Finanzen
Harte Zeiten: Wo gibt es noch passable Zinsen für Sparer?

Nachdem kürzlich die EZB entschieden hat, den Einlagezins weiter zu senken, fragen sich immer mehr Sparer in Deutschland, wie sie ihr Geld künftig noch renditeträchtig anlegen sollen. Längst ergibt es keinen Sinn mehr, dieses auf dem Sparbuch zu belassen – vielmehr rücken nun Tages- und Festgeldangebote in den Fokus der Sparer. Dort kommt es bei der Zinshöhe auf den Anbieter, die Laufzeit, die angelegte Summe und die richtige Anlagestrategie an.

Montag, 21.10.2019, 10:18 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 10:21 Uhr
Finanzen: Harte Zeiten: Wo gibt es noch passable Zinsen für Sparer?
Aus strategischer Sicht ergibt es heutzutage wegen der Inflation keinen Sinn mehr, sein Geld ins Sparschwein zu stecken. Foto: Bildquelle: andibreit / pixabay.com

EZB senkt Einlagezins weiter und eine Erhöhung ist nicht in Sicht

Die Nachricht löste bei vielen Sparern Bedauern aus und doch war es vorhersehbar, dass es so kommen wird. Erst kürzlich hat die Europäische Zentralbank den Einlagezins erneut gesenkt - mit der kurzfristigen Konsequenz, dass die von den Banken gezahlten Sparzinsen weiter fallen werden. 

Bereits vor der Entscheidung der EZB war der Unmut unter den Sparern hierzulande groß gewesen, denn wegen eines bis zur erneuten Senkung auf -0,5% geltenden Einlagezinses von -0,4% war eine inflationsausgleichende Geldanlage kaum auffindbar gewesen. 

Hintergrund der weitergehenden Absenkung ist die Intention, die Inflation in Europa ankurbeln zu wollen. Dieser Kurs wird nach jetzigem Stand bis zu einer Marke von rund zwei Prozent beibehalten werden. Die Senkungen tragen dazu bei, dass die Verbraucher mehr Kredite aufnehmen und folglich vermehrt konsumieren. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen und im Verhältnis zur Produktion mehr Geld in den Umlauf kommt. 

Wie prekär die Lage mittlerweile ist, verdeutlicht ein Blick auf die nackten Zahlen: So bieten namhafte Banken, darunter auch die Sparkassen, ihren Kunden für eine Geldanlage auf dem Sparbuch momentan lediglich 0,02% Zinsen an. 

Festgeld- und Tagesgeldangebote als Alternative zum Sparbuch 

Zwei Alternativen zum Sparbuch stehen in Form von Tages- und Festgeldkonten zur Verfügung. Verbraucher können sich im Netz z.B. auf dieser Seite einen Vergleich aktueller Festgeldzinsen anschauen. Abhängig sind diese von dem jeweiligen Anbieter, sowie der Summe und Dauer des angelegten Geldes. Das Optimum liegt momentan bei etwa 2,40 Prozent Zinsen pro Jahr bei einer Mindesteinlage von 5.000 Euro. 

Empfehlenswert ist es, sich für ein 12- oder 24-monatiges Festgeldangebot aus Ländern zu entscheiden, die zumindest über ein AA- oder AAA-Rating verfügen. Dort variieren die Zinsen aktuell bei einer Anlage von 25.000 Euro für 12 Monate zwischen 0,75% und 1,40%. Entsprechend höhere Zinssätze sind bei längeren Laufzeiten von 24 respektive 36 Monaten realisierbar. 

Schlechter sieht die Lage beim Tagesgeld aus. Zwar ist der Anleger hier bedeutend flexibler und kann sein Geld recht kurzfristig vom einen zum anderen Unternehmen transferieren. Allerdings bietet selbst der momentan beste Anbieter nur eine Rendite von 0,8% pro Jahr bei einer Anlage von 25.000 Euro an. 

Weitere Anlagevarianten sind in Aktien und Co. zu erblicken 

Abgesehen von Tages- und Festgeld gibt es noch diverse weitere Anlagemöglichkeiten, die ebenfalls eine gute Verzinsung versprechen. 

Beispielsweise ist es inzwischen machbar, sein Erspartes als privater Investor anderen Privatpersonen zur Verfügung zu stellen – auch ein Investment in junge Startups im Rahmen von Crowdfunding ist eine Opportunität, bei der allerdings entsprechendes Know-how vorhanden sein sollte. 

Eine etwas klassischere Alternative wäre dagegen, auf Aktien respektive Fonds oder ETFs zu setzen. Hier kommt es ebenfalls maßgeblich auf die eigene Expertise an, gerade wenn in Eigeninitiative Aktien erworben werden sollen. 

Last but not least können zudem andere Wege eingeschlagen und stattdessen beispielsweise in physisches Gold oder Betongold respektive Immobilien investiert werden – ggf. in Kombination mit Vermietung bzw. Verpachtung.

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