Gesundheit
Urlaubszeit mit Corona. Was ist sinnvoll?

Acht Neuinfizierte, darunter mehrere Infizierte, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind, sind aktuell im Kreis Borken dokumentiert. Zur jüngsten Testung auf einem Gemüsehof in Borken liegen zwar noch keine finalen Ergebnisse vor, die erste Testrunde hat jedoch bereits positiv Getestete ergeben und eine Quarantäne für osteuropäische Mitarbeiter zur Folge gehabt. Aktuelle Daten werden regelmäßig und zeitnah im Newsticker veröffentlicht. Doch was bedeuten diese Risiken, die offensichtlich aus dem Ausland drohen, eigentlich für die Menschen in Westfalen?

Dienstag, 01.09.2020, 02:47 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 13:54 Uhr
Gesundheit: Urlaubszeit mit Corona. Was ist sinnvoll?
Globetrotter könnten es heuer schwer haben, ihre Reisepläne umzusetzen. Durch die Corona-Pandemie muss eine Reise heute deutlich organisierter ablaufen. Foto: Pixabay © langll

Auf der Suche nach einem sicheren Urlaubsland

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, was auch bedeutet: Am dem 11. August beginnt in Nordrhein-Westfalen die Schule wieder. Familien mit schulpflichtigen Kindern brauchen nun also keine Urlaubspläne mehr zu schmieden. Allen anderen werde dazu geraten, die aktuellen Regelungen zur Einreise zu studieren, bevor ein Reiseziel ausgemacht wird. Doch wie sieht es aktuell in der Welt aus?

Erlaubt sind Reisen demnach bereits in ganz viele Länder. Für Österreich, Belgien, Bosnien- und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Ungarn, Italien, Lettland, Luxemburg, Malta, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei und das Vereinigte Königreich stehen die Zeichen auf Grün. Das heißt, es ist von einer „vollständigen Öffnung“ des Landes die Rede. Regionale Lockdowns und Beschränkungen vor Ort sind dennoch denkbar.

Mit dieser großen Auswahl an Urlaubsländern auf der Liste, können sich die Menschen aus Westfalen auf die Suche machen, nach einem Urlaubsziel, das ihnen liegt. Doch worauf kommt es in diesem speziellen Urlaubssommer an?

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Wer nicht auf den Urlaub verzichten möchte, muss sich ausreichend schützen. Foto: Pixabay © OrnaW

Darauf ist heuer bei Reisen zu achten

Um sicher in den Urlaub fahren zu können und vom Urlaubsort auch wieder zurückzukommen, ohne sich und andere zu gefährden oder einem Infektionsrisiko auszusetzen, ist es wichtig, vor Reiseantritt einige Hinweise zu beachten.

  • Notwendigkeit prüfen. Wer reisen will, darf reisen. Wer darauf verzichten kann, um eine übermäßige Bewegung des Virus einzuschränken, wird aber eben genau dazu vom Auswärtigen Amt angehalten. Wer nicht zwingend reisen muss, sollte das auch nicht tun, heißt es.
  • Reiseziel mit Bedacht wählen. Wer verreisen möchte oder keine Möglichkeit hat, eine bereits gebuchte Reise zu stornieren, sollte Menschenansammlungen tunlichst vermeiden. Städtetrips in ferne Großstädte mögen reizvoll sein, allerdings erhöhen Massenansammlungen von Menschen – vor Touristenattraktionen oder in Museen – das Risiko einer Ansteckung enorm. Auch wenn naturnahe Ziele vielleicht heuer beliebter sind, sind Wanderungen, Fahrradtouren oder Ausflüge an den See doch die bessere Wahl als ein Sightseeing-Tag mit hunderten von anderen Touristen.
  • Sicherheitsregeln einhalten. Reisende sollten auch bei noch so ausgelassener Urlaubsstimmung darauf achten, die Corona-Hygieneregelungen einzuhalten und Abstand zu halten. Zu den Hygieneregeln gehört im Übrigen nicht nur das regelmäßige Händewaschen, sondern auch der regelmäßige Austausch der Mund-Nasen-Bedeckung, die im verunreinigten Zustand die Gefahr einer Infektion nur noch einmal verstärkt.
  • Unterkunft wählen. Im besten Fall wird heuer kein Urlaub im beliebten Hotel gebucht, sondern in einer Ferienwohnung oder in einem Mobile-Home. Wer ohnehin ein Wohnmobil hat, verreist damit heuer am sichersten, denn: Der enge Kontakt zu anderen Personen ist auf dem Campingplatz vergleichsweise gering. Der Plausch von Wohnwagen zu Wohnwagen ist zwar nicht verboten, findet aber in der Regel im Freien und heuer zusätzlich noch auf Abstand statt. In All-inclusive-Hotels, in denen die Gäste an einem Ort zusammenkommen müssen, um die gebuchte Verpflegung zu bekommen, bergen hier größere Infektionsrisiken.
  • Reisetagebuch führen. Ein Reisetagebuch zu führen, ist heuer wichtiger denn je. So kann im Falle einer Infektion nachverfolgt werden, wer zu den möglichen Kontaktpersonen gehört hat und damit auch Gefahr läuft, infiziert zu sein
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Viele setzen auch auf die Corona-Warn-App - um sich und andere im Falle einer Infektion zu warnen. Foto: Pixabay © iXimus

Gesund in den Urlaub fahren und gesund wieder zurückkehren

Unabhängig davon, wohin die Reise gehen soll, ist es wichtig, gesund in den Urlaub zu starten und anschließend auch wieder gesund in die Heimat zurückzukehren. Um zweimal sicher sein zu können, dass es gesund in den Urlaub geht und dass man gesund wieder zurückkommt, gibt es nur eine Möglichkeit: zwei Tests – einen vor Urlaubsantritt und einen nach der Rückkehr.

Für diejenigen, die sich vorsorglich vor einer Urlaubsreise auf Corona testen lassen wollen, gilt: Nicht jeder bekommt den Corona-Test kostenlos. Lehrer und Erzieher können sich kostenlos auf Corona testen lassen. Auch wenn ein Arbeitgeber den Corona-Test anordnet, ist dieser für die Mitarbeiter kostenlos. Zudem können diejenigen sich kostenlos testen lassen, die in einer gefährdeten Region leben, die bereits von einem lokalen Lockdown betroffen ist. Außer im Bundesland Bayern, wo Corona-Tests kostenlos für Jedermann zur Verfügung stehen, müssen in Nordrhein-Westfalen die Menschen dafür bezahlen, die sich quasi „grundlos“ testen lassen möchten.

Für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt: Die Landesregierung von NRW und die regionalen Kassenärztliche Vereinigungen haben an drei Flughäfen im Bundesland Teststationen für Rückkehrer aus Risikogebieten eingerichtet – in Dortmund, Düsseldorf und Münster/Osnabrück. Am Standort Köln/Bonn soll das bestehende Testzentrum diese Aufgabe mittragen.

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