Stresstest
Studie: Corona-Krise setzt vor allem Familien zu

Kein oder nur sehr wenig Schulunterricht, arbeiten im Homeoffice, dazu noch Kontaktsperren und mangelnde Freizeitangebote: Gerade für Familien ist der Lockdown eine harte Bewährungsprobe.

Mittwoch, 03.03.2021, 13:33 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 13:36 Uhr
Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung ist der zweiter Lockdown für noch mehr Familien eine starke Belastung als der erste.
Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung ist der zweiter Lockdown für noch mehr Familien eine starke Belastung als der erste. Foto: Sebastian Gollnow

Düsseldorf (dpa) - Der zweite Lockdown setzt nach einer aktuellen Studie vielen Familien in Deutschland massiv zu. Die Situation sei für viele Erwerbspersonen mit Kindern sogar noch belastender als im ersten Lockdown im Frühjahr 2020, berichtete die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung gestützt auf eine repräsentative Befragung von mehr als 6200 Erwerbstätigen und Arbeitssuchenden.

«Auch die zweite Corona-Welle war und ist ein drastischer Stresstest, und das ganz besonders für Familien. 46 Prozent der befragten Eltern haben Ende Januar ihre familiäre Situation als stark oder äußerst belastend erlebt. Das waren sogar sechs Prozentpunkte mehr als im ersten Lockdown», berichtete Studienautor Andreas Hövermann.

Besonders groß sei die Belastung für Mütter und insbesondere für Alleinerziehende. So stuften 62 Prozent der Alleinerziehenden ihre Gesamtsituation als stark oder äußerst belasten ein, zehn Prozentpunkte mehr als im ersten Lockdown.

Dabei war es der Studie zufolge weniger die finanzielle Situation oder die Arbeitssituation, die für zusätzliche Belastung sorgte. Vor allem die familiäre Situation wurde als deutlich belastender empfunden. «Das ist ein Indiz dafür, wie wichtig funktionierende Kindertagesstätten und Schulen sind», sagte Hövermann.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-669557/2

Nachrichten-Ticker