Pflege, Familie, Weiterbildung
Für wen sich Brückenteilzeit eignet

Wer in Teilzeit gehen will, war für die Rückkehr in Vollzeit bisher auf das Einverständnis des Arbeitgebers angewiesen. Das wird ab kommendem Jahr anders. Für wen lohnt sich die Brückenteilzeit?

Donnerstag, 18.10.2018, 16:52 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.10.2018, 16:48 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 18.10.2018, 16:52 Uhr
Arbeitnehmer sollen künftig ein Recht auf befristete Teilzeit bekommen. Danach sollen sie in Vollzeit zurückkehren können.
Arbeitnehmer sollen künftig ein Recht auf befristete Teilzeit bekommen. Danach sollen sie in Vollzeit zurückkehren können. Foto: Jan-Philipp Strobel

Ludwigshafen (dpa/tmn) - Für eine Zeit lang weniger arbeiten und sich anderen Aufgaben widmen, danach aber in Vollzeit zurückkehren: Das sieht das Gesetz zur Einführung einer Brückenteilzeit vor, das der Bundestag an diesem Donnerstag verabschiedet hat.

Millionen Arbeitnehmer in Deutschland erhalten ab Anfang kommenden Jahres ein Recht auf diese zeitlich befristete Teilzeit. Doch für wen eignet sich dieses Modell?

«Die Brückenteilzeit eignet sich für all diejenigen, die ihre Arbeitszeit aufgrund ihrer aktuellen Lebenssituation verringern möchten - für die aber absehbar ist, dass sich diese Situation auch wieder ändert», sagt Prof. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) in Ludwigshafen.

Solche Phasen können zum Beispiel auftreten, wenn Angestellte ihre Eltern pflegen oder Kinder und Familie haben. «Aber auch wer privat eine Weiterbildung machen oder sich Zeit für eine Neu- oder Umorientierung nehmen möchte, kann künftig die Option Brückenteilzeit wählen», erläutert Rump.

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer, der bei einem Arbeitgeber mit mindestens 45 Beschäftigten angestellt ist, Brückenteilzeit beantragen - für wenigstens ein und maximal fünf Jahre. Ob der Arbeitgeber dem Antrag zustimmt, sei abhängig davon, wie viele Arbeitnehmer im Betrieb bereits Anspruch auf Brückenteilzeit erhoben haben oder ob betriebliche Gründe für die Ablehnung vorliegen, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln.

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