Wohnungsmarkt
Günstiger Wohnraum bleibt Mangelware

Vor allem in Großstädten spitzt sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu. Aber auch in Studentenstädten wie Münster ist bezahlbarer Wohnraum knapp geworden.

Freitag, 20.09.2019, 11:52 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 12:12 Uhr
Wohnungsmarkt: Günstiger Wohnraum bleibt Mangelware
Foto: Photo by Jonas Allert on Unsplash

Hohe Mieten, wenige Wohnungen

Besonders angespannt ist der Wohnungsmarkt in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München. Aber auch in mittelgroßen Städten steigen die Mieten seit Jahren stetig. Nach dem aktuellen Münsteraner Mietpreisspiegel ist die ortsübliche Vergleichsmiete für nicht preisgebundenen Wohnraum in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich um 4,2 Prozent gestiegen. In der Bundeshauptstadt sind die Mieten im selben Zeitraum im Durchschnitt um fünf Prozent gestiegen. Weiterhin problematisch ist, dass die Kaufkraft mit den steigenden Mieten oft nicht mithalten kann. Besonders dramatisch ist die Situation aktuell in der Hauptstadt. Berliner verdienen im Schnitt etwa neun Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt. Bei neuen Mietverträgen müssen sie aber gleichzeitig mit Mieten rechnen, die bis zu 54 Prozent über dem deutschen Durchschnitt liegen.

Ursachen für den Wohnungsmangel

Für den angespannten Wohnungsmarkt ist vor allem die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum verantwortlich. Viele Menschen zieht es vom Land in die Stadt. Ausschlaggebend ist unter anderem das bessere Job- und Freizeitangebot in Groß- und Hochschulstädten. Mietinteressenten haben daher viel Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt, vor allem wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. Umso wichtiger ist es, einen möglichst guten ersten Eindruck auf den potenziellen Vermieter zu machen, etwa mit einer sorgfältig gestalteten Wohnungsbewerbung.

Ein weiteres Dilemma liegt darin, dass vor allem die Mieten für günstige Wohnungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Neben anderen Ursachen ist dafür vielerorts die gescheiterte Mietpreisbremse verantwortlich. Sie sieht vor, dass bei neu abgeschlossenen Verträgen die Miete nicht mehr als zehn Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete liegen darf. Doch viele Vermieter halten sich schlicht nicht an diese Grenze, zudem fehlt in vielen Städten die Basis für den Vergleich. Laut dem Mietspiegelreport 2019 der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. (gif) erstellen nur 44 der 80 größten Städte Deutschlands einen qualifizierten Mietspiegel. Qualifizierte Mietspiegel müssen nach Paragraf 558d des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) transparent und anhand wissenschaftlich anerkannter Methoden berechnet werden. Laut dem Report erstellen 23 Städte nur einen einfachen, 13 Städte gar keinen Mietspiegel. Aber auch qualifizierte Mietspiegel sind umstritten . Erst kürzlich hat das Bundeskabinett eine Änderung bei der Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete beschlossen, um die Mietsteigerungen zu bremsen. Zukünftig sollen die Mieten aus sechs statt aus vier Jahren zur Berechnung herangezogen werden. Es bleibt abzuwarten, wie effektiv dieser Beschluss überhöhten Mieten entgegenwirkt.

Ebenfalls problematisch ist, dass zu wenig neuer Wohnraum geschaffen wird. Nach aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis Juli 2019 4,1 Prozent weniger Baugenehmigungen zur Errichtung von Wohngebäuden erteilt als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser ist mit -0,3 Prozent dagegen nur leicht zurückgegangen. Bei Zwei- und Mehrfamilienhäusern ist ebenfalls ein Minus von 4,1 Prozent zu verzeichnen. Eine wichtige Maßnahme zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist auch, dass neues Bauland geschaffen und bereitgestellt wird. Münster ist hierbei auf dem richtigen Weg. Im Nordwesten Albachtens entsteht ein mit 0,8 Hektar relativ kleines Neubaugebiet. Das Baugebiet Albachten-Ost ist jedoch ganze 14 Hektar groß.

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