Ernährung
Ernährungstrends für die Gesundheit

Gesundheit und Ernährung liegen im Trend. Deshalb essen viele Menschen mittlerweile vegane oder vegetarische Gerichte und kaufen Bioprodukte und vollwertige Lebensmittel. Dass die Menschen bewusster essen, liegt an dem demografischen Faktor in Deutschland. Die Bevölkerung wird älter, es gibt weniger Familien und mehr Singles.

Dienstag, 01.09.2015, 08:26 Uhr

Ernährung : Ernährungstrends für die Gesundheit
Biologische und naturbelassene Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe liegen bei neuen Ernährungskonzepten im Trend.

Die Menschen haben andere Bedürfnisse und Ernährungsgewohnheiten. Viele Speisen gelten zudem als Dickmacher. Aber auch die Medien fördern den Trend zu bewusster und gesunder Ernährung. Zahlreiche Kochsendungen mit Sterneköchen und Promigästen sind erfolgreiche denn je. Ein weiterer Punkt sind die veränderten Arbeitsgewohnheiten. Viele essen täglich außer Haus oder haben wenig Zeit zum Kochen. Bei diesen Lebensumständen bietet sich leichte Kost optimal an. Aktuelle Ernährungstrends gehen hin zu einer eiweißreichen, naturbelassenen Ernährung mit wenigen Kohlenhydraten. Viele kennen das aus den Low-Carb Diäten.

Clean Eating

Clean Eating ist ein neuer Ernährungstrend, der sich in den USA entwickelt hat. Bei dieser Ernährung geht es darum, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen, die keine Zusatzstoffe haben und möglichst frisch sind. Fertiggerichte, Süßigkeiten, Tiefkühlpizza und Soße aus der Tüte kommen bei dieser Ernährung nicht infrage. Auch Zucker und Weißmehl stehen nicht auf dem Ernährungsplan. Clean Eating übersetzt bedeutet Vollwerternährung. Sie beinhaltet dunkle Körner, dunkelbraune Weizennudeln und vegetarische Gerichte. Stars wie Angelina Jolie und Brad Pitt sind von dieser Ernährungsform begeistert. Die Clean Eating Philosophie ist aber weit mehr, als nur Ernährung. Dazu gehört ein ganzes Fitnessmodell mit viel Bewegung und Sport. Zudem wird bei dieser Methode auf drei feste Mahlzeiten verzichtet. Der Mensch soll sechs kleine Mahlzeiten täglich zu sich nehmen, damit sich kein starkes Hungergefühl entwickelt und der Blutzuckerspiegel nicht nach oben steigt. Jede Mahlzeit besteht aus komplexen Kohlenhydraten wie Vollkornnudeln, die mit Eiweiß, Gemüse oder Putenfleisch vermischt sind. Das Ernährungskonzept kommt allerdings an seine Grenzen, wenn zu viel der naturbelassenen Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Denn Kartoffelgratin, sei es biologisch oder nicht, liefert viele Kalorien, gleiches gilt für  Vollkornlasagne, Nüsse und fruchtzuckerreiches Obst.

Paleo Food

Ein weiterer Ernährungstrend ist das Paleo Food. Der Name lehnt an die Altsteinzeit (Paläolithikum) an. Die Basis besteht aus zwei Dritteln Gemüse, Kräuter und Obst und ein Drittel Eiweiß aus magerem Fleisch oder Fisch pro Tag. Die Lebensmittel müssen aus biologischem Anbau stammen, naturbelassen und ohne Aromastoffe sein. Paleo Food Gerichte sind proteinreich. Auf Milch- und Getreideprodukte sowie raffinierten Zucker verzichtet das Ernährungskonzept komplett. Einige Anhänger der Paleo Küche plädieren sogar für eine vegane Ernährung, auch Hülsenfrüchte essen sie nicht. Wer der Paleo Ernährung folgt, isst wie in der Steinzeit. Morgens Eier und Obst, mittags Fleisch oder Fisch von wild lebenden Tieren und abends Lachs oder Nüsse und Samen. So viel Eiweiß ist nicht immer gesund. Zwar ist das Protein ein wichtiger, sättigender Nährstoff, der den Stoffwechsel anregt. Aber wer mit Eiweiß übertreibt, lebt nicht wirklich gesünder. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass ein erwachsener Mensch maximal 300-600 Gramm Fleisch oder Wurst in der Woche essen sollte. Mit der Paleo Ernährung isst der Mensch diese Menge bereits in ein oder zwei Tagen.

Fusion Food

Bei der Fusionsküche geht es in erster Linie darum, verschiedene Esskulturen und Kochkünste miteinander zu vermischen und eine neue überregionale und internationale Küche zu kreieren. Bekannt ist vor allem die Kombination von Zutaten aus Asien und Europa sowie aus USA und Mexiko. Die Fusionsernährung ist Teil der Globalisierung und kombiniert mittlerweile Zutaten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Fusion Food gibt es seit den achtziger Jahren, allerdings ist dieser Trend in Deutschland erst seit ein paar Jahren populär. Das Konzept ist einfach: Vermengt werden darf alles, was zur Verfügung steht. Obst mit Gemüse, Fisch mit Fleisch, Süßes mit Salzigem oder Kaltes und Warmes. Je ungewöhnlicher die Kombination, desto spannender das Genusserlebnis. Besonders in der Gastronomie kommt die Fusionsküche immer häufiger vor. Hier steht die gesunde Ernährung im Vordergrund. Auf der Speisekarte finden sich Gerichte wie Kürbissuppe mit Ingwer oder Minze, Garnelen mit Ananasrisotto, Thai-Lauch mit Kartoffelpüree oder Rote Beete mit Limettensoße. Das Bemerkenswerte der Fusionsküche ist, das der Kreativität beim Kochen keine Grenzen gesetzt sind. Wer Mut hat, etwas ausprobiert und einfallsreich ist, kann ein Gericht entstehen lassen, das gesund und überaus schmackhaft ist.

Mit der Ernährungsumstellung nicht übertreiben

„Um eine Ernährungsumstellung erfolgreich durchzuhalten, ist es wichtig, individuelle Vorlieben wie Schokolade nicht komplett vom Speiseplan zu streichen“, sagt Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Grund ist, dass sich schnell ein Heißhunger auf die verbannten Speisen entwickeln kann. Essen sollte dem Menschen gut schmecken und die Ernährung Spaß machen. Nur weil etwas im Trend ist, muss sich nicht gleich jeder danach richten. Die persönlichen Essensgewohnheiten sollte keiner komplett einschränken oder radikal ersetzen. Wer will, darf die neuen Ernährungstrends ausprobieren und in den Speiseplan integrieren, aber ohne zu übertreiben. Dann macht gesund kochen und essen erst richtig Freude und etabliert sich dauerhaft.

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