Finanzen
Steuerstrafrecht - was Sie wissen müssen und wo Sie Hilfe finden

Beim Begriff Steuerstrafrecht denken die meisten Menschen an aufsehenerregende Gerichtsprozesse von bekannten Managern oder Spitzensportlern. Doch Besuch von der Steuerfahndung bekommen mitnichten nur prominente und wohlhabende Persönlichkeiten. Auch Otto-Normal-Verbraucher können in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden gelangen. Die folgenden Zeilen vermitteln Ihnen steuerstrafrechtliche Grundkenntnisse. Außerdem erfahren Sie, an wen Sie sich wenden sollten, falls Sie selbst mit der Strafjustiz in Berührung kommen.

Freitag, 13.12.2019, 10:20 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 10:27 Uhr
Finanzen: Steuerstrafrecht - was Sie wissen müssen und wo Sie Hilfe finden
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Allgemeine Informationen zum Steuerstrafrecht

Das Steuerstrafrecht ist Teil des sogenannten Nebenstrafrechts. Damit werden alle Straftatbestände bezeichnet, die nicht im Strafgesetzbuch (StGB) normiert sind, sondern in anderen Gesetzen. Steuerstrafrechtliche Strafnormen finden sich vorwiegend in der Abgabenordnung (AO), daneben aber auch etwa im Umsatzsteuergesetz (UStG). Die allgemeinen Regeln des StGB finden dabei grundsätzlich ebenfalls Anwendung (§ 369 Absatz 2 AO). Folglich können auch die versuchte Begehung einer Steuerstraftat sowie die Anstiftung oder Beihilfe zu ihr strafbar sein. Neben den Steuerstraftaten sind die Steuerordnungswidrigkeiten (§§ 377 ff. AO) zu beachten. Dabei handelt es sich um rechtswidrige Verhaltensweisen mit geringerem Unwert, die nicht mit einer Strafe, sondern lediglich mit einem Bußgeld sanktioniert werden. Die bekannteste Steuerstraftat ist zweifelsohne die Steuerhinterziehung gemäß § 370 AO. Die auf Grundlage dieses Straftatbestandes geführten Strafverfahren etwa gegen Uli Hoeneß, Klaus Zumwinkel und Boris Becker erzeugten große mediale Aufmerksamkeit. Aber auch ganz normale Bürger können schnell ins Visier steuerstrafrechtlicher Ermittlungen geraten. So etwa, wenn in der Steuererklärung falsche Angaben gemacht werden, Einnahmen nicht deklariert werden oder über steuermindernde Abzugsposten und andere Tatsachen getäuscht wird, die für die Bemessungsgrundlage der Steuersumme relevant sind.

Wo und wie Sie Hilfe bei steuerstrafrechtlichen Problemen bekommen

Die Besonderheit und Komplexität des Steuerstrafrechts liegt darin begründet, dass Personen, die einer Steuerstraftat verdächtig sind, gleich zwei staatlichen Behörden gegenüberstehen. Auf der einen Seite macht das Finanzamt die Nachzahlung oder Entrichtung nicht deklarierter bzw. nicht überwiesener Steuern geltend. Auf der anderen Seite steht die Staatsanwaltschaft, die beim Anfangsverdacht einer Steuerstraftat zur Durchführung von Ermittlungen verpflichtet ist und den staatlichen Strafanspruch durchsetzen will. Aufgrund dieser Überschneidung der beiden Rechtsgebiete Steuerrecht und Strafrecht ist es empfehlenswert, einen Anwalt zu konsultieren, der auf beiden Gebieten über eine große Expertise verfügt. Auf dem Portal Anwaltssuche finden Sie Rechtsanwälte mit genau der Kompetenz und Erfahrung, die Sie für Ihren individuellen Fall benötigen. Falls Sie rechtlich fundierte Unterstützung im Steuerstrafrecht brauchen, können Sie auf diese Weise einen Rechtsanwalt ausfindig machen, der Zusatzausbildungen zur Erlangung der Titel "Fachanwalt für Strafrecht" und "Fachanwalt für Steuerrecht" absolviert hat und deshalb ein ausgewiesener Steuerstrafrechts-Experte ist. Sollten Sie mit einer polizeilichen Vernehmung oder gar einer staatsanwaltlichen Anklageschrift konfrontiert sein, gilt zunächst: Ruhe bewahren. Sie haben das Recht zu schweigen und sollten von Ihrem Aussageverweigerungsrecht auch Gebrauch machen. Nachdem Sie einen kompetenten Rechtsanwalt gefunden und sich diesem anvertraut haben, können Sie gemeinsam die bestmögliche Verteidigungsstrategie erarbeiten. Beachten Sie überdies, dass Ihre Angehörigen das Zeugnis verweigern dürfen. Daher sollten Sie Ihre Angehörigen über deren Zeugnisverweigerungsrecht aufklären.

Fazit

Das Steuerstrafrecht ist eine komplexe Materie. Professioneller Rechtsrat und-beistand sind deshalb stets notwendig, wenn Sie selbst beschuldigt werden, eine Steuerstraftat oder -ordnungswidrigkeit begangen zu haben. Indem Sie Ruhe bewahren, von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen, Ihre Angehörigen umgehend über deren Zeugnisverweigerungsrecht aufklären und schließlich unverzüglich einen erfahrenen und kompetenten Rechtsanwalt suchen und diesen mit Ihrer außergerichtlichen und gerichtlichen Vertretung beauftragen, können Sie die Durchsetzung Ihrer Rechte und ein optimales Ergebnis erreichen.

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