Feucht-warmes Wetter
Nabu: Diesen Sommer vergleichsweise wenige Wespen

Stuttgart -

Mücken, Zecken, Quallen - es gibt viele Tiere, die im Sommer nerven können. Wespen gehören in diesem Jahr allerdings kaum dazu. Gänzlich Entwarnung gibt es aber noch nicht.

Samstag, 29.07.2017, 13:38 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 28.07.2017, 10:38 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 29.07.2017, 13:38 Uhr
Experten zufolge soll dieses Jahr kein übermäßig starkes Wespen- und Hornissenjahr werden.
Experten zufolge soll dieses Jahr kein übermäßig starkes Wespen- und Hornissenjahr werden. Foto: Frank Rumpenhorst

Ein paar Plagegeister weniger: Wegen des vielen Regens gibt es in diesem Sommer Experten zufolge vergleichsweise wenig Wespen.

«Wespen mögen es am liebsten trocken, warm und heiß», sagte Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) der Deutschen Presse-Agentur. «Aber wir hatten in den vergangenen Wochen große Niederschläge. Für Wespen ist sowas gar nicht prickelnd.»

Kein übermäßig starkes Wespenjahr

Das habe mehrere Gründe: Zum einen machten den Tieren bei feucht-warmem Wetter Schimmelpilze an ihren Nestern zu schaffen. Zum anderen fänden sie dann weniger Nahrung. Regional könne es bei ihrem Vorkommen je nach Wetterlage aber Unterschiede geben.

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In Deutschland gibt es dem Nabu zufolge Hunderte Wespenarten. Davon sind aber nur zwei für Menschen wirklich lästig: die Deutsche und die Gemeine Wespe. Die säßen auf dem Steak und auf Kuchen. Andere Typen wie etwa die Hornisse ernährten sich mehr von Insekten.

«Dieses Jahr scheint kein übermäßig starkes Wespen- und Hornissenjahr zu werden», sagte auch Martin Klatt, Referent für Arten- und Biotopschutz beim Nabu Baden-Württemberg. Der Biologe ist dem Verband zufolge regelmäßig im Feld unterwegs und kennt noch andere Gründe als das Wetter. «Zwar sind die Völker seit dem Frühjahr enorm gewachsen», sagt Klatt. «Doch der Einsatz von Pestiziden in Landwirtschaft und Garten sowie das Insektensterben machen auch den Wespen das Leben schwer.»

Im Frühsommer herzhaft, später dann süß

Gänzlich Entwarnung gibt es aber noch nicht. Sei es in den kommenden Wochen dauerhaft warm und trocken, werde man vermehrt auch Wespen beobachten, sagte Heiermann. Ein Superjahr wie etwa 2015 werde es für sie aber selbst dann nicht.

Tipps gegen Wespen

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  • Tipp 1: Am Kaffeetisch und beim Grillen: Wespen stechen sobald sie sich bedroht fühlen. Vermeiden Sie deshalb heftige Bewegungen.

    Foto: colourbox.de
  • Tipp 2: Auch das Wegpusten der Tiere ist nicht ratsam: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa
  • Tipp 3: Nur zwei der acht heimischen Wespenarten stehen auf Süßspeisen und Fleisch oder Wurst, nämlich die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Es ist sinnvoll, Nahrungsmittel im Freien abzudecken und Reste wegzuräumen. Nach dem Essen sollte bei Kindern der Mund abgewischt werden, um die Wespen nicht anzulocken.

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  • Tipp 4: Nie direkt aus der Flasche trinken. Am besten Getränke mit dem Strohhalm trinken.

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  • Tipp 5: Um von den ungeliebten Tischgästen gänzlich in Ruhe gelassen zu werden, empfiehlt sich eine Ablenkfütterung. Zwei Schülerinnen fanden bei einem Experiment für Jugend forscht heraus, dass sich überreife Weintrauben dazu am besten eignen. Fünf bis zehn Meter vom Ort des eigentlichen Geschehens entfernt aufgestellt, halten die Früchte die Wespen in Schach.

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  • Tipp 6: Vorsicht: Unverdünnte Marmelade oder reiner Honig wirken als Ablenkung weniger gut. Sie machen die Tiere aggressiv. Vom Kauf von mit süßem Saft oder Bier gefüllten Wespenfallen rät der NABU ganz ab. Die Tiere sterben in der Flüssigkeit einen qualvollen Tod. Zudem gehen nur alte Tiere in die Falle. Das aktive Volk wird nicht dezimiert.

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  • Tipp 7: Wespen können von Gerüchen wie Parfüm, Cremes, Holzmöbelpolitur oder ähnlichen Düften angezogen werden. Außerdem fliegen Sie gerne auf bunte Kleidung.

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  • Tipp 8: Um Wespen, Bienen und andere Insekten aus dem Haus zu halten, empfiehlt es sich, Fliegengaze an Fenstern und Türen anzubringen, insbesondere an Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenstern.

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  • Tipp 9: Haben sich trotz aller Vorkehrungen Wespen ins Haus verirrt, wird ein Glas über das Insekt gestülpt und vorsichtig ein Stück Papier als Boden untergeschoben, um das Tier wieder nach draußen zu bringen.

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  • Tipp 10: Wespennester am Haus dürfen nicht einfach eingeschlossen werden, da sich die Tiere dann einen anderen Ausgang suchen und so ins Haus gelangen können. Am verschlossenen Einflugloch müssen Sie dann mit aggressiven Wespen rechnen.

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  • Tipp 11: Bleibt man auf einer Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest und versperrt die Flugbahn der Wespen nicht, fühlen sie sich nicht bedroht.

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  • Tipp 12: Obst rechtzeitig abernten und aufsammeln. Blattläusen mit biologischen Maßnahmen vorbeugen beziehungsweise diese bekämpfen, da die süßen Ausscheidungen der Läuse Wespen anziehen.

    Foto: Colourbox.de

Auch die Zeit spielt eine Rolle bei ihrer Nahrungssuche auf unseren Tellern: Im Frühsommer nehmen die Plagegeister vor allem Anflug auf Fleisch, erklärte der Nabu-Experte. «Dann müssen sie ihre Brut aufziehen.» Daher hätten sie es vor allem auf eiweißreiche - also eher herzhafte Nahrung - abgesehen. Im Spätsommer sei das anders: «Wenn die Wespen im Spätsommer Maximalgröße erreicht haben, schauen die Arbeiterinnen, dass sie sich selbst versorgen», sagte er. Dann hätten sie es vor allem auf Zucker abgesehen.

 

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