Vermehrung bei Hitze
Gewässer im Norden durch giftige Blaualgen belastet

Bei der Hitze der vergangenen Tage lockt der Sprung in kühle Seen. Dort können sich bei Wärme allerdings auch Blaualgen ausbreiten - und zur Gefahr für die Badenden werden.

Dienstag, 11.08.2020, 14:01 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 14:13 Uhr
Ein Hinweisschild warnt Badegäste vor Blaualgen. Sommerliche Temperaturen können Ursache eines starken Wachstums sein.
Ein Hinweisschild warnt Badegäste vor Blaualgen. Sommerliche Temperaturen können Ursache eines starken Wachstums sein. Foto: Moritz Frankenberg

Hannover (dpa) - An einigen Badeseen in Deutschland treten derzeit vermehrt gesundheitsgefährdende Blaualgen auf. Biologisch gesehen sind Blaualgen Bakterien. Ursachen eines starken Wachstums können ein hoher Phosphatgehalt und sommerliche Temperaturen sein.

Mehrere Seen in Niedersachsen betroffen

An mehreren Seen in Niedersachsen wird vor ihnen gewarnt und am Laascher See (Kreis Lüchow-Dannenberg) besteht wegen massenhaft Blaualgen sogar ein Badeverbot an der Badestelle II, wie der Badegewässer-Atlas auflistet (Stand Montag, 18.00 Uhr).

Bei einer Laboruntersuchung waren bestimmte Blaualgen nachgewiesen worden, die nach dem Verschlucken Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit verursachen können.

Nun veröffentlichte der Kreis Friesland eine Warnung für den Sander See - Baden sei dort wegen Blaualgen nicht empfohlen. Vor hohen Anteilen warnen die Gesundheitsämter laut Badegewässer-Atlas derzeit auch an Badestellen am Doktorsee in Rinteln (Kreis Schaumburg), am See im Maschener Moor (Kreis Harburg) sowie am Ricklinger Bad und Siebenmeterteich in Hannover. Betroffen sind auch das Zwischenahner Meer (Kreis Ammerland), der Dümmer See (Kreis Diepholz) und der Otterstedter See (Kreis Verden).

Warnung auch in Mecklenburg-Vorpommern

Auch für den Schweriner See in Mecklenburg-Vorpommern ist die Warnung vor Blaualgen erweitert worden. Nachdem die Stadt Schwerin bereits am vergangenen Freitag eine Warnung für das beliebte Freibad Kalkwerder herausgegeben hatte, gilt diese jetzt auch für die Bereiche Zippendorfer Strand und Am Reppin, wie eine Sprecherin der Verwaltung am Dienstag sagte. An den Badestellen seien Warnhinweise angebracht worden. Gesperrt worden sei bislang aber noch keine Badestelle. In Vorpommern sind hingegen bereits mehrere Ostsee-Strände wegen Blaualgen oder Blaualgen-Verdachts gesperrt worden.

Je nach Wind- und Wetterverhältnissen kann es zu Ansammlungen kommen. Das Baden in Bereichen mit sichtbaren Schlieren sollte dann vermieden und besonders spielende Kinder und auch Hunde sollten beaufsichtigt werden. Bei Kontakt können Blaualgen auch zu Hautreizungen führen.

© dpa-infocom, dpa:200811-99-124892/6

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