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Mehr Beschäftigte in der Sicherheitsbranche – Zahlen und Fakten

Die Sicherheitsbranche wächst seit einigen Jahren immer weiter an. Viele Menschen entschließen sich in vielen der zugehörigen Bereiche tätig zu sein, sei es als Türsteher in Diskotheken oder bis hin zur Eröffnung des eigenen Bewachungsgewerbes. Zudem unterstützt gut ausgebildetes Sicherheitspersonal auch immer mehr polizeiliche Aktivitäten. Was die Zahlen sagen und welche Möglichkeit mitunter besteht, um in die Sicherheitsbranche einzusteigen, wird nun geklärt.

Montag, 25.01.2021, 10:30 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 12:34 Uhr

Umfragen und Statistiken bieten einen gewissen Überblick und untermauern das gesellschaftliche Gefühl, dass eine Bewegung stattfindet. Wachstum in der Sicherheitsbranche ist Fakt – sei es bei der Zahl der Beschäftigten oder vertretenen Unternehmen und Dienstleister. Viele Arbeitssuchende mögen den Boom und den gesellschaftlichen Wunsch nach vermehrter Sicherheit als vielversprechende Jobperspektive verstehen und den Einstieg in die Sicherheitsbranche als attraktiv ansehen. Die Sachkundeprüfung 34a ist dabei eine der Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg.

Wach- und Sicherheitsdienste sind gefragt

Da die Sicherung von Menschen und fremden Gegenständen und Objekten immer wichtiger wird, muss entsprechendes Personal dafür bereitgestellt werden. In den letzten zwei Jahrzehnten konnte demnach ein deutlicher Anstieg in der Sicherheitsbranche verzeichnet werden. Mittlerweile werden über 263.000 Mitarbeiter in diese Branche eingeordnet und 6.500 Sicherheitsdienst- und Wachunternehmen sind inzwischen in Deutschland vertreten.

Die wichtigsten Bereiche in der Sicherheitsbranche fallen auf:

  • den Objektschutz
  • Notruf- und Sicherheitsleitstellen
  • Flughafensicherheit

Da die Branche jedoch sehr weit gefächert und aufgeteilt ist, ergeben sich noch viele weitere Tätigkeitsbereiche, die gleichzeitig attraktive Jobchancen bilden. Dass dieser Zweig für viele Arbeits- und Ausbildungssuchenden so interessant ist, zeigen 1.100 neue Ausbildungsverträge aus dem Jahr 2019. Um qualifiziertes Branchenpersonal hervorzubringen, stehen zwei verschiedene Ausbildungsberufe zur Verfügung, die Servicekraft für Sicherheit und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Allerdings ist nicht immer eine komplette Ausbildung notwendig, um in der Sicherheitsbranche eine Anstellung zu finden. Je nach Einsatzort und Tätigkeit kann eine abgeschlossene Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung bereits so manche Tür öffnen.

In finanzieller Sicht interessant

Selbst in Sachen Verdienst und Einkommen erweist sich die Sicherheitsbranche als interessant. Vollzeit-Arbeitnehmer können mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 32.200 Euro rechnen (Stand 2019). Allerdings kann dies je nach Bundesland und Einsatzgebiet etwas variieren. Wie so oft bleiben die Themen Einkommen und Tarifhöhe in der Diskussion und werden ab und an neu aufgerollt. Das ist auch momentan wieder der Fall. Dennoch handelt es sich bei den Wach- und Sicherheitsdienstleistungen in der Branche um lukrative Jobs. Da das Interesse an Schutz und Sicherheit stark ansteigt, bietet die Sicherheitsbranche Berufe mit Zukunft. Der Einstieg ist dabei nicht unbedingt schwierig.

Der Einstieg in die Sicherheitsbranche: der 34a-Schein als Voraussetzung

Wer einer beruflichen Tätigkeit in diesem Gewerbe nachgehen oder eine Ausbildung in Angriff nehmen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen und das notwendige Wissen mitbringen. Für eine Security Ausbildung und ähnliche Tätigkeitsgebiete, bei dem es um die Bewachung und den Schutz fremder Objekte oder Personen geht, wird demnach der 34a-Schein gefordert. Dieser lässt sich durch die Sachkundeprüfung erwerben.

Bei der Sachkundeprüfung weisen Teilnehmer umfassende Kenntnisse in Sachen Bewachung und Sicherheit auf. Die Prüfung wird als Grundlage für all diejenigen angesehen, die sich in der Sicherheitsbranche selbstständig machen oder in einem Bewachungsunternehmen angestellt werden möchten. Das notwendige Wissen wird im Vorfeld in Vorbereitungskursen erarbeitet.

