Finanzen
Erbschaft zu Geld machen - 7 Hürden bis zum Verkauf einer Immobilie

Immobilien werden sehr häufig von einer Generation an die nächste vererbt. Will man eine solche Erbschaft zu Geld machen, gibt es einige Hürden zu überwinden. Welche Hürden das sind, zeigt dieser Beitrag.

Mittwoch, 07.04.2021, 11:11 Uhr aktualisiert: 07.04.2021, 11:15 Uhr
Finanzen: Erbschaft zu Geld machen - 7 Hürden bis zum Verkauf einer Immobilie
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Antreten der Erbschaft als erste Hürde

Ist ein Haus- oder Wohnungseigentümer verstorben und hat Erben benannt, dann ist es zunächst notwendig, dass der Erbe Auskunft darüber erteilt, ob er das Erbe überhaupt antreten möchte. Darüber sollten Erben vor allem dann gut nachdenken, wenn beispielsweise auf einem Haus noch hohe Hypotheken lasten, die man miterbt, wenn man die Erbschaft akzeptiert. Sobald das Nachlassgericht den oder die Erben per Brief über den Inhalt des bei ihm hinterlegten Testaments informiert, bleibt laut § 1944 Abs. 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) eine Frist von sechs Wochen, um zu akzeptieren oder abzulehnen. Eine längere Frist wird den Erben eingeräumt, wenn sich Erblasser (bei ihm ist der letzte Wohnsitz ausschlaggebend) oder Erbe zum Zeitpunkt des Erbfalls im Ausland aufhielten (§ 1944 Abs. 3 BGB). Sind diese Bedingungen gegeben, verlängert sich die Frist zum Ausschlagen einer Erbschaft auf sechs Monate. 

Hürde Erbengemeinschaft

Immobilien, vor allem Elternhäuser, werden oft nicht nur an ein Kind vererbt, sondern an alle zu gleichen Teilen. So entsteht eine Erbengemeinschaft aus den Kindern bzw. Erben, die die Erbschaft annehmen. In einem solchen Fall kann man das Haus nicht in Alleinverantwortung verkaufen, sondern nur mit Zustimmung aller Erben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass man lediglich seinen Teil des Hauses, z. B. eine geerbte Wohnung im Gebäude, verkauft. In diesem Fall steht den Miterben eventuell ein im Testament festgehaltenes Vorkaufsrecht zu. Eine andere Variante besteht darin, sich seinen Erbteil auszahlen zu lassen. Dazu muss man das Haus schätzen lassen, um zu erfahren, wie hoch der Verkehrswert der Immobilie und damit der Teil des Erbes ist, der jedem Erben zusteht. Durchgeführt werden solche Bewertungen vom Immobiliensachverständigen

Einen guten Immobilienexperten finden

Es gibt zwar im Internet zahlreiche Online-Immobilienbewertungen, die schnell und unkompliziert den Wert einer Immobilie berechnen. Allerdings greifen sie dafür auf einige wenige Eckdaten zurück und lassen viele Details unberücksichtigt. Aus diesem Grund ist der ermittelte Verkehrswert ein Schätzwert, der eine grobe Richtung hinsichtlich des Wertes zeigt. Sucht man einen erfahrenen Immobilienexperten und nimmt eine Immobilienberatung in Anspruch, fertigt der Gutachter ein umfassendes Wertgutachten, besichtigt die Immobilie vor Ort und berücksichtigt sämtliche wertsteigernde und auch alle wertmindernden Faktoren. Deshalb ist der von ihm ermittelte Verkehrswert genauer und sein Gutachten ist rechtssicher. 

Spekulationsfristen als Verkaufshürde

Möchte man das Erbe antreten und die Erbschaft zu Geld machen, gilt es wiederum, bestimmte Fristen zu kennen. Die wichtigste Frage ist hier, wann der Erblasser die Immobilie erworben hat. Liegt der Zeitpunkt mehr als 10 Jahre zurück, entfällt die sogenannte Spekulationssteuer. Will man das Haus schätzen lassen, um es sofort nach der Erbschaft zu verkaufen, fällt allerdings die Spekulationssteuer wieder an, denn auch für den Erben gilt, dass er das Haus erst ohne diese Steuer verkaufen kann, wenn die 10-Jahresfrist verstrichen ist. 

Hohe Hürde Erbschaftssteuer für ein geerbtes Haus

In Deutschland gibt es wenig, was nicht besteuert wird. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Erben eine Steuer entrichten müssen, sie sogenannte Erbschaftssteuer. Wie hoch diese ist, legt das Finanzamt anhand des Verkehrswertes und des Verwandtschaftsverhältnisses zwischen Erblasser und Erbe fest. Der Erbe wird in eine der insgesamt drei Erbschaftssteuerklassen (I-III) eingeordnet, wodurch ihm ein Bestimmter Freibetrag zusteht. Diese Freibeträge reichen von 20.000 Euro bis zum Maximalbetrag von 500.000 Euro. 

Immobilienmarkt als Hürde für den Hausverkauf

Will man als Alleinerbe seine Erbschaft zu Geld machen und hat von einem kompetenten Immobiliensachverständigen sein Haus schätzen lassen, muss man zunächst einen angemessenen und vor allem realistischen Verkaufspreis ansetzen. Der vom Gutachter oder mittels Online-Bewertung ermittelte Verkehrswert bildet hier die Grundlage. Liefert eine Bewertung über das Internet maximal einen groben Annäherungswert, zeigt ein ausführliches Gutachten einen sehe genauen Wert, weil es alle relevanten Fakten und Daten berücksichtigt. Der erfolgreiche Verkauf der Immobilie hängt dann hauptsächlich von der Lage, Größe und Ausstattung des Hauses ab. Je größer die Nachfrage in der Region oder Stadt ist, desto höher die Verkaufschancen. 

Die richtige Verkaufsstrategie

Eine große Hürde beim Hausverkauf ist es, eine gute Verkaufsstrategie zu haben und alle verkaufsfördernden Argumente in den Ring zu werfen. Ein Immobiliensachverständiger erarbeitet eine solche Strategie mit dem Erben, fertigt ihm auf Wunsch den gesetzlich vorgeschriebenen Energieausweis und schlägt einen guten Verkaufszeitpunkt vor. Mit dieser Unterstützung lässt sich sicher jede Erbschaft zu Geld machen

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