Fahrerloses Fahren
CES: Künstliche Intelligenz für Autos auf Technik-Messe

Die Software, die autonomes Fahren möglich macht, soll sich auch nützlich machen, wenn ein Mensch am Steuer sitzt. Nach neuen Konzepten auf der Technik-Messe CES sollen digitale Assistenten mit künstlicher Intelligenz den Fahrer als Co-Pilot unterstützen.

Donnerstag, 05.01.2017, 16:13 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 05.01.2017, 14:41 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 05.01.2017, 16:13 Uhr
Fahrerloses Fahren : CES: Künstliche Intelligenz für Autos auf Technik-Messe
Foto: Andrej Sokolow

Las Vegas (dpa) - Künstliche Intelligenz soll das Autofahren sicherer machen. Hersteller arbeiten sehr konkret an selbstlernenden Computern für das Cockpit, die zusätzlich menschliche Fahrer unterstützen sollen.

So entwickelt Audi gemeinsam mit der Computer-Firma Nvidia ein selbstfahrendes Auto mit künstlicher Intelligenz. Das Fahrzeug solle zum Jahr 2020 auf die Straße kommen, sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang am Mittwoch (Ortszeit) auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. Wenige Stunden zuvor zeigte Toyota den Prototyp eines selbstfahrenden Autos mit künstlicher Intelligenz an Bord, mit dem die Insassen vor allem über einen digitalen Assistenten per Sprache kommunizieren können.

Der Auto-Computer von Nvidia soll zum einen für das autonome Fahren sorgen. Während der Mensch lenkt, tritt die Software als eine Art Co-Pilot auf und warnt vor potenziellen Gefahren im Verkehr - wenn zum Beispiel ein Radfahrer auf der Fahrbahn schlecht sichtbar ist oder sich ein anderes Fahrzeug im toten Winkel befindet. Huang zeigte, wie die Software mit Hilfe einer Kamera im Cockpit nicht nur das Gesicht und die aktuelle Blickrichtung des Fahrers erkennen, sondern auch Sprachbefehle direkt an den Lippenbewegungen ablesen kann. Die deutschen Zulieferer Bosch und ZF werden den Computer mit dem Codenamen «Xavier» produzieren.

Highlights der Technikmesse CES 2017

1/28
  • Der Klebezettel-Drucker der Firma Nemonic kann Etiketten drucken, die via Smartphone gestaltet werden. Vorgestellt wird er in diesen Tagen in Las Vegas (USA) während der Technik-Messe CES. 

    Foto: dpa
  • Die Hörhilfe ReSound ENZO 2 lässt sich mit dem iPhone verbinden.

    Foto: dpa
  • Der Franzose Pierre Francois Tisso trägt auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas eine Airbag-Weste der Firma In & Motion. Der tragbare Airbag soll Skifahrer und Snowboarder bei Unfällen schützen.

    Foto: dpa
  • Der «Immotor» ist ein batteriebetriebenes, faltbares Fahrzeug.

    Foto: dpa
  • Die «Hair Coach» erkennt mit Sensoren Schäden am Haar und gibt dann mittels Handy-App Empfehlung zur Haarpflege. 

    Foto: dpa
  • Die Smartwatch Matrix Powerwatch wird mit der Körperwärme des Trägers betrieben. 

    Foto: dpa
  • Moderne Mobilprozessoren wie der Snapdragon 835 sind nicht einmal so groß wie ein Penny, beherbergen aber trotzdem eine Fülle an Modems, Modulen und Funtkionen. 

    Foto: dpa
  • Der «Bloomlife»-Wehensensor erkennt und zählt automatisch Wehen bei schwangeren Frauen. 

    Foto: dpa
  • Die Unterwasserdrohne PowerRay der Firma Powervision kann mit VR-Brillen gesteuert werden. 

    Foto: dpa
  • Das elektronisches Tattoo des Herstellers Rotex ist eine sehr dünne Folie, die die Fläche einer Kreditkarte hat. Sie misst biometrische Daten wie die Körpertemperatur. 

    Foto: dpa
  • Dieses Tag- und Nacht-Licht für Motorradfahrer kann automatisierte Textnachrichten versenden, wenn der Träger bei einem Unfall zu Boden geht, und so Hilfe rufen. 

    Foto: dpa
  • Die Hover Camera Passport Drohne erkennt Gesichter und kann den Benutzer automatisch verfolgen und Videos aufzeichnen. 

    Foto: dpa
  • »Virtual realty controller» der Firma Hypersuit.

    Foto: dpa
  • Tragbarer Lufreiniger der Firma Wair Active

    Foto: dpa
  • Der Hersteller Neofect stellt in Las Vegas das «Rapael Smart Board» vor. Das Gerät soll Reha-Patienten mittels Computerspielen helfen, Bewegungen des Armes wieder zu erlernen.

