Wohnen
Messie-Wohnung: und nun?

Ganz gleich, ob bei Verwandten, Freunden, dem Partner oder sogar bei sich selbst: eine Messie-Wohnung, die sich über Jahre hinweg "angesammelt" und entwickelt hat, wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück zu bekommen, ist oft gar nicht so einfach. Vor allem müssen zunächst die Zeichen erkannt werden, dass der oder diejenige überhaupt Hilfe benötigt.

Mittwoch, 09.10.2019, 13:16 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 13:21 Uhr
Wohnen: Messie-Wohnung: und nun?
Foto: Photo by Norbert Levajsics on Unsplash

Einfach nur unaufgeräumt- oder schon eine Messie-Wohnung?

Wer mal ein paar Tage sein dreckiges Geschirr in der Spüle stehen lässt oder nicht sofort das Altpapier wegbringt, ist noch lange kein Messie oder hat eine ebensolche Wohnung. Vielmehr liegt ein solches Verhalten oft am so genannten "Messie" Syndrom der betroffenen Person. Das Wort Messie leitet sich aus dem englischen Wort "Mess" ab, dies bedeutet so viel wie Unordnung oder Chaos. Menschen, die unter dem Messie-Syndrom leiden, sammeln und horten vor allem eine ganze Menge: ob dies nun Elektroschrott, Zeitungen, Joghurtbecher, kaputte Kleidung, etc. ist, kann total unterschiedlich ausfallen. Doch auch die Organisation des Alltags leidet unter dieser Erkrankung, so kann es sein, dass Rechnungen nicht mehr gezahlt und Briefe nicht mehr geöffnet werden. Die Vermüllung der Wohnung schreitet schleichend voran, so dass es oft einige Jahre dauert, ehe der Betroffene die komplette Kontrolle über seine Wohnung, bzw. das darin erschaffene Chaos verliert.

Der Müll ist nicht das einzige Problem

Neben dem Müll, der sich nach und nach in der Wohnung ansammelt, werden auch die persönliche Hygiene und die Sauberkeit im Haushalt mehr und mehr vernachlässigt. So kann es durchaus passieren, dass sich verdorbene Lebensmittel im Kühlschrank und der Küche selbst tummeln- somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, ehe Ungeziefer oder Mäuse und Ratten in die Wohnung einziehen. Die Schädlingsbekämpfung in Coesfeld ist nur eine Anlaufstation, die nötig ist, um die Wohnung vor eben diesen Schädlingen zu befreien. Doch häufig möchten Betroffene keine Hilfe annehmen, bzw. ziehen sich nach und nach aus dem sozialen Leben zurück und igeln sich sprichwörtlich in ihrer Wohnung ein. Für Verwandte oder Freunde ist es daher nicht immer einfach zu erkennen, ob es ihrem Familienmitglied gut geht oder nicht. Anzeichen, die möglicherweise vermehrte Aufmerksamkeit bedürfen, können zum Beispiel eine oftmals dreckige Wohnung sein, bzw. wenn der Betroffene sogar Besuch verweigert oder sich lieber woanders mit den Besuchern treffen möchte. Später kann ein nachlassender Kontakt (zum Beispiel weniger Anrufe, Nachrichten, etc.) schon mal ein Zeichen zur Besorgnis sein, vor allem, wenn der Betroffene zuvor relativ offen und zugänglich war.

Letzter Ausweg- das Entrümpeln der Wohnung

Gerade in einer Mietswohnung dauert es nicht allzu lange, ehe sich entweder Nachbarn oder der Vermieter selbst beschweren- zum Beispiel wegen des Gestanks oder weil der Mieter seine Miete nicht mehr bezahlt. Wurde der Messie-Bewohner aus der Wohnung geklagt, etwa durch eine Zwangsräumung, geht die Arbeit erst richtig los. Wie zum Beispiel eine Entrümpelung durchführen . Dies alleine handhaben zu wollen, ist meist zum Scheitern verurteilt, da es extra Firmen gibt, die mit geschulten Mitarbeitern anrücken, die über spezielle Schutzkleidung verfügen und den ganzen Schrott, also Unrat, Möbel, etc. mitnehmen. 

Somit sollte mit den Betroffenen einer Messie-Wohnung (wenn möglich) zunächst offen bzw. behutsam umgegangen werden, da sie in der Regel alleine den Absprung, bzw. die Hilfe selbst anfordern müssen. Nach dem Entrümpeln ist es damit aber nicht getan, der Betroffene sollte auf jeden Fall professionelle Hilfe erhalten, um das Problem längerfristig zu lösen.

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