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Mindestlohn, Pflege und Arbeitskräftemangel: Neue Regelungen und Trends für Zeitarbeit in 2020

Der Jahreswechsel naht. Mit dem Beginn von 2020 sind für die Zeitarbeit einige Änderungen zu erwarten. Teilweise stehen die neuen Regelungen bereits fest. In anderen Fällen sind sie zwar noch nicht fixiert, aber bereits deutlich am Horizont zu erkennen. Geregelt ist bereits der Anstieg des Mindestlohns. Zu erwartende Änderungen gibt es hingegen in den Bereichen Pflege und Rekrutierung. Zudem sind die Tarifverhandlungen noch nicht beendet.

Freitag, 13.12.2019, 09:01 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 09:04 Uhr
Karriere: Mindestlohn, Pflege und Arbeitskräftemangel: Neue Regelungen und Trends für Zeitarbeit in 2020
Foto: Photo by Dominik Lange on Unsplash

Mindestlohn steigt leicht an

Zum 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn moderat an. Er beträgt fortan 9,35 Euro brutto statt 9,19 Euro brutto. Die Erhöhung war damit deutlich weniger deutlich als von 2018 zu 2019 - damals ging es um 35 Cent in die Höhe. Weitere Anstiege sind allerdings zu erwarten. Auch zum 1. Januar 2021 und in den folgenden Jahren soll es ähnliche Erhöhungen wie jetzt geben, ist der Mindestlohn Kommission zu hören, welche die Bundesregierung in dieser Frage federführend berät.

Keine Zeitarbeit mehr in der Pflege?

Möglicherweise wird in der Pflege die Zeitarbeit verboten. Berlin hat angekündigt, Anfang 2020 eine entsprechende Initiative in den Bundesrat einzubringen. Eigentlich ist die Leiharbeit in diesem Sektor eine Erfolgsgeschichte: Pflegekräfte verdienen bei Zeitarbeitsfirmen deutlich besser als in Pflegeeinrichtungen. Immer mehr Personal verlässt deshalb ihr eigentliches Arbeitsverhältnis und entscheidet sich für einen Vertrag bei einem entsprechenden Unternehmen. Dadurch kommt es allerdings zu einem häufigen Wechsel des Personals in den Pflegeeinrichtungen. Laut der Berliner Landesregierung leidet darunter die Qualität der Versorgung.

Probleme bei der Rekrutierung

Die Pflege ist allerdings relativ alleine in der Frage der Popularität von Zeitarbeit unter Deutschen. Der entsprechende Arbeitsmarkt wird immer kleiner. Von Mai 2018 zu Mai 2019 sank die Zahl der Leiharbeiter in der Bundesrepublik um 90.000. Für das kommende Jahr ist eine ähnliche Entwicklung zu erwarten. Einerseits ist dieser Trend zu begrüßen, zeigt er doch, dass das Versprechen der Zeitarbeit gehalten wird: Die Menschen finden durch die Tätigkeit dauerhafte Anstellungen. Anderseits entsteht im Bereich der Leiharbeit ein Rekrutierungsproblem. Einige Firmen werben bereits offensiv damit,  Leiharbeiter aus Polen  bzw. Osteuropa bereitzustellen. Verstärkt sich dieser Trend, sind in diesem Bereich ebenfalls neue Regelungen zu erwarten.

Tarif-Verhandlungen: Stand der Gespräche

Seit Mitte 2019 läuft die dritte Runde der Tarif-Verhandlungen "Leih-Arbeit". Bislang sind jedoch keine Ergebnisse erreicht worden. Beide Seiten bestehen weiterhin auf ihren ursprünglichen Forderungen bzw. Angeboten. Die Gewerkschaften fordern 8,5 Prozent mehr Lohn für 12 Monate und einen Manteltarifvertrag. Die Arbeitgeber bietet Lohnerhöhungen unter der Inflationsrate für vier Jahre. Eine Einigung noch in 2019 ist nicht zu erwarten. Die geltenden Tarifverträge enden am 31. Dezember 2019. Damit läuft auch die Friedenspflicht aus. Warnstreiks sind deshalb ab Januar möglich und auch wahrscheinlich.

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