Künstler
André Heller wäre in Berlin fast auf Abwege geraten

Heute ist André Heller ein bekannter Künstler. Der Karrierestart war jedoch holprig. Die Lage sah für ihn sogar so aussichtslos aus, dass er mit einer bedenklichen Tätigkeit sein Geld verdienen wollte.

Samstag, 13.10.2018, 14:38 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 14:36 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 14:38 Uhr
1964 beschloss Künstler Andre Heller nach einem enttäuschenden Vorstellungsgespräch beim Regisseur Walter Felsenstein, Geld «auf dem Strich» zu verdienen.
1964 beschloss Künstler Andre Heller nach einem enttäuschenden Vorstellungsgespräch beim Regisseur Walter Felsenstein, Geld «auf dem Strich» zu verdienen. Foto: Uwe Anspach

Berlin (dpa) - Der in Wien geborene Künstler André Heller (71) wäre in seiner Jugend in Berlin fast vom Pfad der Tugend abgekommen. 1964 habe er sich als 17-Jähriger beim damals legendären Regisseur Walter Felsenstein als Assistent bewerben wollen, schilderte er in einem Interview mit der «Berliner Zeitung».

Nach drei Tagen im Vorzimmer und enttäuschenden drei vergeblichen Minuten Gehör beim Großmeister habe er auch sonst nirgendwo Arbeit gefunden, so dass er beschlossen habe, «auf dem Strich» Geld zu verdienen - bei Frauen.

«Abgebrannt und in einem Jammerzustand bin ich stundenlang abends über die Straßen geschlichen, in der absurden Hoffnung, dass mich zahlungswillige, schöne, liebeshungrige Damen ansprechen würden», erinnerte sich Heller, der seit vielen Jahren in Marokko lebt und dort die Parkanlage «Anima» geschaffen hat. «Es war ein grandioses Debakel. Irgendeine barmherzige Seele hat mir schließlich 100 Mark geborgt, so dass ich mich mit dem Zug nach Wien retten konnte.»

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