Proteste auf der Grünen Woche
Mehr Schutz vor Dumpingpreisen

Berlin -

Anlässlich der Grünen Woche in Berlin sind am Wochenende die gegensätzlichen Meinungen über die Zukunft der Landwirtschaftspolitik deutlich geworden. Am Samstag forderten Tausende Klima-, Tierschützer und Landwirte ein Umsteuern der staatlichen Unterstützung und Zahlungen.

Sonntag, 19.01.2020, 19:26 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 19:34 Uhr
Agrarministerin Julia Klöckner nahm eine Protestresolution von Landwirten entgegen.
Agrarministerin Julia Klöckner nahm eine Protestresolution von Landwirten entgegen. Foto: dpa

Sie sprachen sich für eine stärkere Subventionierung von Bio-Höfen aus und warnten vor dem Handelsabkommen zwischen der EU und der Wirtschaftsvereinigung südamerikanischer Länder. Viele – auch konventionell arbeitende – Landwirte fürchten dabei eine Aufweichung der Tierwohlstandards und der Umweltauflagen durch einen massenhaften Import von Agrarprodukten zum Beispiel aus Brasilien oder Argentinien. An der Demonstration nahm auch Grünen-Chef Robert Habeck teil.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte am Samstag eine Resolution von Landwirten entgegengenommen und noch einmal bekräftigt, dass staatliche Subventionen für den Agrarsektor sowohl aus Brüssel als auch aus Berlin verändert werden müssten. Zugleich kündigte sie an, eine EU-Richtlinie in Deutschland „eins-zu-eins“ umzusetzen, die Landwirte im Verhältnis zum Handel besser vor Dumpingpreisen schützen würde. Dabei ist aber noch unklar, welche Behörde diesen besseren Schutz überwachen wird.

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