zu Einheit auf. Man müsse den Wahlkampf nun hinter sich lassen, erklärte er. «Wir müssen das tun, was Amerikaner immer getan haben: Zusammenkommen für das Wohl unseres Bundesstaates und unseres Landes.»

Trumps Republikaner hatten bei den Kongresswahlen ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Demokraten verloren, ihre Kontrolle im Senat aber verteidigen können. In dieser Kammer haben sie nach dem neuen Stand nun 52 der 100 Sitze sicher. Außerdem gibt es Ende des Monats noch eine Stichwahl in Mississippi.

Der Senat ist unter anderem für Personalentscheidungen verantwortlich. Wenn Trump einen Minister oder Botschafter ernennt, muss dieser vom Senat bestätigt werden.

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