Für die nachfolgenden Bereiche ist laut der Bewachungsordnung vom 1. Juni 2019 die Sachkundeprüfung ebenfalls eine der Voraussetzungen:

  • Bei einer leitenden Position in der Bewachung von zugangsgeschützten Großveranstaltungen und Events
  • Bei einer leitenden Position in der Bewachung von Aufnahmeeinrichtungen und/oder Flüchtlingsunterkünften (§44 Asylgesetz)
  • Kaufhausdetektiv, Gewährleistung von Schutz vor Ladendieben
  • Türsteher bzw. für die Bewachung von Einlassbereichen bei Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen
  • Bei der Führung des eigenen Gewerbebetriebs, als Gewerbetreibender und als gesetzlicher Vertreter juristischer Personen
  • Bei der Ausführung von Kontrollgängen in Hausrechtsbereichen mit öffentlichem Verkehr und im öffentlichen Verkehrsraum bspw. als Citystreife

Kompetentes Personal mit umfangreichem Wissensschatz

Vorbereitungskurse vermitteln Menschen, die in der Sicherheitsbranche arbeiten möchten und dort eine Karriere anstreben bereits wertvolle Inhalte über den Umgang mit Menschen, die Gefahrenabwehr, Sicherheit und Ordnung und vieles mehr. Die Inhalte werden anschließend in der Sachkundeprüfung 34a abgefragt.

Weitere Themenbereiche der Prüfung sind:

  • Unfallverhütungsvorschriften für den Bereich der Sicherheits- und Wachdienste
  • Sicherheitstechnik und ihre Grundzüge
  • Bürgerliches Gesetzbuch
  • Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie Gewerberecht
  • Techniken zur Deeskalation von Konfliktsituationen, Verhalten in Gefahrensituationen
  • Umgang mit Waffen sowie Straf- und Strafverfahrensrecht

Ablauf und Bewertung der Sachkundeprüfung

Die Sachkundeprüfung wird durch die Industrie- und Handelskammer vollzogen. Diese bedient sich aus einem großen zusammengestellten Fragen-Pool, der stets erweitert wird. Die Vorbereitungskurse beschäftigen sich mit ähnlichen Fragestellungen, da aus Copyright-Gründen nicht auf die Original-Prüfungsfragen zurückgegriffen werden darf.

Die Gewichtung der einzelnen Themen und Fragen verläuft unterschiedlich. Insgesamt müssen die Prüflinge 72 Fragen mit maximal 100 zu erreichenden Punkten lösen. Zum Bestehen der Prüfung werden mindestens 50 erreichte Punkte vorausgesetzt. Das Antwort-Prinzip der Fragen beruht auf Multiple-Choice. Nach Bestehen dieses schriftlichen Prüfungsteils, für den 120 Minuten festgelegt sind, findet die mündliche Prüfung statt, die 15 Minuten dauert.

Förderung der Sachkundeprüfung nach 34a

Der Einstieg in die Sicherheitsbranche wird zudem gefördert, was viele Interessenten als auch Sicherheitsunternehmen als weiteren Pluspunkt ansehen mögen. Damit müssen die Kosten für die Vorbereitung auf die Prüfung und die Prüfung selbst nicht allein getragen werden, sondern können von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter bis zu 100 Prozent gefördert werden, wie z.B. mit dem Qualifizierungschancengesetz oder dem Bildungsgutschein.

Die Sicherheitsbranche – eine Branche mit Zukunft

Zwar haben einige Bereiche der Sicherheitsbranche aufgrund der momentanen Weltlage einige Auftragsprobleme. Schließlich brauchen keine Läden bewacht werden, die nicht geöffnet sind, um ein Beispiel zu nennen. Im groben Ganzen bietet die Branche jedoch viel Perspektive, denn der Sinn und der Wunsch nach Sicherheit wächst im privaten Bereich als auch bei Konzernen, Unternehmen und Veranstaltern. Daher sind die Zahlen nicht verwunderlich, die Statistiken und Beobachtungen zu der Branche bieten. Ein weiterer Anstieg muss demnach nicht ausgeschlossen werden. Für Interessenten, Arbeitslose und Arbeitssuchende mag die Sicherheitsbranche also ein lukrativer Weg für eine Anstellung sein. Die Sachkundeprüfung nach § 34a der Gewerbeordnung mag dazu als Wegbereiter dienen.

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