Münchner Oktoberfest
9000 Trachtler ziehen zur Wiesn

Fast wäre der traditionelle Trachten- und Schützenzug ins «Wasser gefallen». Aber pünktlich zum Start vertrieb die Sonne den Regen.

Sonntag, 23.09.2018, 15:52 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 23.09.2018, 15:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 23.09.2018, 15:52 Uhr
Schäffler ziehen zum Münchner Oktoberfest.
Schäffler ziehen zum Münchner Oktoberfest. Foto: Matthias Balk

München (dpa) - Der Regen verzog sich genau im rechten Moment: Die Sonne kam durch, als rund 9000 Trachtler aus mehreren Ländern am Sonntag ihren farbenprächtigen Zug in Richtung Oktoberfest starteten.

Auf den noch regennassen Straßen zogen Trommler und Musikkapellen, Schützen und Spielmannszüge in historischen Gewändern quer durch München zum Festgelände. Dazwischen fuhren Prachtgespanne der Brauereien.

Gruppen aus vielen Teilen Deutschlands, aus Österreich, Südtirol, Ungarn, Norwegen, der Schweiz, Bulgarien, Kroatien, Slowenien sowie Bosnien und Herzegowina waren zu dem Trachtenumzug angereist, der mit sieben Kilometern Länge zu den größten der Welt zählt. Tausende säumten die Straßen, um das festlich-bunte Spektakel zu sehen: Brauer, Schmiede und Kaminkehrer in ihren Zunfttrachten, Jäger, die symbolisch eine erlegte Wildsau mittrugen, Frauen mit Goldhauben als Symbol für Wohlstand - und immer wieder aufwendige Trachten.

Auch legendäre Gestalten waren dabei wie der Volksheld Schmied von Kochel und die Brauertochter Bräurosl, die der Überlieferung nach allabendlich beim Rundritt im Brauhof eine Maß leerte. Angeführt wurde der Zug vom «Münchner Kindl», Viktoria Ostler.

In einer Ehrenkutsche fuhr Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit seiner Frau Petra. Er hatte am Samstag mit dem Anzapfen des ersten Fasses die Wiesn eröffnet. Später folgte die mit Rittersporn und Gladiolen in den Landesfarben Weiß und Blau geschmückte Kutsche mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seiner Frau Karin.

Der Umzug geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Damals zogen Trachtler und Schützen zur Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern durch die Stadt. Deren Hochzeit hatte 1810 das Oktoberfest begründet. 1950 wurde der Trachtenumzug wiederbelebt.

Am ersten Wochenende des Oktoberfests sind nach Schätzungen der Festleitung mehr als 800.000 Besucher gekommen. Das waren deutlich mehr als 2017, als es rund 600.000 waren. Festwirte, Marktkaufleute und Schausteller sprachen von einem «starken Auftakt». Sie seien mit den Umsätzen zufrieden. «Ich freue mich über einen hervorragenden Wiesnstart, der Lust auf mehr macht», sagte Wiesnchef Josef Schmid. Der CSU-Politiker ist auch Wirtschaftsreferent und zweiter Bürgermeister.

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