Wohnen
Warnmelder und Sensoren: Das ist wichtig oder sogar vorgeschrieben

Ein gemütlicher Abend vor dem Kamin, ein Abendessen bei romantischem Kerzenlicht: So schön das ist, so gefährlich kann es auch sein. In der dunklen Jahreszeit werden viele Menschen für die Gefahren sensibilisiert, die von offenem Feuer ausgehen. Wer sich dann für entsprechende Warnmelder interessiert, wird leicht von der angebotenen Vielfalt auf dem Markt abgeschreckt. Wir haben uns damit befasst, worauf es wirklich ankommt.

Donnerstag, 16.01.2020, 08:36 Uhr
Wohnen: Warnmelder und Sensoren: Das ist wichtig oder sogar vorgeschrieben
Foto: pixabay, PhotoMix-Company

Rauch, Gas, Kohlenmonoxid, Hitze, Wasser: Vor diesen Dingen warnen die meistverkauften Warnmelder. Manche sind schon recht günstig für unter zehn Euro zu haben, andere sind deutlich kostspieliger. Doch was Sie wirklich brauchen, um Ihr Zuhause sicherer zu machen, kommt auf den Einzelfall an. 

Gefahr liegt in der Luft: Gas und Kohlenmonoxid

Gasmelder beispielsweise sind nur dann sinnvoll, wenn es am Einsatzort auch eine Gasquelle gibt: Etwa eine Gastherme, eine Gasheizung oder einen Gasherd. Es muss sich dabei nicht unbedingt um Wohnräume handeln: Ein Warnmelder für austretendes Gas kann auch in Werkstätten, Hobbykellern oder Wohnmobilen mit Gasofen vor Explosionsgefahr warnen. Falls im Haushalt aber gar kein Gas zum Einsatz kommt, ist solch ein Melder überflüssig. 

In bestimmten Fällen ist ein CO-Melder, also ein Kohlenmonoxid-Sensor, zusätzlich oder anstelle des Gasmelders sinnvoll. Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungsprozessen mit zu wenig Sauerstoff. Dies kann bei jedem Heizmaterial passieren (Gas, Öl, Holz oder Pellets), und bei verschiedenen Heizarten (Kamin, Therme oder Ofen) – sogar Shisha-Pfeifen können zu einer erhöhten CO-Konzentration führen. In diesen Fällen sollte ein CO-Melder in der Nähe installiert sein, denn das lebensgefährliche Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos. 

Brandgefährlich: Rauchmelder sind vorgeschrieben

Rauchmelder sind ein anderes Kapitel, denn für Rauchmelder besteht eine Pflicht zur Installation : DIN 14676 schreibt vor, dass Rauchmelder in Wohnräumen und in Fluren, die als Fluchtweg dienen, zwingend installiert sein müssen. Sie sollen bereits bei der ersten Rauchentwicklung vor einem entstehenden Brand warnen. Brandgefahr gibt es grundsätzlich in jedem Haushalt, denn schließlich kann es durch defekte technische Geräte und Kurzschlüsse jederzeit zu einem Schwelbrand kommen. Überlastete Leitungen, heruntergebrannte Kerzen oder Funken aus dem Kamin – die Liste mit möglichen Brandursachen ist lang. 

Im Ernstfall geben Rauchmelder durchdringende akustische Warnsignale. Es gibt aber auch Modelle, die zusätzlich optisch warnen oder mit den Meldern in anderen Räumen vernetzt sind. Die optischen Signale sind für Hörbehinderte relevant, und die Vernetzung sichert weitläufige Räumlichkeiten ab. 

Da Rauchmelder grundsätzlich vorgeschrieben sind, ist hier das Angebot am größten. Daher ist Vorsicht angebracht: Sie müssen der europäischen Gerätenorm EN 14604 entsprechen. Die Anbringung sollte mittig an der Zimmerdecke erfolgen, mindestens jedoch 50 Zentimeter von den Wänden entfernt. Zudem muss die Funktionsfähigkeit der Rauchmelder regelmäßig überprüft werden. Bei Unsicherheiten sollte lieber ein Fachbetrieb konsultiert werden: Sofern Sie Mieter sind, müssen Sie sich jedoch nicht selbst darum kümmern. Bei Mietobjekten ist der Eigentümer für die Anbringung und Wartung von Rauchmeldern verantwortlich – als Mieter müssen Sie nur Zugang zu den Räumen gewähren. 

In Bad, Küche oder Dachboden besteht übrigens keine Pflicht, Rauchmelder zu installieren. Staub oder Wasserdampf führt in diesen Räumen häufig zu Fehlalarmen, so dass hier bei Bedarf lieber Hitzemelder installiert werden sollten, die bei plötzlichen Temperatursprüngen und starker Hitzeentwicklung auslösen. 

Wasser marsch: Schäden rechtzeitig begrenzen

Wassermelder sind in Bad oder Keller sinnvoll: Wo regelmäßig viel Wasser fließt, wie etwa in der Nähe von Wasch- und Spülmaschinen, ist die Gefahr von Wasserschäden vergleichsweise hoch. Die zerstörerische Wirkung von Wasser ist immens, die Trockenlegung eines betroffenen Hauses kann langwierig und kostspielig sein. Doch aufgequollene Bodenbeläge und Schimmel als langfristige Folge lassen sich vermeiden, wenn austretendes Wasser schnell gestoppt wird. 

Die meisten Melder haben ihre Berechtigung, wenn es die entsprechenden Gefahrenquellen im Haus gibt. Dabei spielt das persönliche Sicherheitsempfinden eine Rolle, wie auch der Zustand der jeweiligen Hausinstallationen und -einrichtungen. Mit Ausnahme von Rauchmeldern, die in Wohnräumen unbedingt installiert sein müssen, sind jedoch die anderen erwähnten Geräte nicht vorgeschrieben.

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