Finanzen
Riester-Rente - Alles was man wissen muss

Die Bundesregierung hat bereits vor vielen Jahren das Niveau der gesetzlichen Rentenzahlungen signifikant abgesenkt. Genauer gesagt gab es im Jahr 2001 diese einschneidende Veränderung. 

Dienstag, 08.09.2020, 10:55 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 10:57 Uhr
Finanzen: Riester-Rente - Alles was man wissen muss
Foto: Photo by Michael Longmire on Unsplash

Das liegt jetzt also fast schon 20 Jahre zurück und seitdem sollten vor allem auch Arbeitnehmer noch stärker die private Altersvorsorge im Blick haben. Die Regierung hat aber damals nicht einfach nur das Rentenniveau abgesenkt, sondern auf der anderen Seite auch die sogenannte Riester-Rente ins Leben gerufen. Wer sich seitdem für den Abschluss einer Riester-Rente entschließt, der kann hierbei in den Genuss von Zuschüssen des Staates und zumindest teilweise auch von beachtlichen Steuervorteilen profitieren.   

Was steckt genau hinter der Riester-Rente?

Bei der Riester-Rente kann man nicht nur von einer staatlichen Sparförderung profitieren, sondern zusätzlich von einer Art Steuerstundung. Bei anderen staatlich geförderten Finanzprodukten gewährt der Staat einen Zuschuss, wie beispielsweise die Bausparprämie oder die Arbeitnehmersparzulage. Das war es dann jedoch und ansonsten hält sich der Staat dann raus. Bei der Riester-Rente sieht die Sachlage anders aus. Schließlich wird beim Riestern zusätzlich die Möglichkeit geboten, die eigenen Einzahlungen bis zu einem jährlichen Maximalbetrag von der Steuer abzusetzen. Die Versteuerung fällt bei der Riester-Rente nämlich erst nachgelagert im Rentenalter an. Diese Art der Versteuerung bringt für viele Menschen den Vorteil, dass bei Rentnern der Steuersatz in den meisten Fällen niedriger ist als noch während des Berufslebens.      

Wer kann von der Riester-Rente profitieren?

Grundsätzlich können alle Arbeitnehmer, welche einen Teil ihres Einkommens in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen auch riestern. Zusätzlich haben auch die Beamten die Möglichkeit sich für eine Riester-Rente zu entscheiden. Desweiteren gibt es noch bestimmte Regelungen für Selbstständige und Auszubildende, die unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls eine Riester-Rente abschließen können. Außerdem bekommen auch eingetragene Lebenspartner und Ehepartner ohne ein vorhandenes Einkommen die Möglichkeit von den Riester-Förderungen zu profitieren. Rund um das Riestern gibt es eine Vielzahl von Finanzprodukten, sodass es gar nicht so einfach ist den Überblick zu behalten. Aus diesem Grund ist es auf jeden Fall eine gute Idee, sich einfach Mal den Testsieger auf Finanzen.de näher anzuschauen.

Wie viel Geld muss man in eine Riester-Rente einzahlen?

Wenn man die kompletten staatlichen Zulagen mitnehmen will, dann muss eine Einzahlung des jährlichen Mindesteigenbeitrages in das favorisierte Riester-Produkt eingezahlt werden. Dieser Mindesteigenbetrag liegt schon seit dem Jahr 2008 bei vier Prozent bezogen auf das jeweils rentenversicherungspflichtige Bruttoeinkommen des Vorjahres. Entscheidet man sich beim Riestern für einen geringeren Einzahlungsbetrag, dann erhält man entsprechend eine anteilige Riester-Förderung. Ein wichtiger Punkt beim Riestern ist noch, dass immer zumindest ein Sockelbetrag in Höhe von 60 Euro eingezahlt werden muss, um zum Beispiel auch als Geringverdiener einen Anspruch auf die Förderung bei einem Riester-Produkt zu haben.

Wie viel Geld legt der Staat bei der Riester-Rente dazu?

Grundsätzlich gibt es beim Riestern vom Staat eine sogenannte Grundzulage. Diese liegt pro Person bei einem Betrag von 154 Euro. Für Eltern gibt es außerdem pro Kind noch eine Kinderzulage. Bei Kindern, die vor dem Jahr 2008 geboren sind, liegt diese Zulage bei 154 Euro. Für ein Kind, das ab 2008 auf die Welt gekommen ist, gibt es sogar eine Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr. Für Einsteiger beim Riestern, die noch nicht älter als 25 sind, gibt es übrigens einmalig 200 Euro als Einsteigerbonus auf den entsprechenden Riester-Vertrag.

Nicht weniger wichtig ist beim Riestern aber die indirekte Förderung, welche der Staat als Steuervorteil gewährt. Der Umfang dieses Vorteils hängt hierbei vom eigenen Einkommenssteuersatz ab. Vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens bis zu einer maximalen Höhe von 2.100 Euro im Jahr können bei der Riester-Rente steuerlich geltend gemacht werden.

Beachten sollte man an dieser Stelle, dass der Steuervorteil um die erhaltenen Zulagen vermindert wird. Wenn die erreichte Steuerersparnis höher ist als die erhaltenen Zulagen, dann bekommt man beim Riestern vom Finanzamt die Differenz erstattet.

Verschiedene Formen der Riester-Rente

Beim Riestern gibt es verschieden Anlageformen, die infrage kommen. Generell kann man je nach eigenem Geschmack wählen, ob man lieber eine Versicherung, einen Banksparplan, einen Fondssparplan oder einen Wohn-Riester abschließen will. Die einzelnen Anlagevarianten unterscheiden sich jedoch deutlich auch im Hinblick auf die mögliche Rendite und die gebotene Sicherheit. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man sich die unterschiedlichen zertifizierten Produkte genau anschaut und sich dann für das für die persönliche Situation am besten geeignete Riester-Produkt entscheidet.

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