«Finanztest»
So holen sich Sparer attraktive Zinsen

Zinsen sind derzeit kaum zu holen. Oder doch? Ein Test der Stiftung Warentest zeigt: Bis zu 1,3 Prozent Zinsen sind möglich - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Dienstag, 08.12.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 05:06 Uhr
Gute Zinsen kann man durchaus finden. Über 1 Prozent gibt es aber nur zu bestimmten Bedingungen.
Gute Zinsen kann man durchaus finden. Über 1 Prozent gibt es aber nur zu bestimmten Bedingungen. Foto: Mascha Brichta

Berlin (dpa/tmn) - Ob der Notgroschen auf dem Girokonto oder einem Tagesgeldkonto liegt - angesichts des derzeitigen Zinsniveaus macht das in der Regel kaum einen Unterschied. Allerdings können Sparer mit sicheren Zinsprodukten mehr als die derzeit üblichen 0,03 Prozent rausholen. Ein Test der Stiftung Warentest zeigt: Bis zu 1,3 Prozent Zinsen sind drin. Fragt sich: Wo ist der Haken?

Die Experten verglichen für ihre Zeitschrift «Finanztest» (1/2021) die Konditionen von 168 Geldinstituten für Tagesgeldkonten und Festzinsanlagen. Ein Ergebnis: Bei den Tagesgeldkonten gibt es derzeit kaum mehr als 0,30 Prozent Zinsen.

Langer Anlagehorizont zahlt sich aus

Etwas mehr ist bei den Festgeldanlagen drin. Hier starten die Angebote zwar bei 0,01 Prozent. Je länger aber die Anlagedauer, desto mehr Zinsen gibt es auch. Wer sein Geld zum Beispiel fünf Jahre fest anlegt, bekommt bis zu 1,2 Prozent. Den besten Zins von 1,3 Prozent gibt es nur bei einer Anlagedauer von zehn Jahren. Ein solches Angebot lohnt sich nur für den langfristigen Vermögensaufbau.

Der Test zeigt auch: Vergleiche lohnen sich, denn manche Geldinstitute zahlen keine Zinsen mehr oder verlangen ab einer bestimmten Anlagehöhe sogar Minuszinsen.

Gute Angebote finden Sparer auch bei Zinsportalen, die Angebote ausländischer Institute vermitteln. Hier lohnt aber ein genauer Blick: Nicht alle Angebote sind gut. Anbieter kommen mitunter aus Ländern mit schwacher Wirtschaftsleistung.

Aktien-ETF als Rendite-Turbo

Sparer, die bereit sind, ein wenig Risiko einzugehen, können ihre Rendite verbessern, wenn sie Tages- und Festgeld mit ETF mischen. In der Vergangenheit haben sich diese gemischten Anlagen nach Angaben der Experten fast immer gelohnt.

Zum Beispiel hätten Anleger bei einer Anlagedauer von zehn Jahren durch eine 30-prozentige Aktienbeimischung eine durchschnittliche Rendite von 4,3 Prozent erzielen können - wohlgemerkt auf Grundlage des aktuellen Niedrigzinsniveaus.

© dpa-infocom, dpa:201207-99-604584/2

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