Start in eine neue Normalität
Zahlreiche Staaten weltweit lockern Corona-Auflagen

Viele Staaten gewähren ihren Bürgern allmählich wieder mehr Freiheiten im Alltags- und Wirtschaftsleben. Bleibt die Coronavirus-Pandemie trotzdem unter Kontrolle?

Samstag, 02.05.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 02.05.2020, 17:06 Uhr
In Texas dürfen Restaurants, Kinos und Einzelhändler in begrenztem Umfang wieder öffnen.
In Texas dürfen Restaurants, Kinos und Einzelhändler in begrenztem Umfang wieder öffnen. Foto: Tony Gutierrez

Wien/Madrid (dpa) - Nach wochenlangem Stillstand wegen der Corona-Pandemie rücken einige Staaten vorsichtig von ihren strengen Beschränkungen ab. Mehr Freiheiten gibt es etwa beim Einkaufen, beim Sport oder beim Maskentragen. Einige Beispiele:

ÖSTERREICH: Baumärkte, Gartencenter und kleine Geschäfte durften schon vor gut zwei Wochen wieder öffnen, nun folgen große Einzelhändler und Einkaufszentren. Damit haben alle Geschäfte und fast alle Dienstleister wie Friseure wieder geöffnet. Am 15. Mai folgen dann die Restaurants, Ende Mai die Hotels. Doch die Hygieneregeln gelten weiter, wie ein Mindestabstand von einem Meter und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sowie öffentlichen Verkehrsmitteln. In Österreich sind derzeit nur noch knapp 1800 Menschen an Covid-19 erkrankt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen bewegt sich im zweistelligen Bereich.

SPANIEN: Die strenge Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde nach knapp sieben Wochen erstmals für Freizeitaktivitäten gelockert. Die Bürger des von der Krise besonders schwer betroffenen Landes durften am Samstag aus dem Haus, um spazieren zu gehen oder im Freien etwas Sport zu treiben. Strandpromenaden wie das Paseo Marítimo in Barcelona füllten sich schon am frühen Morgen mit Radfahrern, Joggern und Spaziergängern. In Madrid sah man vor allem auf den Avenues wie der Gran Vía oder dem Paseo de la Castellana sehr viele Menschen. Ministerpräsident Pedro Sánchez mahnte aber zugleich zur Vorsicht. «Das Virus ist immer noch da», schrieb er auf Twitter.

ESTLAND: Auch in dem baltischen EU-Land ist seit Samstag wieder Sport im Freien erlaubt. Nach mehrwöchiger Schließung durften Außensportanlagen unter strenger Auflage wieder öffnen. Gleiches gilt für Spielplätze, Freilichtmuseen und Ausstellungen im Freien. Die Hauptstadt Tallinn verzichtete zunächst darauf, öffentliche Anlagen mit Sport- und Fitnessgeräten zu öffnen. Erlaubt sind Gruppen von bis zu zehn Personen. Weiterhin gilt aber die sogenannte 2 + 2-Regel, wonach nicht mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen und sie einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen einhalten müssen.

SLOWAKEI: Tausende im Ausland arbeitende slowakische Alten- und Krankenpfleger müssen nach dem Grenzübertritt nicht mehr wie bisher für 14 Tage in eine staatliche Quarantäne-Einrichtung, sondern können direkt zu ihren Familien fahren, wie die staatliche Gesundheitsbehörde mitteilte. Dafür müssen sie allerdings einen negativen Test auf das Coronavirus nachweisen. Die meisten der zumeist weiblichen Altenbetreuungskräfte arbeiten in einem Rhythmus, der vorsieht, dass sie nach 14 Tagen Arbeit im Ausland für 14 Tage nach Hause fahren.

BULGARIEN: In Bulgarien ist das Tragen einer Schutzmaske draußen nicht mehr obligatorisch. Die Menschen können sich nun im Freien, in Parkanlagen, auf Straßen und an Bushaltestellen ohne Mund-Nase-Schutz aufhalten. Die Maskenpflicht gilt aber bis zum 13. Mai weiter in Bussen und Bahnen, Läden und Kirchen. Dann soll auch ein zweimonatiger Ausnahmezustand enden.

ISRAEL: Von diesem Sonntag an öffnen die Schulen wieder schrittweise. Zunächst sollen nach Angaben der Regierung die Grundschulen die ersten bis dritten Klassen vor Ort unterrichten sowie die weiterführenden Schulen die beiden höchsten Klassenstufen. Kindergärten und Kitas sollten sich auf eine geplante Öffnung vom 10. Mai an vorbereiten. Die restlichen Klassenstufen sollen spätestens vom 1. Juni an wieder in den Schulen unterrichtet werden. In Israel beginnt die Arbeitswoche sonntags.

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