Reise
Sauberkeit an Bord ist Fluggästen wichtiger als Entertainment

Berlin (dpa/tmn) - Die Luftverkehrsbranche hat die Zufriedenheit von Flugpassagieren erhoben. Den meisten genügt es schon, wenn die Maschine sie von A nach B bringt. Magazine, Cracker und Saft sind eher nebensächlich. Nur die Sitze nerven - vor allem die schmutzigen.

Dienstag, 07.05.2013, 17:15 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 07.05.2013, 16:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 07.05.2013, 17:15 Uhr

Sauberkeit an Bord ist Fluggästen wichtiger als ein attraktives Unterhaltungsangebot. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in Berlin vorgestellt hat. Fast jedem Befragten (96 Prozent) ist eine saubere Flugzeugkabine wichtig oder sehr wichtig. Nur Sicherheit bewerteten noch mehr Befragte als elementar (97 Prozent).

Ein attraktives Unterhaltungsangebot, etwa Magazine, Musik oder Filme, sind nur 30 Prozent wichtig oder sehr wichtig. Eher nebensächlich finden viele Befragte auch das Essen und Trinken an Bord: Die Verpflegung war 47 Prozent nicht sehr wichtig oder komplett unwichtig.

Die Studie zeige, dass Passagiere hauptsächlich Wert auf die Basisdienstleistung eines Fluges legen, also den reibungslosen Transport von A nach B, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch . Zusätzlicher Service stehe für viele nicht im Vordergrund.

Der erste Verbraucherreport Luftverkehr erhob neben den Prioritäten auch die Zufriedenheit der Passagiere. 88 Prozent waren der Studie zufolge mit dem jüngsten Flug zufrieden oder sehr zufrieden. Das Ranking der Faktoren eines Fluges, die den Passagieren besonders gefielen, ähnelt dem Ranking der Prioritäten: Ein hohes Sicherheitsgefühl verspürten 94 Prozent. Genauso viele bewerteten die Sauberkeit an Bord als positiv. 91 Prozent gefällt die Freundlichkeit des Personals.

Jeder Dritte (33 Prozent) sagte dagegen, er sei mit dem Komfort der Sitze eher unzufrieden. Auch das Essen und Trinken an Bord gefällt vielen nicht (23 Prozent), die restriktiven Gepäckregeln ärgern ebenfalls manche (16 Prozent).

Dass die größte Unzufriedenheit dem Sitzkomfort geschuldet ist, erklärte Siegloch so: «Sie bemängeln ja die Kniefreiheit und nicht, dass die Sitze schlecht gepolstert sind.» Der vergleichsweise geringe Sitzabstand hänge mit der Preiskalkulation zusammen. «Je mehr Sitze in einem Flieger untergebracht sind, umso günstiger kann man pro Sitz fliegen.»

Laut dem Verbraucherreport gingen im Jahr 2012 knapp 5300 Beschwerden gegen Airlines beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) ein. Die meisten (62 Prozent) reichten Passagiere wegen Verspätungen ein. Die übrigen beklagten sich wegen Annullierung, Nichtbeförderung oder Herabstufung.

Jährlich gibt es mehr als 200 Millionen Fluggäste in Deutschland. Das LBA ist die offizielle Durchsetzungs- und Beschwerdestelle für die Rechte der Fluggäste. Passagiere können sich aber auch auf anderem Wege beschweren, etwa direkt bei der Airline. «Die Zahl sagt natürlich nicht, wie viele Passagiere insgesamt zum Beispiel von Annullierungen und Verspätungen betroffen waren», sagte eine LBA-Sprecherin. Die Zahl zeige nur, wie viele unzufriedene Fluggäste eine Airline beim LBA gemeldet haben.

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