Mobilität
Kultobjekt Mofa: Was macht die Zweiräder so beliebt?

Die Geschichte des Mofas ist noch gar nicht so alt. Erst 1929 tauchten die ersten in Form von Mofa-ähnlichen Zweirädern auf. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise bauten Fahrradbesitzer einen Hilfsmotor an ihren Drahtesel.

Dienstag, 23.02.2021, 08:32 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 08:37 Uhr
Mobilität: Kultobjekt Mofa: Was macht die Zweiräder so beliebt?
Foto: Photo by Tim Meyer | @timm.jpeg on Unsplash

In Westdeutschland wurde das Mofa 1955 eine eigene Fahrzeugkategorie. Bis in die 1980er-Jahre erlebten die Zweiräder einen regelrechten Boom unter jungen Leuten. Für viele war es das erste eigene motorisierte Fahrzeug.

Möglich machte den Erfolg die Führerscheinfreiheit. Außerdem durften das bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnelle Gefährt nur Personen ab einem Lebensalter von 15 Jahren fahren. Viele Ältere haben romantische Erinnerungen an ihr Mofa, beispielsweise, wie sie mit der Angebeteten an den See düsten.

Heute gibt es eine Renaissance der Mofas. Auch E-Bikes gehören in die Fahrzeugklasse "Mofa", wenn sie Geschwindigkeiten bis 25 Kilometer pro Stunde erreichen. Schaffen sie nur 20, gehören sie zu den Leichtmofas.

Die Schweizer lieben ihre Töfflis

In der Schweiz wurden die ersten Mofas 1961 von Amsler & Co gebaut. Die Marke Pony Motos wurde schnell Kult und wird bis heute gebaut. In Feuerthalen, im Kanton Zürich , wird die Tradition hochgehalten. Sie erfreut sich nach einigen Jahren des Dornröschenschlafs wieder größerer Beliebtheit.

Auch in der Eidgenossenschaft war der Siegeszug der Mofas mit der Führerscheinfreiheit verbunden. Die in der Schweiz liebevoll "Töfflis" genannten Gefährte dürfen ab einem Alter von 14 Jahren bewegt werden. Seit 1977 gibt es in der Schweiz eine Führerscheinpflicht.
Auch in der Eidgenossenschaft wurden Mofas uncool, als eine Helmpflicht eingeführt wurde. So richtig ließ die Begeisterung für die kleinen Zweiräder aber nicht nach. Und so knattern die kleinen Vehikel immer noch durch die Städte.

Bei vielen Besitzern spielt die Nostalgie eine wichtige Rolle . Die neuen Besitzer sind in der Regel zwischen 30 und 60 Jahre alt. Diese Liebe zu den Töfflis springt inzwischen auch wieder auf die Jugend über.

Viele schrauben gern selbst an ihren Fahrzeugen. Ersatzteile und Möglichkeiten, das Zweirad ein wenig aufzumotzen, finden die Enthusiasten bei Ersatzteilhändlern wie www.mofakult.ch/pony-cilo-beta . Hier gibt es auch Teile von historischen Fahrzeugen.
Wer also noch ein altes Mofa aus der Schweiz in der Garage hat, kann es zu neuem Leben erwecken. Vielleicht kommt das Gefühl von Freiheit und die schönen damit verbundenen Erinnerungen zurück. Mofas aus der Eidgenossenschaft sind übrigens nicht teuer, sodass von einem Eigenbau abgeraten werden kann.

Behutsame Neuerungen

In der Schweiz überlebte von den Mofa-Marken nur die Pony. Dabei honorieren die Kunden, dass sich das Design über die Jahrzehnte kaum verändert hat. Es gibt nur wenige behutsame Facelifts.
So werden auf Wunsch der Kunden inzwischen Töfflis mit Blinker und Elektrostarter ausgeliefert. Die Nachfrage scheint weiter groß zu sein. Besonders auf dem Land lassen sich so längere Schulwege bequem überwinden.

Die Pony ist ein europäisches Produkt. Nachdem der ursprüngliche Sachs-Motor nicht mehr produziert wurde, kommt das neue Aggregat aus Italien. Der Beta-Motor ist ein wahres Arbeitstier, das sogar einen Anhänger den Berg hochziehen kann. Die Kunden schätzen, dass die Teile des Mofas ausschließlich aus Europa und nicht aus Asien stammen.

Wer lieber mit einem historischen Mofa nostalgische Momente aufkommen lassen will, findet im Internet zahlreiche Angebote. Die Restaurierung der Maschinen ist vielfach noch möglich, weil es ein großes Sortiment an Ersatzteilen gibt. Die einfache Technik, an die der Besitzer selbst Hand anlegen kann, ist ein Grund für den Erfolg der Töfflis.

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