Gesundheit
Gut durch den Winter trotz Asthma

In den letzten acht Jahren ist die Zahl der erwachsenen Asthma-Patienten um 35 Prozent gestiegen. Laut einer Auswertung des Versorgungsatlas sind vor allem Menschen betroffen, die in der Großstadt leben. Tendenziell weisen auch die westlichen und nordwestlichen Bundesländer mehr sowie schwerere Asthma-Fälle auf als der Süden oder Osten Deutschlands. Die meisten Asthmatiker haben rund ums Jahr mit Symptomen zu kämpfen, aber diese verstärken sich in den Wintermonaten. Damit Betroffene nicht allzu sehr unter ihren Beschwerden leiden, können sie die folgenden Tipps befolgen.

Dienstag, 12.11.2019, 08:20 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 08:45 Uhr
Gesundheit: Gut durch den Winter trotz Asthma
Foto: Photo by Eli DeFaria on Unsplash

Asthma kann verschiedene Auslöser haben: Bei manchen Betroffenen sind es Pflanzen- und Blütenpollen im Frühling, bei anderen Hausstaubmilbenausscheidungen oder Tierhaare. Asthmatiker, die auf häusliche Auslöser reagieren, haben im Winter die schlechteren Karten. Trockene, warme Heizungsluft wirbelt Staub auf und reizt die Bronchien, die durch frostige Wintertemperaturen ohnehin angegriffen sind. Um vor allem der Trockenheit entgegenzuwirken, sollte man viel Wasser trinken und Räume regelmäßig lüften. Ideal sind auch moderne Helfer wie Luftwäscher oder Luftbefeuchter, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Auch regelmäßige Bewegung im Freien verbessert die Lungenfunktion und reduziert die Gefahr, einen Asthmaanfall zu erleiden.

Chronisch Asthmakranke sollten im Winter auf ein Basismedikament und ein Aerosol zugreifen, das die Bronchien erweitert. Auch ein entzündungshemmendes Inhalierspray müssen Betroffene immer mit sich führen. Wer nicht gleich auf kortisonhaltige Medikamente zurückgreifen möchte, kann sich auch mit sanfteren Alternativen vertraut machen. Kurkuma in Form von Tee oder als Tropfen haben zum Beispiel eine entzündungshemmende Wirkung und können ohne weiteres vorbeugend eingenommen werden. Auch Magnesium lindert Beschwerden, indem es die Bronchialmuskulatur entspannt. Die alternative Selbsttherapie sollte natürlich nur in Absprache mit einem Allergologen oder Pneumologen erfolgen und stellt bei schweren Fällen keinen Medikamenten-Ersatz dar.

Aufgrund eines geschwächten Immunsystems sind Asthmatiker im Winter anfälliger für Erkältungskrankheiten. Die gereizten Schleimhäute der Bronchien können Krankheitserreger schlechter abwehren. Um sich vor einer Grippe oder Atemwegsinfektion zu schützen, sollten sich Risikopatienten vor der Erkältungszeit impfen lassen. Wichtig ist auch, sich öfter die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Dies senkt die Ansteckungsgefahr um ein Vielfaches. Sollte es doch zu einer Erkältung kommen, müssen Asthmatiker sofort einen Arzt aufsuchen, damit es zu keiner Exazerbation oder Lungenattacke kommt.

Ein einfacher Weg, sich vor Erkältungen und anderen Widrigkeiten der kalten Jahreszeit zu schützen, ist eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und wichtigen Nährstoffen. Dies gilt übrigens nicht nur für Asthmatiker. Am besten greift man auf Obst- und Gemüsesorten zurück, die Saison haben und aus biologischem Anbau stammen. So vermeidet man die Aufnahme von Pestiziden, die die Gesundheit schädigen. Um sich als Asthma-Patient nicht alleine zu fühlen, ist auch der Austausch mit anderen Betroffenen ratsam. Eltern, deren Kinder unter Asthma leiden, können in ihrer Gegend an einer Asthmaschulung teilnehmen .

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