Umstrittenens Gasprojekt
Frankreich befürwortet Stopp von Nord Stream 2

Als Reaktion auf das Vorgehen russischer Sicherheitskräfte gegen Anhänger des Kremlkritikers Nawalny am Wochenende, beführwortete Paris den Stopp des Gasprojekts Nord Stream 2. Die Bundesregierung hält bislang an der Ferngasleitung fest.

Montag, 01.02.2021, 12:57 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 13:00 Uhr
Auf der Ostsee liegt das russische Verlegeschiff "Fortuna" auf Reede vor dem Seehafen Rostock.
Auf der Ostsee liegt das russische Verlegeschiff "Fortuna" auf Reede vor dem Seehafen Rostock. Foto: Bernd Wüstneck

Paris (dpa) - Vor dem Hintergrund der Inhaftierung des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny und des Vorgehens gegen seine Anhänger befürwortet Frankreich den Stopp des Gasprojekts Nord Stream 2.

Frankreichs Europastaatssekretär Clément Beaune sagte am Montag im Sender France Inter auf die Frage, ob er dafür sei, Nord Stream 2 aufzugeben: «In der Tat, wir haben das bereits gesagt.»

Beaune sagte, man habe bereits Sanktionen verhängt, aber das reiche nicht. In Bezug auf weitere mögliche Konsequenzen fügte er hinzu, die Ostsee-Pipeline sei eine Option, die man in Betracht ziehen müsse. «Wir haben immer gesagt, dass wir in diesem Kontext die größten Zweifel an diesem Projekt haben.» Beaune stellte allerdings klar: «Das ist heute eine deutsche Entscheidung.»

Neben Frankreich lehnen weitere EU-Staaten das Erdgasprojekt ab. Das Europaparlament hatte sich unlängst für einen sofortigen Stopp von Nord Stream 2 ausgesprochen. Die Bundesregierung hält hingegen an der Ferngasleitung fest.

Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom als Hauptinvestor von Nord Stream 2 sind 94 Prozent der Leitung bereits fertiggestellt. Sie besteht aus zwei Strängen mit einer Länge von jeweils rund 1230 Kilometern und soll pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland befördern können.

© dpa-infocom, dpa:210201-99-253911/2

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