Karriere
Frauen in Führungspositionen: Vorstände werden weiblicher

Die Frauenquote zeigt Wirkung: Immer mehr Frauen befinden sich in Führungspositionen. Bis zur völligen Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der deutschen Wirtschaft ist es aber noch ein weiter Weg.

Dienstag, 21.01.2020, 15:26 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 15:29 Uhr
Karriere: Frauen in Führungspositionen: Vorstände werden weiblicher
Foto: Photo by Brooke Lark on Unsplash

Die Anzahl der Frauen in Führungspositionen wächst in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt rund fünf Jahre nach dem Kabinettsbeschluss zur Frauenquote der Verein „Frauen in die Aufsichtsräte”, kurz FidAR. Die Bundesregierung hatte die Quote im Dezember 2014 auf den Weg gebracht.

Mehr Frauen in Kontrollgremien

Seitdem sind vor allem Aufsichtsräte weiblicher geworden. In den aktuell 186 im DAX, MDAX und SDAX sowie bei den im Regulierten Markt notierten Unternehmen betrug der Anteil der Frauen in Kontrollgremien im Oktober 2019 31,8 Prozent. Das ist im Vergleich zu 2015 ein Wachstum von 11,9 Prozent.

Geringe Veränderungen in Vorständen

Geringere Veränderungen gibt es dagegen in den Vorständen. Dort stieg die Frauenquote seit 2015 um nur 5,1 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent. In den Vorständen haben also die Männer mit einem Anteil von rund 90 Prozent immer noch eindeutig das Sagen. Nach Meinung von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) ist daher auch die durch die Frauenquote angeschobene Veränderung ist nicht ausreichend.

Die Politikerin lobte zwar die Quote als wichtiges Mittel zur Gleichberechtigung in der Wirtschaft, führte aber gegenüber dem Verein FidAR weiter aus: „Die feste Quote für die Aufsichtsräte wirkt. Ohne gesetzlichen Druck hätten wir den starken Anstieg des Frauenanteils in Aufsichtsräten nie erreicht. Es ist aber nicht hinnehmbar, dass in den Vorständen kaum Fortschritte gemacht werden. Mit unverbindlichen Empfehlungen allein kommen wir hier offensichtlich nicht weiter. Wir sind entschlossen, den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen.”

Frauen und wirtschaftlicher Erfolg

Die nur langsame Entwicklung in Richtung Geschlechtervielfalt in Aufsichtsräten und Vorständen ist schwer verständlich angesichts diverser Studien, die einen Zusammenhang zwischen Frauen in Führungspositionen und wirtschaftlichem Erfolg festgestellt haben.

Sowohl eine Untersuchung der Non-Profit-Organisation Catalyst als auch eine Analyse der Unternehmensberatung McKinsey ergaben, dass Unternehmen mit ausgewogenem Geschlechterverhältnis in der Chefetage in der Regel erfolgreicher sind als Unternehmen, in denen nach wie vor Männer dominieren.

Renommierte Unternehmen machen es vor

Diverse Unternehmen gehen allerdings schon mit gutem Beispiel voran. Dazu gehören unter anderem Konzerne wie SAP mit Jennifer Morgan (Vorstand) oder Thyssenkrupp mit Martina Merz (Vorstandsvorsitzende). 

Daneben haben sich gerade in traditionellen Familienbetrieben Frauen in Führungspositionen etabliert, beispielsweise beim Wurst- und Fleischhersteller Schwarz Cranz im niedersächsischen Neu-Wulmstorf mit Chefin Kristin Schwarz.

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