Kleiner Rangierkönig
Kia Picanto überzeugt auch mit LPG-Antrieb

Der Kia Picanto ist als Kleinwagen neu nicht allzu teuer. Aber auch gebraucht lohnt er sich. Viele technische Extras und die kompakte Form sind klare Stärken.

Dienstag, 25.06.2019, 05:09 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 05:12 Uhr
Ein Kia Picanto rollt hier als Fünftürer der zweiten Generation durch die Sonne.
Ein Kia Picanto rollt hier als Fünftürer der zweiten Generation durch die Sonne. Foto: Kia

Berlin (dpa/tmn) – Der südkoreanische Kia Picanto rollt mittlerweile in dritter Generation auf der Straße. Der Kleinwagen zählt zu Startpreisen von unter 10.000 Euro zu den billigsten Autos am Markt. Da muss man nicht unbedingt gebraucht kaufen, mag man meinen.

Wer aber auch während der Fahrt im Autogasbetrieb Treibstoffkosten sparen will, muss zum Vorgänger greifen – denn den gab es noch als LPG-Version. Und auch ansonsten ist der ältere kein schlechtes Auto.

Modellhistorie: Der zweite Picanto (Typ TA) kam, gegenüber dem Vorläufer leicht gestreckt, 2011 in den Handel. 2015 gab es eine Modellüberarbeitung, auch mit Extras wie 7-Zoll-Navi oder Tempomat sowie die Euro6-Norm für den Ottomotor. 2017 kam Nummer drei.

Abmessungen: 3,60 m x 1,60 m x 1,48 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 200 l bis 870 l (LPG-Version: 151 l bis 821 l).

Karosserievarianten: Schrägheckmodell als Drei- und Fünftürer.

Stärken: Der Picanto ist dank seines Formats ein kleiner Rangierkönig, Wendekreis 9,6 Meter. Als erster Kleinwagen war für ihn ein Knieairbag lieferbar; auch sonst viele technische Extras wie schlüsselloser Zugang, anklappbare Spiegel. Mit der LPG-Version sind Tankstopps seltener nötig; die kombinierte Gesamtreichweite von Benzin- und Autogas-Betrieb liegt bei 1000 Kilometern. Das Fahrwerk gilt laut «Auto Bild Tüv Report 2019» als solide, was vor allem die Lenkung betrifft. Mindestens bis zur ersten Hauptuntersuchung (HU) machen auch die Bremsbauteile keinerlei Probleme. Zum zweiten Termin ebenfalls vorbildlich: die Auspuffanlage.

Schwächen: Das Fahrwerk ist zu straff abgestimmt, 2013 gab es einen Rückruf wegen rostender Bremssättel an der Hinterachse, 2018 eine weitere Aktion, weil es im Bereich des Kraftstoffeinfüllstutzens zu undichten Stellen kommen konnte. Schon bei der ersten HU: schwächelnde Lichtanlage und Handbremsen, häufiger Ölverlust.

Pannenverhalten: Der ADAC schreibt mit Blick auf seine Pannenstatistik: «Der Picanto erreicht Werte im guten Mittelfeld.» Für eine Quote von sechs Pannen auf 1000 Picanto sorgen vor allem defekte Batterien der Baujahre 2012 bis 2014 sowie 2016 und streikende Zündkerzen (2012 bis 2014).

Motoren: Benziner (Drei- und Vierzylinder mit Frontantrieb): 49 kW/66 PS bis 63 kW/85 PS; LPG/Benzin-Version (Dreizylinder): 49 kW/67 PS bis 60 kW/82 PS.

Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):— Picanto 1.0 (2014); 51 kW/69 PS (Dreizylinder); 60.000 Kilometer; 4600 Euro.— Picanto 1.2 (2012); 63 kW/85 PS (Vierzylinder); 81.000 Kilometer; 4975 Euro.— Picanto 1.0 LPG (2017); 49 kW/67 PS (Dreizylinder); 26.000 Kilometer; 7800 Euro.

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