Umwelt
Beim Klimaschutz helfen auch sehr einfache Maßnahmen

Die letzten Wochen waren von einigen erschreckenden Meldungen geprägt. Die Wissenschaftler des Forschungsschiffs „Polarstern“ fanden Plastikpartikel im Eis der Arktis. Eine gemeinsame Studie der NOAA, der Universität Madrid und der Potsdamer Klimaforscher zeigte, dass sich der Golfstrom schon deutlich verlangsamt hat. Auch die zahlreichen Unwetter der letzten Wochen sollten den Menschen zu denken geben.

Mittwoch, 27.06.2018, 09:52 Uhr

Umwelt: Beim Klimaschutz helfen auch sehr einfache Maßnahmen
Foto: Photo by Ayotunde Oguntoyinbo on Unsplash

Hinzu kommen die sogenannten Müllstrudel in den Ozeanen. Den größten Müllstrudel der Welt beherbergt der Pazifik. Er wird Great Pacific Garbage Patch genannt. Schon vor einem Jahrzehnt wurde hochgerechnet, dass sich dort hundert Millionen Tonnen Plastikteilchen gesammelt haben. Aktuelle Berechnungen gibt es nicht. Fest steht jedoch, dass die Kunststoffmenge im Müllstrudel im Pazifik steigt. Einen ähnlichen Müllstrudel gibt es in der Nordhälfte des Atlantiks. Insgesamt wurden fünf solcher riesigen Müllstrudel in den Ozeanen der Erde nachgewiesen. Inzwischen gibt es verlässliche Hinweise, dass ein sechster Müllstrudel entsteht. Er bedroht die Barentsee.

Kunststoffvermeidung ist der wichtigste Anspruch des 21. Jahrhunderts

Es gibt eine ganze Reihe Möglichkeiten, die weitere Vergrößerung der Plastik-Müllstrudel in den Ozeanen zu verhindern. Dabei sind Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen gefragt. Ein simples Beispiel sind die Kugelschreiber, die oft als Werbegeschenke genutzt werden. Dort greifen viele Werbetreibenden leider auch heute noch zum Einwegmodell, bei dem die Mine nicht ausgetauscht werden kann. Das ist Verschwendung in Reinform. Stattdessen sollten grundsätzlich Mehrweg-Kugelschreiber verwendet werden. Noch besser wären aber beispielsweise individuell bedruckbare Prodir Kugelschreiber, die zu achtzig Prozent aus biologisch abbaubaren Materialien bestehen. Wer sich privat Schreibgeräte kaufen will, sollte ebenfalls auf solche umweltfreundlichen Extras achten.

Plastiktüten im Handel sollten konsequent von den Kunden ignoriert werden

Ein riesiges Problem beim Kunststoffabfall stellen die Folientragetaschen der Discounter dar. Eigentlich sollten sie aus der eigenen Motivation heraus nach einem umweltfreundlicheren Ersatz suchen. Leider ist das bisher nicht passiert. Das Gegenteil ist der Fall. Viele Discounter halten keine Schwerlasttaschen mehr bereit, die sich für eine Mehrfachverwendung viel besser eignen. Auch Einkaufsbeutel aus Baumwolle suchen die Kunden bei vielen Discountern vergeblich. Das heißt, die Kunden müssen selbst die Initiative ergreifen. Die Klappboxen aus Kunststoff sind vor allem bei Kunden mit Fahrzeug sehr beliebt. Die wesentlich umweltfreundlichere Alternative sind allerdings geflochtene Einkaufskörbe aus Weidenzweigen. Wer schlau ist, wirft beispielsweise das Babykörbchen nicht weg, sondern nutzt es nach dem Umzug des Nachwuchses ins Kinderbett als groß dimensionierten Transportkorb für Einkäufe.

Mülltrennung ist eine unverzichtbare Maßnahme

Plastikteile sollten vor allem nicht im Hausmüll landen, sondern so entsorgt werden, dass eine Wiederaufbereitung möglich ist. Das heißt, auch die kleinen „Hemdchenbeutel“ für Obst und Gemüse gehören in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. Fleischereien und Bäckereien sollten grundsätzlich nur foliertes Einwickelpapier verwenden, bei dem sich die Folienlage von der Papierschicht leicht trennen lässt. Dort spielen einige Händler dem Klima einen wahren Schildbürgerstreich, indem sie Fleischwaren zuerst in eine Folie, anschließend in foliertes Papier und danach noch in eine Plastiktüte einpacken. Außerdem packen viele Kassierer und Kassiererinnen Kleidungsstücke und unverpacktes Spielzeug unaufgefordert in Plastiktüten ein. Wehren Sie sich als Kunde gegen beide Praktiken!

Muss wirklich überall Noppenfolie als Transportschutz verwendet werden?

Noppenfolie ist als Schutz für empfindliche Waren genauso beliebt wie als Hilfsmittel beim Umzug. In vielen Fällen ist sie komplett überflüssig. Beim Umzug können zerbrechliche Teile des Hausrats genauso gut in Handtücher, Badetücher und Decken gewickelt werden. Socken eignen sich bestens als Schutz für Kleingegenstände. Als Versandschutz lässt sich Noppenfolie durch Knüllpapier ersetzen. Im privaten Bereich bietet sich dafür die Flut der Werbezeitungen an, die ohnehin laufend im Briefkasten landen. Im gewerblichen Bereich spielen Wellpappe und geschredderte Kartons von Warenrücksendungen eine wichtige Rolle beim Ersatz der Noppenfolie aus Kunststoff. Kartons auf Paletten müssen nicht unbedingt in Stretchfolie eingewickelt werden. Dort sollten besser wiederverwendbare Gurte als Transportsicherung zum Einsatz kommen. Alternativ bietet sich die Nutzung von Holzboxen an.

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