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Wintertrend: Mit dem Camper in den Skiurlaub

Viele Menschen wollen im Urlaub flexibel sein, im eigenen Bett schlafen und zudem Geld für teure Unterkünfte sparen. Alles das ist möglich, wenn man mit dem Heim auf vier Rädern unterwegs ist und dort Halt macht, wo es am schönsten ist. Mehr Individualität in der schönsten Zeit im Jahr geht gar nicht!

Donnerstag, 16.01.2020, 09:26 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 10:37 Uhr
Reise: Wintertrend: Mit dem Camper in den Skiurlaub
Foto: Photo by Arisa Chattasa on Unsplash

Die Leidenschaft fürs Verreisen mit dem Wohnmobil beschränkt sich mittlerweile jedoch nicht mehr nur auf den Sommer. Mit dem Camper in den Skiurlaub ist der neue Wintertrend, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Wer sich gut vorbereitet und optimal ausgerüstet ist, muss im Camper nicht frieren, hat alle Annehmlichkeiten und kann die Ferien im Schnee so richtig genießen. 

In den Skigebieten haben sich bereits viele Campingplätze speziell auf die Wintercamper eingestellt und bieten beispielsweise wärmende Wellnessbehandlungen für ausgekühlte Pistenflitzer sowie Trockenräume für die Ausrüstung. 
Die ideale Ausrüstung für das Campen im Schnee

Wer nicht über einen serienmäßig verlegten Teppichboden oder - noch besser - eine Fußbodenheizung im Eigenheim auf vier Rädern verfügt, der kann seinen Camper nachrüsten. Vor allem in den Sitzecken sollte es immer kuschelig warm sein und nicht von unten her die Kälte in den Wohnbereich und in die Beine kriechen.

Direkt vor der Tür des Campers wird eine Fußmatte platziert. Kommen Skifahrer von der Piste oder Spaziergänger von ihrer Wanderung durch die Winterlandschaft zurück, klebt unter den Schuhsohlen meist dick der Schnee. Wenn dieser nach dem Betreten des Wohnmobils in der Wärme schmilzt, bilden sich Wasserlachen, was ein unbehagliches Nässegefühl in dem kleinen Wohnraum entstehen lässt.

Wer in der kalten Jahreszeit mit dem Wohnmobil auf dem Campingplatz Urlaub macht, sollte ein Winter-Vorzelt vor dem Eingang platzieren. Dort können vorübergehend feuchte Kleidung und Schuhe deponiert werden, damit diese nicht im Innenraum "schwitzen" und ein klammes Raumgefühl verursachen. 

Ferien ohne Faulenzen unter freiem Himmel ist kein richtiger Urlaub - das behaupten zumindest die Skeptiker von Winterreisen mit dem Wohnmobil. 

Stimmt! Genau deshalb gehören praktische und gemütliche Campingmöbel unbedingt auch in der kalten Jahreszeit zum Camping-Gepäck. Denn es gibt kaum ein schöneres Erlebnis, als mitten in einer prachtvollen Schneelandschaft mit Blick auf die weißen Berggipfel einen heißen selbstgemachten Grog , Glühwein oder Tee zu genießen. 

Neben den genannten Ausrüstungsgegenständen sollten in den Skiferien mit dem Wohnmobil ebenfalls immer mit dabei sein ein Schneeschieber, ein Besen sowie ein stabiler Hocker

Es kann passieren, dass Wintercamper über Nacht eingeschneit werden und morgens den Camper freischaufeln müssen. Fällt die weiße Pracht massenweise vom Himmel, wird zudem Hocker und Besen benötigt, um das Wagendach abzukehren. Es besteht nämlich die Gefahr, dass selbst die blasse Wintersonne tagsüber eine gewisse Kraft entwickelt und den Schnee schmilzt. Zieht dann wieder kalter Schatten über das Wohnmobil, kann das rinnende Wasser zu einem dicken Eispanzer gefrieren und unter Umständen die Klappe des Deichselkastens unzugänglich machen. 

Um kostbare Wärme möglichst lange im Fahrzeuginneren zu halten, empfiehlt sich eine Thermohaube für die Frontscheibe des Campers, die auch das Vereisen verhindert. Es existieren mittlerweile für Türen oder Aufstelldächer ebenfalls spezielle Schutzhauben oder 
-matten, welche isolieren und die Wärme speichern.

Was noch zu beachten ist, wenn man mit dem Camper in den Skiurlaub fährt: Wollen die Winterurlauber auch waschen oder kochen, müssen sie das Einfrieren von Boiler und Wassertank verhindern . In einem modernen Camper liegt der Wassertank üblicherweise ohnehin unter einer Sitzbank, doch bei älteren Modellen gibt es häufig nur einen Kanister, der im ungeheizten Gaskasten untergebracht ist. In diesem Fall müsste der Behälter frostsicher ins Innere des Wohnwagens verlegt werden. 

Wichtig ist auch, dass bei klirrender Kälte die Heizung weiterläuft, auch wenn der Camper leer steht. Auf diese Weise kann dem Einfrieren der Wasserleitungen entgegengewirkt werden. 

Zudem ist es denkbar, dass bei Frost der Gasdruck nachlässt und die Propanzufuhr stoppt, weil sich unter Umständen im Druckminderungsventil Eiskristalle gebildet haben. Es empfiehlt sich daher, das Ventil mit einem Tuch zu schützen, um zu verhindern, dass die Heizung ausfällt und es mitten in der Nacht plötzlich unangenehm kalt wird. 

Wegen des hohen Verbrauchs von Propangas im Winter sollten mindestens zwei 11-Liter-Flaschen an Bord sein, um für mind. eine Woche durchzukommen. Meist verfügen die Campingplätze aber ohnehin auch über einen festen Gasanschluss oder verkaufen Propangasflaschen.
Es kann jedoch nicht schaden, einen elektrischen Heizlüfter mit im Gepäck zu haben, falls doch einmal kein Gas verfügbar ist. Aber Achtung, solche Geräte sind echte Stromfresser, sie sollten daher nur im Notfall eingesetzt werden.
wer gut vorbereitet und ausgerüstet ist, hat im Skiurlaub mit dem Wohnmobil sehr viel Spaß

Man ist dabei dem Winter sicher näher, als in einem Hotel, das Erlebnis ist damit auf alle Fälle intensiver. Zudem kann aufgrund der mobilen Flexibilität sogar von Skigebiet zu Skigebiet gefahren werden - fast alle Plätze haben sich mittlerweile auf Wintercamper eingestellt.

Was kann es Schöneres geben, als mit einem Heißgetränk in Händen von der Sitzecke aus zu sehen, wie vor der Scheibe des Wohnmobils dicke Flocken vom Himmel tanzen? Oder auf einem bequemen Campingstuhl, dick eingemummt in eine kuschelige Decke, umgeben von im Sonnenlicht funkelnden Eiskristallen, in die weiße Schneelandschaft zu blicken?

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