Wohnen
Neubau oder Bestand? Die schwierigste Frage beim Wunsch nach einem Eigenheim

Wer sich den Wunsch des Eigenheims erfüllen möchte, steht vor einer Wahl: ein Bestandsobjekt oder ein neues Objekt kaufen. Einen klaren Ratschlag dazu gibt es nicht. Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab, allen voran von der finanziellen Situation. 

Dienstag, 02.02.2021, 10:41 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 11:05 Uhr
Wohnen: Neubau oder Bestand? Die schwierigste Frage beim Wunsch nach einem Eigenheim
Foto: Photo by Greg Rosenke on Unsplash

Bestandsimmobilien sind bis zu 180.000 € günstiger

Bestandsimmobilien sind eine bequeme und schnelle Lösung: Man schaut sich verschiedene Objekte an und entscheidet sich letztendlich für das Haus, bei dem alles stimmt. Das birgt auf den ersten Blick weniger Stolperfallen. 

Eine  Recherche des Immobilienportals „Immowelt“  hat kürzlich ergeben, dass es einen deutlichen  Preisunterschied zwischen Bestandsimmobilien und Neubauten gibt. Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung liegt der Aufschlag für Neubauten bei bis zu 180.000 €. Die Grundlage der Recherche bildete eine Immobilienpreisanalyse in den 14 größten deutschen Städten. Die niedrigsten Preisunterschiede wurden in Köln und Dortmund mit 91.400 Euro und 95.700 Euro verzeichnet. 

Bestandsimmobilien sind also grundsätzlich günstiger als vergleichbare Neubauten. Sind sie zudem noch in einem guten Zustand, lässt sich bei einem Erwerb oft viel Geld sparen. Neubauten versprechen dagegen langfristige Planungssicherheit und geringere Instandhaltungskosten.

Förderungen für Eigenheime in Nordrhein-Westfalen

NRW und viele andere Bundesländer locken mit lukrativen Förderungen, die den Wunsch nach einem Eigenheim für viele Menschen greifbarer machen. Da Fördermittel zum Eigenkapital zählen, können sie ein wichtiger Baustein in der Finanzierung der Immobilie sein. 

Die NRW.BANK beispielsweise fördert Antragsberechtigte in der Regel in Form von besonders günstigen Darlehen, die den Bau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum erleichtern sollen. Die „ Eigentumsförderung “ richtet sich dabei an Familien mit mindestens einem Kind und besteht aus einer Grundförderung zwischen 60.000 und 110.000 Euro und bietet einen zusätzlichen „Familienbonus“ von bis zu 15.000 Euro je Kind. Darüber hinaus sollen eventuelle Finanzierungslücken über Ergänzungsdarlehen abgedeckt werden. Familien mit einem schwerbehinderten Kind kann außerdem ein Schwerbehindertendarlehen gewährt werden. 

Anträge auf Förderung können direkt bei der  NRW-Bank  gestellt werden. Dort findet sich auch ein „Chancenprüfer“, mit dem Antragssteller ihre Förderberechtigung überprüfen können. 

Wichtig: Das aktuelle Förderprogramm des Landes läuft im Jahr 2022 aus. Interessenten sollten daher dieses Jahr ihren Antrag stellen.

Weitere Förderprogramme, die das Eigenheim erschwinglicher machen

Bundesweite Förderprogramme werden meistens über die KfW abgewickelt. Viele Förderprogramme gelten für den  Erwerb oder Bau besonders energieeffizienter Wohnungen und Häuser . Dabei sind sie für Neubauten und Erstbezüge besonders lukrativ.  

Mit dem KfW-Kredit 153„Energieeffizienz Bauen“ wird beispielsweise der Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses gefördert. Viele Neubauten entsprechen bereits diesem Standard und können somit gefördert werden. Jede Wohnung hat dabei Anspruch auf einen Förderkredit in Höhe von 120.000 Euro. Darüber hinaus gibt es einen Tilgungszuschuss, der vom Energieeffizienzgrad der geförderten Immobilie abhängt. 

Der Bau oder Erwerb eines nicht unbedingt energieeffizienten Eigenheims wird über den KfW-Kredit 123 gefördert. Dort erhalten Förderberechtigte bis zu 100.000 Euro als zinsgünstiges Darlehen. Familien können zudem vom Baukindergeld (Zuschuss-424) profitieren. Das verspricht bis zu 12.000 Euro Zuschuss pro Kind. 

Wichtig zu wissen ist, dass sich einzelne KfW-Förderprogramme in der Regel miteinander kombinieren lassen. So profitieren zukünftige Eigenheim-Besitzer möglicherweise doppelt!

Optionen vergleichen und abwägen

Sowohl Neubauten als auch Bestandsimmobilien haben ihre Vor- und Nachteile. Gerade die Vielzahl an Fördermitteln sorgt oft für Unklarheit bei potenziellen Eigenheim-Interessenten. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, selbst Förderprogramme zu recherchieren und Neubauten mit Bestandsbauten in der eigenen Region zu vergleichen. Mit diesem Wissen in der Hinterhand sollte man sich dann gut beraten lassen.

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