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Digitaler Wandel beim Kaufen und Bezahlen

Computer und Internet haben unser Leben in den letzten Jahrzehnten in fast allen Bereichen stark verändert. Vieles ist schneller und einfacher geworden. So auch das Bezahlen von Waren und Dienstleistungen. Doch wie hat sich das auf unser Kaufverhalten und das Einkaufserlebnis ausgewirkt? Bedeutet die digitale Revolution das Ende des stationären Handels?

Donnerstag, 27.06.2019, 13:52 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 13:57 Uhr
Digitales: Digitaler Wandel beim Kaufen und Bezahlen
Foto: Bild von Hannes Edinger auf Pixabay

Der digitale Wandel beim Einkauf

Dank dem Internet müssen wir heutzutage nicht mehr wie einst unsere Eltern und Großeltern in ein Geschäft gehen, wenn wir etwas kaufen wollen. Über den PC können wir bequem von zuhause aus kaufen und dank Tablets und Mobiltelefonen inzwischen auch unterwegs wo immer wir gerade sind, wenn uns einfällt, dass wir etwas brauchen oder haben wollen. Dank digitaler Assistenten wie Google Home und Alexa müssen wir uns dazu nicht einmal an den Computer setzen und etwas eintippen.

Es geht so einfach mit dem Bezahlen

Früher gab es beim Onlineeinkauf noch gelegentlich Schwierigkeiten mit der Bezahlung, doch schon lange gibt es neben der klassischen Rechnung und Überweisung auch einfach Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal und Kreditkarten. Inzwischen haben wir sogar schon virtuelle Kreditkarten , die sich einfach mit einem Kleinkredit aufladen lassen, den man nach 28 Tagen zurückzahlt.

Die Vorzüge des stationären Handels

Dennoch gibt es aber auch im Digitalzeitalter immer noch stationäre Geschäfte. Der Druck auf sie ist größer geworden, doch sie haben immer noch Vorteile, die der Onlinehandel uns nicht bieten kann: 

  • 80% der Kunden schätzen die Möglichkeit die Ware vor dem Kauf ansehen und anfassen zu können.
  • 70% der Kunden sind der Meinung, dass sie in stationären Geschäften besseren Service erhalten als in Onlineshops.
  • Ebenfalls 70% der Kunden schätzen es, dass sie die Waren sofort erhalten und keine Lieferzeit abwarten müssen.
  • 62% der Kunden schätzen die persönliche Beratung durch Verkäufer.
  • Für 60% der Kunden ist der gemeinsame Einkauf mit Familienmitgliedern oder Freunden ein soziales Erlebnis.

Die Bedeutung der unmittelbaren Verfügbarkeit

Die Bedeutung der unmittelbaren Verfügbarkeit

Die unmittelbare Verfügbarkeit der Waren im stationären Handel ist zweifellos sein größter Vorteil. Sie wirkt sich besonders im Lebensmittelhandel aus, wo wir Dinge kaufen die wir heute kochen und essen wollen, nicht wenn sie innerhalb von drei Tagen geliefert werden. 

Auch bei Kleidung und Schuhen ist es praktischer sie im Geschäft zu kaufen wo wir sie anprobieren können. Im Geschäft erkennen wir auch die tatsächliche Größe und Farbe der Ware besser als auf einem Bild im Computer.

Der persönliche Service

Auch wenn die Anfahrt etwas länger dauert, ist der Service im Geschäft schneller und persönlicher. Ein Verkäufer kann sofort auf unsere individuellen Bedürfnisse und Fragen eingehen und sich auf unsere Persönlichkeit einstellen. In kleineren Geschäften sind wir ihm eventuell persönlich bekannt und er zeigt uns sofort die Ware, die unserem persönlichen Geschmack entspricht. Dazu kommt noch der soziale Kontakt mit einem anderen Menschen, der uns am Computer oft abgeht.

Wünsche und Erwartungen

Doch mit den Veränderungen durch die digitale Revolution sind auch neue Wünsche und Erwartungen an den stationären Handel entstanden: 

  • 75% der Kunden wollen vor der Fahrt ins Geschäft prüfen können, ob die gewünschte Ware auch auf Lager ist.
  • 60% der Kunden erwarten auch im stationären Geschäft digitale Technologien vorzufinden
  • 57% der Kunden erwarten sich zusätzliche Aktivitäten im Geschäft.

Die Verknüpfung von Onlineinformation und stationärer Verfügbarkeit

Besonders wenn die Auswahl an unterschiedlichen Produkten im Geschäft groß ist, ist die Möglichkeit sich vorher online zu informieren sehr hilfreich. Den Lagerstand im Vorhinein überprüfen zu können erspart uns die Frustration, wenn wir erst im Geschäft erfahren, dass wir vergeblich hergekommen sind, und auch die Möglichkeit im Geschäft über das Mobiltelefon zusätzliche Informationen abzurufen kann so manche Kaufentscheidung erleichtern.

Veranstaltungen bieten Unterhaltung

Früher war das Einkaufen oft eine stressige Tätigkeit, die mit großer Hektik unter Zeitdruck ausgeführt wurde. Heute wird es mehr und mehr zur unterhaltsamen Freizeitbeschäftigung. So bieten uns Lesungen oder Autogrammstunden zu denen wir wie ins Kino zur Unterhaltung gehen. In Süßigkeiten Läden werden Warenkostproben geboten und in so manchen Geschäften kann man während des Beratungsgesprächs gemütlich Kaffee trinken.

Der Stand in Deutschland

Noch hat sich der Onlinehandel in Deutschland gar nicht so sehr durchgesetzt. Nur etwa jeder siebente Kauf findet hierzulande bisher online statt. Wesentlich häufiger ist jedoch die Nutzung des Mobiltelefons zur Kaufinformation vor und während des Einkaufs im stationären Geschäft. Immerhin schon jeder zweite Deutsche macht hiervon Gebrauch.

Das Einkaufen der Zukunft

So ist damit zu rechnen, dass die Angebote an digitaler Zusatzinformation in Zukunft weiter ausgeweitet werden. Mehr und mehr Händler werden vermutlich parallel zum stationären Verkauf auch Onlineshops anbieten und die stationären Geschäfte werden smarter werden. Ein Schritt in diese Richtung ist durch kontaktloses Bezahlen bereits gegangen.

 

Schon jetzt bieten sich dazu einige Möglichkeiten des smart shoppings: 

  • individualisierte Hinweise auf Sonderangebote per WiFi oder Beacons
  • Sprachassistenten zur Abfrage der Verfügbarkeit der Ware von zuhause
  • Bestandsmanagement per Radiofrequenz-Technologie
  • Reservierung von Waren über das Internet
  • digitale Leitsysteme, die uns schnell zum richtigen Regal führen

Das Ende der Verkäufer?

Mit der Abschaffung des Berufs des Verkäufers ist jedoch zumindest in nächster Zeit noch nicht zu rechnen. Schließlich ist er es der uns den persönlichen Service bietet den wir im stationären Handel so sehr schätzen.

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