Umwelt
Nachhaltigkeit wird immer wichtiger: So waschen Sie Wäsche ökologisch

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Umweltbewusstsein beginnt damit, die eigenen alltäglichen Handlungsweisen zu hinterfragen. Dabei geht es häufig darum, was man isst, wo und in welchen Mengen man einkauft, welche Dinge man konsumiert und inwiefern ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen stattfindet. Denn vor allem regelmäßig ausgeführte Handlungen haben langfristig einen großen Einfluss auf die Ökobilanz.

Dienstag, 11.08.2020, 10:36 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 10:42 Uhr
Umwelt: Nachhaltigkeit wird immer wichtiger: So waschen Sie Wäsche ökologisch
Foto: pixabay.com Skitterphoto

Insbesondere seit dem Einbruch der Weltwirtschaft als Folge der Corona-Krise werden zunehmend Investitionen in Nachhaltigkeit gefordert . Doch auch jeder Einzelne kann vieles tun – unter anderem kann er ein mündiger Konsument werden. Denn auch alltägliche Handlungen wie das Wäschewaschen können durch einige achtsame Veränderungen umweltfreundlicher werden.

Machen Sie sich zuerst mit den Wasch- und Pflegesymbolen vertraut . Wenn Sie die Anforderungen Ihrer Wäschestücke kennen, wählen Sie den Waschgang, der am schonendsten und energiesparendsten ist. Grundsätzlich gilt: Unterschiedliche Kleidungsstücke haben unterschiedliche Bedürfnisse; deshalb sollten sie vor dem Waschen gründlich sortiert werden. Indem Sie die Kleidungsstücke vor dem Waschen trennen, ist zudem der Verschleiß geringer, sodass Sie seltener etwas Neues kaufen müssen. Wäsche, die klein und leicht ist, kann meist energiesparender gewaschen werden als große und schwere Kleidungsstücke. Empfindliches wird anders behandelt als Robustes.

Auch in Bezug auf die Waschtemperatur können Sie zurückhaltend agieren: Für normale Wäsche reicht ein Waschgang bei 30 Grad meist völlig aus. Handtücher, Unterwäsche und Bettwäsche, die hygienisch rein werden soll, sollten Sie aber besser bei 60 Grad waschen.
Jedes Waschmittel, das Sie verwenden, landet später im Abwasser. Greifen Sie daher immer zu Varianten, die ohne Chemikalien und Mikroplastik auskommen. Öko-Waschmittel erkennen Sie an dem Siegel „Blauer Engel“ , dem offiziellen Umweltzeichen der Bundesregierung. Eine andere Möglichkeit ist es, Waschmittel selbst herzustellen, beispielsweise aus Waschsoda, Kernseife und ätherischen Ölen.
Die wohl umweltfreundlichste Möglichkeit ist die Verwendung von Waschnüssen. Die Früchte des in Indien und Pakistan beheimateten Waschnussbaumes sind meist unbehandelt und können mehrmals verwendet werden.

Neben der Art des Waschmittels kann auch die Dosierung angepasst werden. Sie richtet sich grundsätzlich nach dem Grad der Verschmutzung der Wäsche und dem Härtegrad des Wassers. Härteres Wasser und schmutzigere Wäsche benötigen eine größere Menge Waschmittel, um sauber zu werden. Wie genau Ihr Reinigungsmittel dosiert werden muss, verraten Ihnen die Dosierangaben des Herstellers. Die angegebene Menge ist allerdings häufig recht hoch angesetzt und kann dementsprechend reduziert werden.

Jeder Waschgang verbraucht im Schnitt etwa 60 Liter Wasser. Umso positivere Auswirkungen hat es, wenn Sie die Waschfrequenz reduzieren. Tatsächlich waschen die meisten Menschen ihre Kleidung viel zu häufig. Außer im Hochsommer oder bei medizinisch problematischer Schweißproduktion müssen Kleidungsstücke in den seltensten Fällen täglich gewaschen werden. Als Richtwert kann man für Jeans fünf Tage, für T-Shirts zwei bis drei Tage Tragezeit annehmen.

Dabei kommt es auch auf die Materialien an, aus denen die Kleidung gefertigt ist. Wolle beispielsweise nimmt Gerüche langsamer an als Kunstfasern. Bei Kleidungsstücken, die nicht sichtlich verschmutzt sind, reicht es häufig aus, sie zum Auslüften nach draußen zu hängen. Eine Alternative ist es, sie für einige Stunden in den Gefrierschrank zu legen. So werden Bakterien abgetötet, und die Notwendigkeit zu waschen wird weiter hinausgezögert. Achten Sie außerdem darauf, Ihre Waschmaschine voll zu beladen. Das ist dann der Fall, wenn zwischen Wäsche und Trommelrand etwa eine Handbreit frei bleibt.

Kaum ein Haushaltsgerät verbraucht so viel Strom wie ein Trockner. Daher sollte die Benutzung die Ausnahme sein. Es ist auf Dauer nicht notwendig, Strom für etwas aufzubringen, das an der frischen Luft genauso problemlos funktioniert. Wer seine Waschtage vorausschauend plant, wird in den seltensten Fällen in die Situation kommen, dass Kleidung bereits wenige Stunden nach dem Waschen wieder angezogen werden muss. Das Lufttrocknen ist außerdem schonender zur Kleidung.

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