Reise
Camping in Zeiten von Corona

Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Angesichts der sich inzwischen über viele Monate hinziehenden Reisebeschränkungen kann man wahrscheinlich mit Fug und Recht davon sprechen, dass die deutsche Reiselust einen neuen Höchststand erreicht hat. Doch während Kreuzfahrten, Flugreisen und der Aufenthalt in Hotels nach wie vor mit zahlreichen Auflagen und Beschränkungen verbunden sind, ist eine Reiseform für Zeiten einer Pandemie geradezu prädestiniert: Camping.

Donnerstag, 08.04.2021, 06:00 Uhr
Reise: Camping in Zeiten von Corona
Foto: Photo by Hert Niks on Unsplash

Camping als Reiseform zu Corona-Zeiten

In Zeiten wie diesen, in denen die Reduzierung von Kontakten und das Halten von Abstand oberste Bürgerpflichten darstellen, ist Camping die ideale Reiseform schlechthin. Keine andere Form des Reisens ermöglicht es so gut, andere Orte zu besuchen und gleichzeitig die geltenden Hygienevorschriften einzuhalten. Vor allem autarke Wohnmobile, die über ein eigenes Badezimmer und eine eigene Küche verfügen, sind zu Corona-Zeiten perfekt geeignet, sich auf die Reise zu machen. Sie sind nicht zwingend auf die Einrichtungen eines Campingplatzes angewiesen und ermöglichen das freie Camping in der Natur.

Darüber hinaus fallen die grundsätzlichen Vorteile der Reiseform Camping zu Corona-Zeiten besonders ins Gewicht. Mit einem Wohnmobil ist man nie auf ein bestimmtes Reiseziel und einen vordefinierten Reisezeitraum festgelegt. Jeden Tag aufs Neue kann man entscheiden, wohin die Reise weiterführt. In Zeiten, in denen sich Lockdowns und Lockerungen im Wochentakt abwechseln, ist Flexibilität ein sehr wertvolles Gut.

Zudem lassen sich mit dem Wohnmobil Menschenmassen viel leichter vermeiden als mit anderen Verkehrsmitteln. Ein Wohnmobil mieten bedeutet, dass man nicht auf Flugzeuge, Bahnen und öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist und so den Kontakt zu anderen Menschen bestmöglich beschränken kann.

Und nicht zuletzt kann man bei keiner anderen Reiseform so gut abschalten wie beim Camping. Abseits größerer Menschenansammlungen in freier Natur stellt sich rasch ein Gefühl von Urlaub und Freiheit ein, das viele Menschen in Wochen wie diesen so schmerzlich vermissen.

Was ist momentan in Deutschland erlaubt?

Die ständigen Änderungen der Bestimmungen in Bezug auf das Reisen führen auch bei Campern nach wie vor zu großer Verwirrung. Trotz der sehr guten Eignung von Camping als Reiseform zu Corona-Zeiten bleiben in Deutschland bis zum 18. April 2021 Campingplätze sowie kommerzielle und private Wohnmobilstellplätze geschlossen. Reisen innerhalb Deutschlands sind immer noch nur für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke erlaubt. Eine mögliche Öffnung der Campingplätze wurde bislang von der Politik nicht in Aussicht gestellt. Wer gegenwärtig als freier Camper unterwegs ist, kann sich auf §12 der Straßenverkehrsordnung berufen, nach dem das Parken und Übernachten im Wohnmobil überall dort erlaubt ist, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Angesichts der zahlreichen aktuell geltenden Sonderreglungen in den einzelnen Bundesländern sind Camper jedoch zur Vorsicht gemahnt und sollten sich im Vorfeld ihrer Reise im Detail dafür informieren.

In welche Länder kann man verreisen?

Im Gegensatz zu Deutschland ist in vielen anderen europäischen Ländern aktuell bereits Camping-Urlaub möglich. Dazu zählen unter anderem die Schweiz, Kroatien, Spanien, Portugal und die italienische Mittelmeerinsel Sardinien. In allen genannten Reisezielen sind die Campingplätze geöffnet und es gibt keine Quarantänevorschriften bei der Einreise. Lediglich ein negativer PCR-Test ist beim Überqueren der Grenze notwendig. Wer ein Wohnmobil mieten will, sollte sich im Vorfeld jedoch informieren, welche Reiseziele als Risikogebiete definiert wurden, da bei der Rückreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland eine mindestens fünftägige Quarantäne eingehalten werden muss.

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