Gesundheit
Regionale Alternativen zu beliebten Superfoods

Um Verbraucher vom Kauf eines Produktes zu überzeugen, lassen sich Unternehmen in Sachen Marketing so einiges einfallen. In aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes – sind derzeit viele sogenannte Superfoods.

Mittwoch, 06.03.2019, 10:11 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 10:14 Uhr
Gesundheit: Regionale Alternativen zu beliebten Superfoods
Foto: Bildrechte: Flickr Blueberries Kyle McDonald CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Ihnen wird nachgesagt, dass sie eine riesige Menge wichtiger Nährstoffe enthalten. Doch bekommt der Konsument beim Kauf eines Superfoods tatsächlich ein gesundes Lebensmittel – oder fällt er auf einen Werbetrick herein? Untersuchungen zeigen: So „super“ wie ihr Ruf sind die Produkte oft gar nicht – dafür punkten regionale Alternativen. 

Ob bei Gojibeeren oder Chiasamen: Beworben werden sogenannte „Superfoods“ häufig mit dem Versprechen, einen gesunden Lebensstil zu fördern – meist verbunden mit dem Verweis auf alte Kulturen wie die Inka, die angeblich nicht ohne die jeweiligen Lebensmittel auskamen. Wie die Verbraucherzentrale in Bremen unlängst feststellte, ist es allerdings oft alles andere als passend, dass Nahrungsmittel aus fernen Ländern als Superfood bezeichnet werden. Dass solche Produkte teilweise unter fragwürdigen Bedingungen angebaut werden sowie eine weite Strecke zurücklegen müssen, um die deutschen Supermärkte zu erreichen, ist für viele Verbraucher allerdings nebensächlich. Viele lassen sich von dem Hype um die exotischen Lebensmittel mitreißen, dabei wachsen Produkte, die mindestens genauso gute oder bessere Nährwerte haben, oft in der Region – sind also, was die Transportwege angeht, um einiges umweltfreundlicher. Gesunde regionale Alternativen gibt es für fast jedes Superfood. 

Ein hierzulande derzeit sehr beliebtes Superfood ist Quinoa. Das Pseudogetreide kommt vor allem bei Menschen häufig auf den Tisch, die auf Gluten verzichten müssen oder wollen, denn im Gegensatz zu unseren heimischen Getreidearten ist Quinoa frei von dem Klebereiweiß. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten in Europa, die den Anbau nicht erlauben, wird Quinoa größtenteils aus Südamerika bezogen. Doch der lange Transport nach Deutschland schadet wegen der Emissionen dem Klima. 

Eine regionale, ebenfalls glutenfreie Alternative zu Quinoa ist Buchweizen, der nicht nur in der Küche ein echter Allrounder ist , sondern zudem ähnliche Inhaltsstoffe aufweist wie die exotischen Körner. Buchweizen wächst in Deutschland beispielsweise in der Lüneburger Heide, aber auch in anderen Regionen. Er schmeckt nicht nur als Getreideersatz, sondern auch in Salaten und zu Gemüse. Das regionale Pseudogetreide ist in vielen Supermärkten erhältlich und kann mitunter direkt beim Erzeuger gekauft werden. 

Derzeit unter anderem in Müslis häufig verwendet wird die exotische Açai-Beere, die beim Abnehmen helfen und noch andere positive Gesundheitseffekte haben soll. Diese konnten jedoch bisher nicht durch Studien belegt werden . Fakt ist, dass der hohe Gehalt an Calcium und Anthocyanen, eine Form von Antioxidantien, gut für die Gesundheit ist. Doch heimische Lebensmittel wie Beeren und Rotkohl stehen dem in nichts nach – und sind oft sogar allein deshalb gesünder, weil sie ohne weitere Verarbeitungsschritte oder lange Transportwege frisch konsumiert werden können. 

Auch wenn die Werbung große Versprechungen macht, was die Inhaltsstoffe dieser exotischen Lebensmittel angeht: Genaues Hinschauen lohnt sich, denn regionale Lebensmittel sind oft mindestens genauso gut. Und wenn man bedenkt, dass man mit dem Verzehr von lokalen Produkten außerdem noch die hiesige Landwirtschaft unterstützt und das Klima schont, scheint die Entscheidung für heimische Erzeugnisse umso sinnvoller.

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