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Warum schreibt der Gesetzgeber eine Berufshaftpflichtversicherung vor?

Dem Zwang zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung unterliegen in Deutschland zahlreiche Berufsgruppen. Die Palette reicht von Ärzten über Steuerberater und Architekten bis hin zu Anwälten und Maklern für Finanzmarktprodukte.

Montag, 03.12.2018, 14:20 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 14:23 Uhr
Karriere: Warum schreibt der Gesetzgeber eine Berufshaftpflichtversicherung vor?
Foto: Photo by Noah Silliman on Unsplash

Der Zwang zur Berufshaftpflichtversicherung findet sich im Paragrafen 34c der Gewerbeordnung, der sich mit den erlaubnispflichtigen Berufen beschäftigt. Dort heißt es im zweiten Absatz, dass die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes verweigert wird, wenn der Nachweis einer beruflichen Haftpflicht-Police nicht erbracht werden kann. Für Anwälte wird der Abschluss einer solchen Versicherung im Paragrafen 51 der Bundesrechtsanwaltsordnung zwingend vorgeschrieben.

Warum macht diese Police auch ohne gesetzlichen Zwang Sinn?

Wenn Sie einen Blick auf die Angebote zur Berufshaftpflichtversicherung bei HISCOX werfen, werden Sie auf Offerten für weitere Berufsgruppen treffen. Die dortige Differenzierung ist eine gute Sache, denn die Policen sind auf spezifische Risiken zugeschnitten, die sich aus der jeweiligen Art der Tätigkeit ergeben. So kommen auch faire Preise zustande, da nicht pauschal alle Risiken einbezogen werden, die auf die einzelnen Branchen gar nicht zutreffen. Ein Handwerker dürfte beispielsweise nicht wegen einer Falschberatung zu einer Finanzierung haftbar gemacht werden. Umgekehrt kommt ein Steuerberater kaum in die Situation, für einen Schaden durch Baumängel zahlen zu müssen.

Andererseits treten Risiken in Berufsgruppen auf, für die keine Pflicht zum Abschluss einer Berufshaftpflicht-Police besteht. Beispiele dafür sind IT-Unternehmen. Durch mangelnde Sorgfalt bei der Absicherung von Websites und Netzwerken kann es zu Datendiebstählen kommen. Journalisten und Blogger könnten durch Falschangaben Schäden bei Dritten verursachen, die eine Verpflichtung zum Schadenersatz nach dem Paragrafen 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs nach sich ziehen.

Unterschiede zwischen der Berufshaftpflicht und der Betriebshaftpflicht beachten!

Leider sind sich viele Gewerbetreibende der Tatsache gar nicht bewusst, dass es dort überhaupt Unterschiede gibt. Die Berufshaftpflicht deckt Schäden ab, die sich aus der unmittelbaren Tätigkeit ergeben. Verletzt sich jemand in den Geschäftsräumen durch einen Sturz, fällt das nicht unter den Deckungsumfang dieser Versicherung. Für die Regulierung eines solchen Schadensfalls ist der Versicherer zuständig, bei welchem eine Police zur Betriebshaftpflicht abgeschlossen wurde. Wer schlau ist, kombiniert beide Versicherungsarten in einem Vertrag. Die Vorteile dieser Kombination liegen einerseits in der Regel in günstigeren Beiträgen. Andererseits wirkt sich die Tatsache günstig aus, dass es für alle Arten von Schadensfällen nur einen Ansprechpartner gibt.

Die Berufshaftpflicht dient dem Gewerbetreibenden und dem Verbraucherschutz

Gewerbetreibende haben den Pluspunkt, dass sie Haftpflichtforderungen auf die Versicherung abwälzen können. Den größten Vorteil ziehen daraus die sogenannten Vollhafter, die auch mit ihrem privaten Vermögen für Forderungen gegen das Unternehmen haften müssen. Verbraucher profitieren davon, dass die Versicherungssummen immer höher sind als beispielsweise das Haftungskapital einer kleinen GmbH. Für einige Berufsgruppen sind in Deutschland sogar Mindestversicherungssummen vorgeschrieben. Betroffen davon sind beispielsweise Makler für Finanzmarktprodukte und Rechtsanwälte. Das heißt, geschädigte Verbraucher können auch Ansprüche durchsetzen, die über das wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Unternehmens hinausgehen.

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