Digitales
Digitaler Wandel bei Versicherungen: Möglichkeiten, Vorteile und Risiken

Als umfassende Herausforderung betrifft die Digitalisierung nahezu sämtliche Arbeitsbereiche. Als Maßnahme zur Optimierung und Vereinfachung von Abläufen wird die Digitalisierung von vielen Kunden in unterschiedlichen Branchen geschätzt. Im Versicherungsbereich nimmt die Digitalisierung allerdings nur langsam Fahrt auf. Dabei geben viele Versicherte an, sich einen Ausbau digitaler Angebote zu wünschen. Neben den Vorteilen des Effizienzgewinns werden aber auch Bedenken im Hinblick auf den Umgang mit Personendaten geäußert.

Freitag, 13.10.2017, 08:59 Uhr

Digitales: Digitaler Wandel bei Versicherungen: Möglichkeiten, Vorteile und Risiken
Foto: Photo by Taduuda on Unsplash

Digitalisierung als Aufgabe für Versicherungen

Die Herausforderungen des digitalen Wandels fordern von Versicherungsdienstleistern einen Ausbau digitaler Angebote sowie eine Reihe von Neuausrichtungen. Ziel digitaler Transformation ist ein Effizienzgewinn durch Zeit- und Kostenersparnis. Im Fokus steht neben dem Ausbau der digitalen Vernetzung vor allem die digitale Kommunikation mit Kunden. Maßnahmen zur Umsetzung dieser Herausforderungen umfassen unter anderem soziale Medien sowie die Nutzung von Blogs und Apps.
Gegenwärtig gelten Versicherungen im Hinblick auf den Übergang zur Digitalisierung als vergleichsweise schwerfällig. Viele digitale Strategien und ihre Umsetzung befinden sich noch in Planung. Insbesondere alte Versicherungsgesellschaften sehen sich mit der jungen digitalen Konkurrenz konfrontiert. Start-ups und Finanzdienstleister der FinTech-Branche erkannten von Beginn an die Notwendigkeit der Digitalisierung. Herkömmliche und bisher nur unzureichend digitalisierte Versicherer laufen daher Gefahr, die Kundschaft an diese Konkurrenz zu verlieren. Günstige und flexible digitale Dienstleistungen werden von Kunden zunehmend geschätzt.

Digitale Kommunikationskanäle in der Versicherungsbranche

Ein zentraler Eckpfeiler des funktionierenden Versicherungsgeschäfts ist die Kundenkommunikation. Die Nutzung digitaler Kommunikationsinfrastruktur steht für eine günstigere, gleichzeitig schnellere und persönliche Kommunikation. Die Mehrheit der Kunden verfügt über digitale mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones. Daher sind Möglichkeiten der mobilen Information und auch des mobilen Online-Abschlusses von Versicherungen besonders wichtig. Ebenso lassen sich durch die digitalen Möglichkeiten mehrere Angebote miteinander verknüpfen. Ein Beispiel ist der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung im Rahmen der Buchung einer Urlaubsreise.
Aus Perspektive der Versicherer bietet die Digitalisierung den Vorteil eines direkten und unmittelbaren Zugriffs auf die Daten der Versicherten. Dies hat einen Vorteil für den gesamten Ablauf der Prozesse im Versicherungsgeschäft zur Folge. Zudem lassen sich Angebote von Versicherungsverträgen und Dienstleistungen mit größerer Zielgenauigkeit und auf persönlichere Weise an Kunden richten.
Zudem ermöglicht die Digitalisierung persönlichen Kundenkontakt auch ohne Besuche des Versicherungsvertreters. Unmittelbare Beratungs- und Verkaufsgespräche können via Videokonferenz geführt werden. Neben einer Senkung der Kosten für Versicherer wird dies von Kunden im Hinblick auf ihre Privatsphäre als angenehmer wahrgenommen.

Chancen und Risiken: Studien zur Versicherungs-Digitalisierung

Wie aus der Studie Versicherung digital 2017 hervorgeht, sieht die Mehrheit deutscher Versicherungsnehmer große Vorteile in der Digitalisierung. So erwarten mehr als 75 Prozent der Befragten ein zunehmendes digitales Angebot der Versicherer.
Auch die letzte Studie der Reihe Kundenmonitor Assekuranz aus dem Jahr 2016 legt nahe, dass mehr als 60 Prozent deutscher Versicherungsnehmer zeitliche Vorteile in der Digitalisierung der Versicherungsbranche sehen. Ein vergleichbar hoher Anteil sieht im digitalen Wandel zudem einen Gewinn für den persönlichen Freiraum. Bedenken wurden in erster Linie im Hinblick auf den Datenschutz benannt. 61 Prozent der Befragten haben Sorgen über die Art der Datenübermittlung. Etwas weniger als 60 Prozent sehen ein Problem im Verlust des Kontakts zu einem persönlichen Versicherungsberater. Nur ein geringer Prozentsatz von 10 Prozent der Versicherten verzichtet beim Vertragsabschluss vollkommen auf einen persönlichen Kontakt zu einem Berater oder zu Bekannten.

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