Gesundheit
Die Legalität von Cannabis für medizinische Zwecke

Seit dem Jahr 2017 dürfen Cannabis in reiner Form wie auch einzelne Extrakte der weiblichen Hanfblüten für medizinische Zwecke in ganz Deutschland verordnet werden. Schon immer gab es Bundesländer, die den Umgang mit Cannabis für Zwecke des Eigenbedarfs eher liberal gesehen haben, und auch den Besitz größerer Mengen an Hanfblüten nicht strafrechtlich verfolgt haben. Hier sind vor allem Berlin und Hamburg zu nennen, wo schon seit langem ein privater Besitz von 5 bis 7 Gramm Cannabis toleriert wurde. In Bayern steht es mit der Cannabis Akzeptanz dagegen ganz anders, hier geht die Regierung strikt auch schon gegen kleine Mengen Hanf vor, welche im Besitz von Privatpersonen gefunden werden.

Mittwoch, 22.01.2020, 04:51 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 11:25 Uhr
Gesundheit: Die Legalität von Cannabis für medizinische Zwecke
Foto: Photo by Jacalyn Beales on Unsplash

Entsprechend werden alternative Arzneimittel mit und aus Cannabis oft ganz unterschiedlich in den einzelnen Regionen Deutschlands vom Arzt verordnet. Hier findet sich ein guter Artikel von amigosdelcannabis.cl , welcher sich intensiv und detailliert mit der aktuellen Rechtslage rund um die Legalität von medizinischem Cannabis beschäftigt.

Bei welchen Erkrankungen kommt eine Cannabis Therapie in Frage?

Da die Kosten für eine alternative, medizinische Behandlung mit Cannabis derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wägt der behandelnde Arzt derzeit noch sehr genau ab, wie wirtschaftlich eine Cannabis Behandlung bei den angezeigten Symptomen überhaupt ist. Zwar können Cannabisblüten und Cannabis Extrakte wie CBD und THC bei vielen psychologischen Erkrankungen schnell und sanft helfen, im Moment sind Arzneimittel wie Opiate jedoch wesentlich günstiger. Auch, wenn die Einnahme von Opioiden mit starken Nebenwirkungen wie einem Orientierungsverlust des Patienten einhergeht, werden die Kosten vollständig von den Krankenkassen übernommen.

Wann gibt es Cannabis kostenlos auf Rezept?

Bis die Krankenkassen auch die Kosten für eine Cannabis Therapie voll übernehmen, sind noch vielzählige Untersuchungen nötig, die aktuell in Verbindung mit dem MdK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) bundesweit durchgeführt werden. Die Ergebnisse sollen bis 2022 ausgewertet sein, erst dann können die gesetzlichen Krankenkassen zu einer abschließenden Beurteilung gelangen und werden die Kosten für eine indizierte Cannabis Therapie voraussichtlich übernehmen. Für die Auswertung der freiwilligen und anonymisierten Daten von Patienten wird nicht nur überprüft, wie gut Cannabis bei den unterschiedlichen Krankheitsbildern wirkt und wie schnell eine Verbesserung eintritt. Auch die persönlichen Umstände der Probanten genießen einen hohen Stellenwert, außerdem werden die wenigen Nebenwirkungen von THC und CBD genauestens dokumentiert.

Es zeichnet sich bereits jetzt der Trend ab, dass Cannabinoide als Schmerzmittel für chronisch Kranke weitaus besser verträglich sind als synthetische Pharmazeutika. Auch die vielzähligen Ausfallerscheinungen bei der Einnahme von Psychopharmaka treten bei der Gabe von CBD und sogar THC deutlich vermindert auf. Ein wesentlicher Kostenfaktor für die Produktion der cannabishaltigen, verschreibungspflichtigen Arzneimittel sind im Moment die hohen Einfuhrgebühren. Viele Cannabisblüten werden derzeit nach Deutschland importiert, es gibt erst wenige landwirtschaftliche Betriebe im Inland, die eine Konzession für den Anbau von medizinischem Cannabis erhalten haben.

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und medizinischem Cannabis?

Je nach Art der Verordnung, zum Beispiel bei einem reinen Einsatz von Cannabis gegen Schmerzen, kann der THC Gehalt in den Blüten von medizinischem Cannabis deutlich verringert werden, als man dies von Cannabis erwartet. Dafür enthalten diese Cannabis Sorten dann einen sehr hohen Anteil an CBD, welches zur Bekämpfung von starken Schmerzen überaus gut geeignet ist, dabei jedoch keinerlei Halluzinationen oder Rauschzustände hervorruft. In jeder Form wirken Cannabis Präparate jedoch stimmungsaufhellend, dies trifft auch auf die frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel mit CBD zu.

Bei anderen Erkrankungen, wie etwa Multiple Sklerose oder auch Paraplegie, welche mit teilweisen Lähmungen bestimmter Körperregionen einhergehen und auf eine Fehlfunktion der Nervenbahnen zurückzuführen sind, kann THC sehr gut für eine Linderung der Symptome sorgen. Die betroffenen Patienten erhalten bei diesen Erkrankungen in der Regel von einem Neurologen starke Schmerzmittel, die mit teilweise extremen Nebenwirkungen einhergehen. Außerdem müssen sie ständig einen Opiate-Ausweis mit sich führen.

 Fazit: Cannabis Legalisierung für medizinische Zwecke

Eine positive Beurteilung von medizinischem Cannabis durch die Krankenkassen und öffentlichen Institutionen kann ab dem Jahr 2022 dafür sorgen, dass auch die Legalisierung von Cannabis für den privaten Gebrauch in Deutschland rapide vorangetrieben wird. Beim medizinischen Einsatz bietet Cannabis allerlei Vorteile, aber auch die möglichen Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln werden derzeit in Deutschland akribisch analysiert.

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