Auto der Zukunft
Wie weit ist das autonome Fahren?

Die Vorstellung von autonom fahrenden Autos, Bussen und Taxis fasziniert viele Menschen. Bei Testfahrten ist der Fahrer schon Passagier. Bis wir uns im Auto entspannt zurücklehnen können, wird es aber noch dauern.

Mittwoch, 08.01.2020, 15:28 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 15:32 Uhr
Autonom fahrende Fahrzeuge sind in Deutschland derzeit noch in der Testphase.
Autonom fahrende Fahrzeuge sind in Deutschland derzeit noch in der Testphase. Foto: Hauke-Christian Dittrich

Braunschweig (dpa) - Die Autos der Zukunft sollen nicht nur sauberersein, sondern möglichst auch sicherer und effizienter. Dabei spieltautomatisiertes und vernetztes Fahren eine wesentliche Rolle. Das istzwar längst keine Utopie mehr. Dass uns autonome Autos, Busse undTaxis chauffieren, ist aber noch weit entfernt.

Wie weit ist das autonome Fahren?

Es gibt Erfolge bei Forschung und Entwicklung. Selbstfahrende Autosmit Technik von Bosch und Daimler sind bereits testweise in den USAunterwegs. Die beiden Unternehmen erproben dort seit Ende desvergangenen Jahres einen Mitfahrservice. Toyota hat geradeangekündigt, eine experimentelle Stadt der Zukunft in Japan bauen zuwollen, um Technologien wie das autonome Fahren verstärkt in realenUmgebungen zu testen. Der ADAC erwartet aber, dass es erst nach 2040in größerer Zahl Autos angeboten werden, die völlig autonom von Türzu Tür kommen, also auch auf Landstraßen keinen Fahrer mehrbenötigen.

Wo steht die Entwicklung?

Vieles dreht sich derzeit um die Vorstufen zum autonomen Fahren.Dabei werden die Level oft in der Reihenfolge assistiertes,teilautomatisiertes, hoch automatisiertes und voll automatisiertesFahren beschrieben. In den ersten beiden Stufen beherrscht der Fahrersein Auto ständig, erst beim dritten Level darf er sich vorübergehendvon Fahraufgabe und Verkehr abwenden. Erst auf der nächsten Stufekann der Fahrer die Fahrzeugführung komplett abgeben und wird zumPassagier. Laut ADAC sind assistierte Fahrfunktionen derzeit derStand der Technik. Das automatisierte Fahren werde sich nur langsamdurchsetzen.

Was passiert auf Teststrecken?

In Deutschland gibt es bereits mehrere Testfelder für vernetzte undautomatisierte Fahrzeuge. Entsprechende Systeme werden etwa auf demDigitalen Testfeld Autobahn A9 in Bayern erforscht und entwickelt. InHamburg sieht ein Teststrecken-Projekt vor, Ampeln und eine Brücke soauszustatten, dass sie Informationen an Fahrzeuge senden können. ImBerliner Stadtverkehr wurde eine 3,6 Kilometer lange Strecke zwischenBrandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz mit Technik ausgerüstet.Dort sollen künftig auch Testwagen unterwegs sein, die von Computerngefahren werden und in denen ein Mensch nur noch zur Kontrolle sitzt.In Niedersachsen entsteht derzeit ein Testfeld, auf demautomatisierte und vernetzte Fahrzeuge erprobt, sowie Fahrverhaltenund Verkehrsfluss erfasst und analysiert werden sollen.

Welche Probleme gibt es?

Vor allem rechtliche Aspekte sind zu klären. So fordert etwa derADAC, dass die Systeme mindestens so sicher sein müssen wie einDurchschnittsfahrer. Debatten unter Autoversicherern und Ethikern,die Entscheidungen bei Unfällen analysieren, haben aber gerade erstbegonnen. Dazu kommt etwa der Unterschied zwischen Stadt und Land. Sowurde ein Modellprojekt, das gerade in Osnabrück getestet wird, inMecklenburg-Vorpommern vorerst gestoppt, weil die Technik auf demLand nicht funktioniert. In Osnabrück testen die Stadtwerke einenkleinen autonom fahrenden Bus namens Hubi, der auf öffentlichenStraßen mit Fahrgästen unterwegs ist. Das Fahrzeug verwendet eineSensorik, die an den Straßenrändern Gebäude «zum Abtasten» braucht.Damit sei diese Technik nur innerorts in Städten und Dörfernverwendbar, hieß es zur Begründung des Abbruchs inMecklenburg-Vorpommern.

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