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Wirklich schon Zeit für Winterreifen? - Auswirkungen der Klimaerwärmung

Der Klimawandel macht sich überall auf der Welt bemerkbar. Auch in Deutschland ist es auffällig, dass in den Wintermonaten nur wenig Schnee fällt und es relativ mild ist. Viele Autofahrer fragen sich daher, ob es überhaupt noch Sinn macht, die Winterreifen auf das Auto aufzuziehen. An der gesetzlichen Lage hat sich zu diesem Thema nichts geändert.

Freitag, 24.01.2020, 14:09 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 14:15 Uhr
Auto: Wirklich schon Zeit für Winterreifen? - Auswirkungen der Klimaerwärmung
Foto: pixabay.com / manfredrichter

Der Winterreifen hat bei niedrigeren Temperaturen viele Vorteile

Der Sommerreifen weist zum Winterreifen viele verschiedene Unterschiede auf. Der erste Unterschied ist die viel weichere Gummimischung des Winterreifens. Dadurch, dass das Profil weicher ist, kommt der Reifen schneller auf Betriebstemperatur. Des Weiteren hat der Winterreifen ein viel gröberes Profil als ein Sommerreifen. Die Lauffläche der Reifen ist mit mehreren Profilrillen auf den Profilblöcken ausgestattet. Zusätzlich befinden sich auf der gesamten Lauffläche zickzackförmige Einschnitte, die als Lamellen bezeichnet werden. Durch das Zusammenspiel der weichen Gummimischung und dem speziellen Profil haben die Winterreifen eine verbesserte Haftung auf der kalten Straße. Dies wirkt sich vor allem auf den Bremsweg aus. Auch in Kurven haben die Reifen von Pkwteile bei niedrigeren Temperaturen eine bessere Haftung.

Die Fahrt ohne Winterreifen kann teuer werden

Die Experten raten nach wie vor, dass Autofahrer ihre Winterreifen von Oktober bis Ostern aufziehen. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht dafür in Deutschland allerdings nicht. Dies bedeutet, dass Autofahrer theoretisch auch im Dezember mit Sommerreifen unterwegs sein können. Kommt es allerdings zu einer Behinderung oder sogar zu einem Unfall, wird es für den Fahrer teuer. Ist ein Autofahrer bei Eis, Schnee oder Glätte mit Sommerreifen unterwegs kostet dies 60 Euro. Bei einer Behinderung des Straßenverkehrs werden 80 Euro fällig. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer kostet dies 100 Euro. Verursacht ein Kraftfahrer bei Eis, Schnee oder Glätte einen Unfall mit Sommerreifen kostet dies ein Bußgeld von 120 Euro. Für alle Vergehen wird übrigens zusätzlich ein Punkt in Flensburg vermerkt. Da sich die Wetterverhältnisse besonders im Winter schnell ändern können, ist die Fahrt mit Sommerreifen zu dieser Jahreszeit immer ein Risiko. Autofahrer, die Ihr Auto im Winter auf Sommerreifen parken und nicht bewegen, erhalten keine Strafe. 

Mit Sommerreifen im Winter kann auch der Versicherungsschutz verloren gehen

Auch wenn sich das Klima verändert hat, kommt es in unseren Breitengraden immer noch zu Schnee, Eis- oder Reifglätte auf den Straßen. Besonders in den frühen Morgenstunden oder abends ist die Gefahr von glatten Fahrbahnen sehr hoch. Autofahrer, die bei diesen Straßenverhältnissen einen Unfall mit Sommerreifen haben, können sogar den Versicherungsschutz verlieren. Die Versicherungsgesellschaften werten die Fahrt mit Sommerreifen im Winter oftmals als fahrlässiges Verhalten. Dadurch ist es möglich, dass Schäden nur teilweise oder überhaupt nicht übernommen werden. Zur Absicherung haben Autofahrer die Möglichkeit, sich im Vorfeld bei der Versicherung zu informieren. Auch ein Fachanwalt für Verkehrsrecht kann zu diesem Thema eine klare Auskunft geben .

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