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Reifen günstig kaufen - Was Sie beim Reifenkauf beachten müssen

Die besten Bremsen nützen ohne hochwertige Reifen wenig. Stimmt die Qualität der Gummis nicht oder sind diese abgefahren, steigen Unfallgefahr und Spritverbrauch enorm. Dabei ist es gar nicht so schwer, hochwertige Reifen günstig zu kaufen. Erfahren Sie, wann Sie neue Reifen brauchen und worauf Sie beim Reifenkauf wirklich achten müssen.

Dienstag, 04.05.2021, 08:27 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 08:42 Uhr
Auto: Reifen günstig kaufen - Was Sie beim Reifenkauf beachten müssen
Foto: Photo by Daniel Morton on Unsplash

Alter, Abnutzung, Schäden - Wann brauche ich neue Reifen?

Das ist die Kardinalfrage, die sich alle Autofahrer stellen. Grundsätzlich ist der Reifentausch in drei Fällen. Am häufigsten ist die Abnutzung der entscheidende Faktor. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor. Bis zu diesem enormen Abnutzungsgrad sollte jedoch niemand warten, da Leistung und Fahrsicherheit schon deutlich früher enorm abnehmen.

Bei Sommerreifen sollten Sie schon ab einer Profiltiefe von 2,5 mm neue Reifen beschaffen. Bei Winterreifen gilt eine Empfehlung von 4 mm. Messen Sie dazu die Profiltiefe in der Mitte der Lauffläche mit einem Profiltiefenmesser. Das zweite entscheidende Austauschkriterium ist das Reifenalter. Unabhängig davon, ob ein Reifen gefahren wird oder nicht, altert das Material. Sommerreifen dürfen nicht älter als acht und Winterreifen nicht älter als sechs Jahre sein.

Das Alter eines Reifens erkennen Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Die letzten vier Ziffern geben Kalenderwoche und Jahr der Produktion an. Die Zahl 1321 steht etwa für die 13. Kalenderwoche 2021. Das Dritte Austauschkriterium sind Reifenschäden. Beulen an der Flanke weisen auf eine strukturelle Beschädigung hin und sind ein Austauschkriterium. Das gleiche gilt für einen im Reifen steckenden Fremdkörper.

Achtung: Besondere Vorsicht bei Gebrauchtreifen

Wer Reifen günstig kaufen möchte, greift häufig zu Gebrauchten. Tatsächlich lässt sich hier eine Menge Geld sparen. Achten Sie hier jedoch besonders auf das Reifenalter, die Mindestprofiltiefe und Beschädigungen durch Risse, Fremdkörper und Ausbeulungen.

Saisonaler Wechsel oder Ganzjahresreifen?

Muss ein neuer Satz Reifen her, lautet die wichtigste Entscheidung: Setze ich auf den saisonalen Reifenwechseln mit Sommer- und Winterreifen oder fahre ich Ganzjahresreifen? Immerhin spart der Umstieg auf Ganzjahresreifen den Aufwand für das Wechseln und die Kosten für das Einlagern. Grundsätzlich sind Allwetterreifen in den vergangenen Jahren immer besser geworden. In schneereichen Regionen kann aber auf qualitativ hochwertige Winterreifen natürlich nicht verzichtet werden. Um hier für die kalte Jahresszeit gerüstet zu sein empfiehlt es sich rechtzeitig vorzusorgen. Diese erhält man beim Fachhändler vor Ort oder Online, z.B. kann man  Winterreifen bei reifenleader.de kaufen .

Gerade in Regionen ohne Extremwetter und viel Schnee, kann der Ganzjahresreifen dagegen eine gute Alternative sein. Das gilt insbesondere für Wenigfahrer (unter 10.000 km), die insbesondere im Stadtverkehr unterwegs sind. In allen anderen Fällen ist der klassische Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen in Sachen Fahrsicherheit, Haltbarkeit und Komfort die bessere Option.

Die richtige Reifengröße wählen

Nicht alle Reifen, die schön aussehen, passen zu Ihrem Fahrzeug. Und nicht alles, was passt, dürfen Sie auch montieren. Welche Reifen bzw. Reifengrößen für Ihr Fahrzeug freigegeben sind, können Sie den Zeilen 15.1 und 15.2 der Zulassungsbescheinigung Teil 1 entnehmen. Im sogenannten "Certification of Conformity" CoC, das Sie beim Fahrzeugkauf ebenfalls erhalten, finden Sie weitere zugelassene Reifengrößen für Ihr Fahrzeug. Eine typische Größenbezeichnung wie "235/35 R 18 91 H" lesen Sie wie folgt:

- 235: Reifenbreite in Millimeter
- 45: Verhältnis von Höhe und Breite des Reifenquerschnitts
- R: Reifenbauart radial
- 18: Felgendurchmesser in Zoll
- 91: Reifenbelastbarkeit (in diesem Fall 615 kg)
- H: Symbol für die Höchstgeschwindigkeit (H steht für 210 km/h)

Insbesondere beim Kauf von Winterreifen sind schmalere Reifen breiteren Reifen überlegen. Da mehr Gewicht auf einer geringeren Fläche des Reifens aufliegt, ist der Grip bei Schnee und Eis besser als mit breiten Pneus. Breitere Reifen spielen ihre bessere Haftung dagegen auf trockener Fahrbahn aus, leiden aber unter einer erhöhten Anfälligkeit für Aquaplaning.

Achten Sie auf das EU-Reifenlabel

Das seit 2012 gebräuchliche EU-Reifenlabel funktioniert ähnlich wie das Energiesparlabel auf Elektrogeräten. Dieses Label ermöglicht es Käufern, gleich auf einen Blick die Eigenschaften verschiedener Modelle einzuschätzen.

Angegeben werden Rollwiderstand, Nassbremseigenschaften und Außenfahrgeräusche. Die Bewertung erfolgt wie bei den bekannten Energie anhand einer Buchstabenskala von A bis G bzw. A bis F bei der Nasshaftung. Bei der Nasshaftung beträgt der Unterschied des Bremswegs zwischen Klasse A und Klasse F bis zu 30 Prozent.

Kein falscher Geiz bei Reifen

Sparen Sie niemals am Reifen. Zu diesem Ergebnis kommen auch unabhängige Tests der großen Automobilclubs. Insbesondere Billigreifen aus Fernost weisen in Sicherheitstests immer wieder erschreckende Schwächen auf, die auf der Straße dramatische Folgen haben können. Setzen Sie stattdessen auf bekannte Marken, deren Reifen den hohen Sicherheitskriterien von TÜV, Dekra und Automobilclubs entsprechen. Dabei muss ein Markenreifen nicht teuer sein. Schon ein einfacher Preisvergleich im Internet sowie im lokalen Reifenhandel, fördert attraktive Ergebnisse zutage.

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