Tipps zur Vorbeugung und zur Linderung
Gelenkschmerzen – was hilft?

Knapp 50 % der Deutschen über 45 leiden an temporären oder chronischen Schmerzen in den Gelenken. Oft sind die Ursachen nicht eindeutig zu definieren. 

Donnerstag, 10.09.2020, 15:29 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 15:50 Uhr
Tipps zur Vorbeugung und zur Linderung: Gelenkschmerzen – was hilft?
Foto: Bild von Angelo Esslinger auf Pixabay

In den meisten Fällen sind es jedoch Abnutzungserscheinungen , die zu schmerzhaften Einschränkungen der Bewegungsfreiheit führen. Die Arthrose kann an allen Gelenken des Körpers auftreten und wird durch die Zerstörung der die Gelenke schützenden Knorpelschicht verursacht. Dadurch reiben die Knochen direkt aufeinander und bei jeder Bewegung werden Schmerzen verursacht, welche Bewegungseinschränkungen bis hin zur vollständigen Immobilität hervorrufen.

Diese Abnutzungserscheinungen sind nicht zu verwechseln mit Arthritis. Diese ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. In der reaktiven Form treten die Schmerzen nach bakteriellen Infektionen auf und schwellen danach wieder ab. In der rheumatoiden Form schreiten die Entzündungen chronisch voran und zerstören allmählich die Gelenke. Morgensteifigkeit, Schwellungen und Druckschmerz sind die Anzeichen bis hin zur Versteifung der Gelenke.

Die Schleimbeutel befinden sich zwischen Knochen und Weichgewebe. Eine Reizung kann ebenfalls schmerzhafte Entzündungen hervorrufen. Anderen Ursprungs ist die Gicht. So wird ein Stoffwechselleiden bezeichnet, welches eine Überproduktion von Harnsäure bedingt. Wenn diese in den Gelenken auskristallisiert, kommt es zu bewegungseinschränkenden Schmerzanfällen.

Weitere mögliche Ursachen bestehen in Form von Unfällen, die meist dem Sport zugeschrieben werden. So sind Verstauchungen, Verrenkungen, Überdehnungen und Risse der Bänder ebenso verantwortlich für temporäre Schmerzen in den Gelenkregionen wie Fehlbelastungen und Übergewicht.

Welche Symptome zeichnen Gelenkschmerzen aus?

Da sich die Ursachen für Gelenkschmerzen uneinheitlich darstellen, sind auch die Symptome schwierig zu untergliedern. Deshalb kommt es oft zu Überschneidungen und für die ärztliche Diagnose ist die Anamnese (Vorgeschichte des Patienten) von entscheidender Bedeutung. Im Allgemeinen wird von einem Anlaufschmerz gesprochen, wenn die Schmerzen einsetzen, sobald das Gelenk bewegt wird. In diesem Falle ist von degenerativen Störungen des Gelenks auszugehen.

Vor allem nachts tritt der Ruheschmerz auf. Mediziner gehen dann von einer entzündlichen Ursache aus oder von einer Überbelastung von degenerativ veränderten Gelenken. Wenn die Schmerzen sich dann bemerkbar machen, wenn das Gelenk unter Belastung steht und der Schmerz in Ruhestellung verschwindet, ist von Verletzungen der jeweiligen Gelenkregion auszugehen. Häufig verschwinden Gelenkschmerzen wieder von allein. Bei Anzeichen von Fieber, bei Hautrötungen oder Schwellungen wird jedoch geraten, einen Arzt aufzusuchen. Tiefergehend mit der Problematik befassen sich Portale wie Gelenkexperten.de , die in der Regel auch Informationen über Ärzte in der Region bereithalten.

Strategien zur Vermeidung von Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen können sowohl medizinisch als auch therapeutisch gut behandelt werden. Zudem gibt es mehrere vorbeugende Ansätze, welche ihr Auftreten verhindern können.

Gelenkschonende Sportarten, die in den Tagesablauf integriert werden, sind dabei ein wichtiges Kriterium. Je nach Fitnessgrad eignen sich Radfahren , Schwimmen, Nordic Walking bis hin zu leichtem Jogging zur Förderung der Durchblutung. Zu beachten ist dabei, eine Überforderung zu vermeiden. Bei Verletzungen ist zu warten, bis die Ausheilungsphase beendet ist.

Fehlbelastungen führen nicht selten zu Gelenkschmerzen. Mithilfe eines Physiotherapeuten lassen sich diese meist in kurzer Zeit beheben. Büroangestellte sollten sich am Arbeitsplatz öfter kurze Pausen gönnen und diese mit Dehnübungen würzen. Fehlstellungen der Wirbelsäule und Rückenschmerzen können dadurch vermieden werden. Sanfte Massagen und leichte Gymnastik haben ein hohes Potenzial zur Linderung. Spezielle Übungen, welche die betroffenen Gelenke in Bewegung halten, fördern die Durchblutung, lindern dadurch die Entzündungen und erhöhen die Bewegungsfreiheit. Es sollte auch hier darauf geachtet werden, akute Verletzungen erst ausheilen zu lassen.

Ernährung und Naturheilkunde

Ein ganzheitlicher Ansatz ist mit einer Ernährungsumstellung gegeben. Ziel ist die Stärkung des Immunsystems einerseits sowie die Bekämpfung von Entzündungen andererseits. Fettreiches Fleisch und Milchprodukte wie Sahne und Butter wirken in der Regel entzündungsfördernd. Gemüse, Fisch, Obst und vor allem Knoblauch und Zwiebel wirken entzündungshemmend. Natürlich können diese Diäten kurzfristig die Symptome lindern, es empfiehlt sich jedoch eine komplette Umstellung, verschwinden damit auch Begleiterscheinungen der Arthritis wie Müdigkeit und Erschöpfung.

Bleiben noch die naturheilkundlichen Ansätze zu nennen. Diese können vor allem bei Prellungen, Zerrungen und Schwellungen Schmerzen lindern, zeitigen aber auch bei Arthrose und Rheuma Erfolge. Salben werden schon seit ewigen Zeiten gegen Gelenkschmerzen aufgetragen. Arnika, Rosskastanie, Kampfer und Menthol haben eine durchblutungsfördernde Wirkung, die Entzündungen entgegenwirken.

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