    Foto: dpa
  • Die Kühlschrank-Kamera «FridgeCam» macht bei jeder Kühlschranknutzung ein Bild und kann mit einer Software erkennen, wenn die Lebensmittel ihr Haltbarkeitsdatum erreichen.

    Foto: dpa
  • Eine sphärische 360-Grad Kamera der Firma PTU.

    Foto: dpa
  • intelligentes Hundehalsband der Firma Link AKC.

    Foto: dpa
  • Mit dem Babyfon «Memoo» können Eltern ihre Kinder über ein Mobiltelefon akustisch überwachen und ihnen Sprachmitteilungen senden.

    Foto: dpa
  • Die intelligente Zahnbürste Ara der Firma Kolibree: Ein Sensor in der Zahnbürste zeichnet das Putzverhalten auf und gibt via App Tipps zum besseren Zähneputzen. 

    Foto: dpa
  • Der «Bonjour», ein Sprachgesteuerter Wecker, ist darauf ausgelegt, sich der Stimmung und Persönlichkeit des Nutzers anzupassen. 

    Foto: dpa
  • Das muss auch mal sein: Ein Messebesucher ruht sich auf einer Bank aus.

    Foto: dpa
  • Die Hover Camera Passport Drohne erkennt Gesichter und kann den Benutzer automatisch verfolgen und Videos aufzeichnen. 

    Foto: dpa
  • Der «Olly», ein persönlicher Assistent, ist darauf ausgelegt sich der Stimmung und Persönlichkeit des Nutzers anzupassen.

    Foto: dpa
  • Ein Hund trägt das intelligente Hundehalsband «Smart Dog Collar» der Firma Jagger & Lewis. 

    Foto: dpa
  • Chad Kresser demonstriert den Prototyp einer VR-Brille. Das Gerät soll die Kopfbewegungen mittels eingebauter Kameras erkennen können. 

    Foto: dpa
  • Mit der Kühlschrank-Kamera "FridgeCam" des Herstellers Smarter kann man über ein Mobiltelefon den Inhalt und die Temperatur eines Kühlschranks überwachen. 

    Foto: dpa
  • Ein Mann fotografiert in Las Vegas (USA) während der Technik-Messe CES das in einem Eisblock eingeschlossene Logo der Messe. 

    Foto: dpa

Die Audi-Mutter Volkswagen wählte Nvidia zudem als strategischen Partner für ihr neues Zukunfts-Zentrum im Silicon Valley aus. Die Markteinführung des Cockpits mit künstlicher Intelligenz sei für die kommenden Jahre geplant, gab der Autokonzern am Donnerstag bekannt.

Es ist nicht die erste Allianz eines deutschen Autobauers mit einem Unternehmen aus der Computer-Branche: BMW arbeitet bei der Entwicklung seiner Roboterwagen mit dem Chip-Riesen Intel zusammen.

Toyota zeigte den Prototyp «Concept-i», bei dem die Interaktion mit dem digitalen Assistenten «Yui» zu großen Teilen die Bedienung mit Knöpfen und Touchscreens ersetzen soll. Die Insassen sollen sich einfach mit der Software unterhalten, erklärte der japanische Autoriese. Zudem soll der Assistent auch selbst die Bedürfnisse der Menschen erkennen und sogar voraussehen können. Visuell wird «Yui» durch einen pulsierenden Kreis in der Mittelkonsole repräsentiert.

Der amerikanische Spezialist für Spracherkennung Nuance setzt einige dieser Ideen schon jetzt um. Die Firma stellte auf der CES am Donnerstag eine neue Version ihrer Software fürs Auto vor, die jetzt auch einzelne Insassen an der Stimme unterscheiden kann. Zudem wird die Funktion zum Vorlesen und Diktieren von Kurzmitteilungen jetzt schlauer. Wenn etwa jemand per Nachricht dem Fahrer ein Treffen an einem bestimmten Ort vorschlägt, fragt das Programm, ob die Route dorthin umgeleitet werden soll.

Äußerlich griff Toyota beim «Concept-i» zu sehr futuristischem Design. Ein Display auf der Frontseite zeigt Fußgängern an, ob das Auto gerade autonom fährt oder von einem menschlichen Fahrer gesteuert wird. Genauso sollen auch nachfolgende Fahrer mit Schriftzügen in verschiedenen Farben gewarnt oder informiert werden.

Toyota hatte schon auf der CES vor einem Jahr angekündigt, seine selbstfahrenden Autos mit Hilfe künstlicher Intelligenz steuern zu wollen, die von Menschen lernen soll. Jetzt folgt das Konzept für ein passendes Gefährt zu dieser Vision.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4539557?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F1200957%2F1201056%2F
Nachrichten-Ticker